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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
Entstehung
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Gabbro, Serpentin; t, Schillerfels, Urgrünstein, einkrystallinisch körniges Gemenge von Labrador und Bronzit (s. diese), baldgrob -, bald feinkörnig, meist dunkelgrün ins Braune und Schwärzliche,gewinnt bisweilen durch eingemengte Feldspathkrystalle ein porphyrartigcs An-sehen. Eingemengt findet man Hornblende, Granat, Quarz, Glimmer,Talk, Speckstein, Kalkspath, Magneteisen, Schwefelkies u. s. w. Durch Ab-nahme des Korns geht die Gebirgsart in Serpentin, durch Aufnahme vonHornblende in Diorit, durch Aufnahme von Glimmer in Granit über. VomSerpentin unterscheidet er sich vorzugsweise durch sein gröberes Korn unddurch größere Hätte. Der Gabbro zeigt in der Regel keine, oder doch nurUndeutliche Schichtung; im letztern Falle macht er mächtige Bänke, die viel-fach zerklüftet sind. Lagerartig erscheint im Gabbro Serpentin, Quarz,Jaspis, körniger Kalk. Die Gänge sind selten und schmal, gewöhnlichdurch Quarz und Kalkspath ausgefüllt und enthalten seltener Kupfer- undEisenkies. Die Lagerungsverhälknisse, Zersetzbarkeit und Gebirgsformen hatder Gabbro mit dem Serpentin (s. d.) gemein, so wie auch die Eigenschaf-ten des Gabbrobodens mit denen des Serpentins übereinstimmen, der imAllgemeinen, seines hohen Talk- oder Thongehaltcs ungeachtet, der Vege-tation nicht günstig ist, wovon die Ursachen mehr in der' ungünstigen Ge-dirgsbildung und im Verhalten des Gesteins zur Atmosphäre und zum Bo-den, als in den Mengungstheilen des Bodens selbst begründet sein mögen.Der Gabbro läßt sich wie der Serpentin zu Verzierungen in der Architectur,^ Bekleidung der Wände, zu Gesimsen, Tischblättern u. dgl. mit Vortheil^"wenden, er ist harter und dauerhafter, als Serpentin, und nimmt indss Regel eine schönere Politur an. Ferner dient er als gemeiner Bau - undMauerstein, so wie zum Pflaster- und Straßenbau. Der Gabbro ist in. dUtschland weniger, desto mehr aber in andern Ländern verbreitet; man findet'^ n am Harz, am Brocken, bei Frankcnstein, am Zobtenberge in Schlesien,^ist m Begleitung von Serpentin; ferner bei Krems, in den Alpen vons?derwallis, Graubündten und des Waadtlandes, in Oberitalien, auf Cor-llta, Evpern u. s. w.

^ Gabel , heißt l) wenn ein Stamm oder Ast sich gabelförmig in 2-^heile theilt. 2) Zur Dachsjagd, s. Dachsgabel. 3) Bei der JagdsHebgabel, Zeuggabel), eine 8 bis 9 F. lange und 2 \ Z. dicke Stange,mit einer angewachsenen Gabel versehen, womit die Oberleincn der Jagd-und Netze auf die Stellstangen gehoben werden.

Gabelmasr , s. B a u m m e sse r.

.. Gabeln (Ranken, Haken, Grampen), nennt man am Weinstockelänglichen Triebe, von der Farbe der-Reben, mit der nehm-lchen Rinde bedeckt, die sich vorn gabelförmig in dünnen Haken abtheilen,>t welchem sie sich an alle nahen Körper anhängen, dieselben einigemaleso umschlingen, daß sie, ohne zu zerreißen, nur mühsam undtsichlig davon wieder abgelöst werden. Sie verholzen im Herbste und ste-'"'mer an der Rückseite der Augen und der Blätter, jedoch an dem»Nv. Lex. d. ges. Land- u. Hausw. IV. 1