Buch 
4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
Entstehung
Seite
17
JPEG-Download
 

Gallerte.

17

wenn sie nicht sogleich zur Verarbeitung kommen, liebt man sie inlukßendcm Wasser oder besser in einer fast gesättigten Kochsalzauflösung auf.,-^ras nach Ausziehung der Knochen durch Auskochung als Rückstand bleibt,Us,Phosphorsaurer Kalk mit etwas kohlensaurem Kalk verbunden und ein^uckhalt an thierischer Materie. Dieser Rückstand kann zur Darstellungkr Knochenasche, der Phosphorsäure u. dgl , so wie, mit Lederabfällen undE'^isch gemengt, zur Darstellung einer entfärbenden Knochenkohle dienen.

Erhaltung der Knochen für wenige Tage reicht das oben angegebene-Mittel des Aufbewahrens in fließendem Wasser oder Kochsalzauflösung hin;wllen sie aber längere Zeit gut erhallen werden, so muß man das Fett aus^YNen zu entfernen suchen oder doch durch Abhalten der Luft dessen Ran-iigwerden verhindern. D'Arcet zu Paris taucht für diesen Zweck dieösreinigtcn und zerkleinerten Knochen, die entweder noch mit ihrem na-türlichen Fett versehen oder auch sorgfältig durch Dampf oder siedendesWasser davon befreit sind, in eine auf 64 bis 72 Gr. R. erhitzte Auflö-^ng, welche 20 Proc. trockne Knochengallerte enthält, so daß sie mit einerSchicht Gallertauflösung überzogen werden, trocknet sie dann auf Netzen anfreier Lust, behandelt sie noch zweimal auf dieselbe Weise und trocknet sieiulctzt nach dem Trocknen an der Luft noch in esncr, auf 16 bis 20 Gr. R.srwarmten Darre vollends aus. Dieser Gallert Überzug geht nicht verlören,andern wird nachher wieder mit gewonnen. Bei der Bereitung dec Knochen-t^uilion in Haushaltungen zerstampft man die Knochen mit einem Hammer oderStampfer in Stücke von 3 bis 4 Zoll Lange oder besser noch kleiner. ZumLochen braucht man einen gewöhnlichen, gut verzinnten, reinlichen Kupfer-"ssel, welcher mit einem Deckel, der den Dünsten durch ein Loch Abzug^schafft, versehen ist. In diesem werden die Knochen mit ihrem 6fachenGewichte Wasser bei einer stetigen, ja nicht zu starken Hitze gekocht, indemu>an von Zeit zu Zeit den Deckel abhebt und die Knochen umrührt. So-bald sich eine gewisse Menge Fett auf der Oberfläche bemerken laßt, schöpft^son es ab und verwendet es zu anderm Gebrauch oder thut es spater in, le Bouillon zurück. Nach Zstündigem Kochen thut man dem Feuer Ein-holt, langt die Knochen mit einem starken, eisernen Durchschlage heraus undsie abgesondert in einen aufgehängten Korb, in welchem sie austropfen.' e im Kessel bleibende Brühe kocht man dann entweder noch so weit ein, sie beim Erkalten zu Gelee gerinnt, oder richtet sie, wenn man sieb otch als Suppe verbrauchen will, mit den nöthigen Zuthaten als solche zu,sßt noch das nöthige Wasser zu, läßt wieder kochen und fügt das Gewürz3 Die einmal so gebrauchten Knochen sind bei weitem noch nicht anallerte erschöpft, sondern können noch dreimal gekocht werden und noch einegleiche Menge Gallerte liefern. Bei der Bereitung in dem Di-j|J tor (s. d.) bewirkt man mittelst Inständigen Kochens so viel als in einemKüw^^ mittelst 16stündigen; selbst schon auf gewöhnliche Weise inhrtt ^"^Zekochte Knochen geben hier noch eine gute Ausbeute an Gal-levte* bab c,n i ! 8 e Unangenehme bei dieser Bereitungsart ist, daß die Gal-andert' tv' e ncn unangenehmen Geschmack annimmt, und etwas ver-Brunnen^cr Auf jedes Pfund Knochen kann man hier 2N Pfund reinesund wenn r stu f stdes Pfund frische Knorpelbänder und Flechsen 3 Pfd.,Theil d-a Zetrocknet sind, 5 Pfd. reines Wasser rechnen. Der 8te

bike S ~ I 8 e f0t$ wird jederzeit leer gelassen. Uebers Feuer gebracht, er-man den verschlossenen Digestor so stark, daß auf den Deckel gespritztesEonv. Lex. d. ges. Land- und Hausw. IV. 2 '