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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Gallerts.

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1» bis 2mal CaMpherliniment, 2, 8 bis 4 Eßlöffel voll, oder graueQuecksilbersalbe (7 Th.) mit Campher (I Th.) oder Terpentinöl (3 Th.)h bis 1 Eßlöffel voll in dieselben ein. Wenn aber die Gallen sehr veraltetoder gar schon verhärtet sind, so reibe man täglich 2- bis 3mal, jedesmalwie eine Haselnuß groß, von folgender Salbe auf die Geschwulst: Campher-spiritus, Spicköl, Lorbceröl und Nervensalbe, von jedem 3 Lth.; oder wendeeine Salbe aus 6 Th. Lorbeeröl, ebenso viel Terpentinöl und 1 Th. Can-tharidenpulver täglich einmal 1 Eßlöffel voll so lange an, bis starke An-schwellung erfolgt, worauf man dann warme Bähungen von einem Heu-samenaufguß macht. Zeigt sich aber nach diesem Mittel (etwa nach 3 bis 4Wochen) keine Besserung, so wendet man folgendes heiße scharfe Pflasteran: I bis 2 Lth. gemeines Pech werden mit £ Stl). Wachs geschmolzen undmit 1^ Quentchen Cantharidenpulvcr gemengt, dieses dann auf Werg ge-strichen und so lange auf der abgeschorenen Stelle liegen gelassen, bis es selbstabfällt, woraus dann obige Bähungen ebenfalls anzuwenden sind. Bringtaber auch dieses Mittel nach 3- bis 4wöchiger Anwendung noch keinengünstigen Erfolg hervor, so wird mit dem Glüheisen gebrannt, entwederStriche oder Punkte; hier darf aber vor dem Abheilen der Brandstellennicht die geringste Feuchtigkeit auf dieselben gebracht werden. In mehrerenFällen soll, zumal bei alten, das Einreihen von heißgemachtem ThranNutzen gebracht haben. Nach Beseitigung der Gallen sind einige Zeit hin-durch, um die Entstehung neuer zu verhüten, Waschungen der Stellen mitkaltem Wasser sehr nützlich.

Gallerte. Man unterscheidet thierische Gallerte, welche mit demthierischen Leim wesentlich übereinkommt, und Pflanzengallerte. Erstere,welche gewöhnlich unter Gallerte schlechthin verstanden wird, ist eine derverbreitetsten thierischen Substanzen, und bildet fast allein das Zellgewebe,die Haut, die Sehnen, Bänder, Knorpel, Hausenblase; sie macht auch einenbedeutenden Bestandtheil der Knochen aus, ist durchsichtig, zäh, spröde,ohne Geschmack und Geruch, in flüssigen fetten, ätherischen Oelen undWeingeist unauflöslich, im Wasser völlig auflöslich und unterscheidet sichvon der Pflanzengallerte, die einen Bestandtheil vieler Früchte und Rindenausmacht, wesentlich dadurch, daß sie bei der Verdünnung mit Wasser zwarzuerst in die saure, bald darauf aber schnell in die faule Gährung übergeht.Die in warmem Wasser aufgelöste Gallerte gesteht während des Erkaltens?u einer zitternden Masse (Gelee), wenn das Wasser nicht weniger alsvertrocknen Gallerte enthält; in kaltem Wasser schwillt sie bloß an, ohnesich beträchtlich zu lösen, während sie sich in heißem Wasser, so wie in ver-dünnten Säuren auslöst. Im Allgemeinen gewinnt man die Gallerte, wennwan die Substanzen, in welchen sie enthalten ist, längere Zeit mit Wasser unter^schäumen kocht, die concentrirte Auflösung erkältet, und die erhaltene Gallertean. der Luft trocknet, worauf sich ihr, wenn es um chemische Reinheit zu thun'st, noch durch Weingeist, Osmazom und andere Beimischungen entziehen lassen.sQ Da die Knochen außer ihren erdigen Bestandtheilen und etwa 10 Proc. ett auch 30 Proc. festen Gallertstvff. oder Leimstoff enthalten, so kannman ste nutzbar zur Darstellung der Gallerte (Knochcngallerte,Knochen-j' w) verwenden,, die in trockncm Zustande Bouillontafeln (Suppentafeln).r Knochenleim, zu welchem letztern man besonders die Abfälle von De-"'tung der erstem benutzt, in aufgelöstem Zustande aber die Knochen-vuillon giebt. Wenn nun auch letztere, der Fleischbouillon an Wohl.-