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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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GanS.

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nehmen, Em sie dieselben selbst znr Erwärmung ihres Körpers nöthig haben.Junge Gänse, welche früh ausgebrütet sind, kann man schon um Johannisrupfen, worauf ihnen die Federn vor der Mastungszeit noch einmal wachsen.Das Rupfen der jungen Gänse aber noch einmal um die Zeit der Ernteund besonders nach derselben vorzunehmen, ist nur dann zu billigen, wenn dieEigenthümer derselben sie zu ihrem eigenen Bedarf, also nicht zum Verkaufhaben wollen; wenn aber die jungen Gänse verkauft werden sollen, so wer-den sie durch das Rupfen unansehnlich, bleiben mager und kleiner, undwerden in der Regel als Faselgänse um so viel geringer bezahlt, als diesesRupfen gar nicht Vortheil gewahren kann. Beim Rupfen der Gänse hatMan aber durchaus darauf zu sehen, daß die Federn gehörig reif und dieKiele nicht blutig sind, weil sie sonst zu viel Feuchtigkeit enthalten undleicht verderben. Reife Federn übertreffen, wenn sie gehörig getrocknet sind,diejenigen, welche von den Schlachtgänsen gewonnen werden, um Vieles,Und man kann bewirken, daß man durch dreimaliges Rupfen von einerGans fast ebenso viel Federn erhält, als von 3 Schlachtgansen. Uebersichtman die Zeit der Reife, so entfallen die Federn den Gänsen von selbst,»der sie ziehen sich solche auch selbst aus, um den jungen hervorkeimendenPlatz zu machen. Bei dem Rupfen darf man den Gänsen ja nicht dieHals- und Tcagfedern, worauf eigentlich die Flügel ruhen, nehmen, weildies nicht nur die gerupfte Gans entstellt, sondern diese auch ^odann die Flü-gel an der Seite herschleppt, als wenn sie solche vor Mattigkeit gar nichttragen könnte. Ueber die verschiedenen Sorten von Federn s. VettfedernUnd Federn. Jede Sorte Federn soll besonders aufgehoben werden, 'damitsie nicht unter einander kommen, und nachher mit vieler Mühe wieder sor-tirt werden muffen. Neue Federn riechen sehr übel und sind überhauptnoch nicht ausgetrocknet; deshalb thut man sie in einen Sack, legt sie indie Sonne, schlagt sie mit einem leichten Stocke täglich öfters durch, undhängt sie sodann an einem luftigen Orte auf. Krankheiten. ImGanzen genießen die Gänse einer dauerhaften Gesundheit; indessen werdendoch die alten Thiere dann und wann von seuchenartigen Krankheiten, zu-mal zur Sommer- und Herbstzcit, wenn es ihnen bei großer Dürre anreinem Trinkwaffer gebricht und sie genöthigt sind, faules, verdorbenesPfützenwaffer zu saufen, befallen. Auch anhaltende Naßkalte kann Krank-heiten bei ihnen hervorbringen, wenn sie in Gegenden sich befinden, wo sie^erschlämmtes, oder durch Regen zusammengeschwemmtes Wasser saufenmüssen. Eine derartige Gänseseuche zeigt sich besonders im Brach- oderHeumonate, die unter dem Namen Gänsesterben bekannt ist. DieGänse hangen dabei die Köpfe, fressen nicht und sterben bald. Man em-pfiehlt dagegen jeder Gans, einen Morgen um den andern, zu drei wiedec-hKtenmalen, etwa Löffel voll gemeinen Küchensalzes oder ebenso vielSalzlake von Pökelfleisch einzugeben. Kranke genesen beim Gebrauch diesesMittels, und Gesunde bleiben von der Seuche verschont. Ueberhaupt aberbewahrt Küchensalz und Tabaksasche, den Gänsen dann und wann unterÜUjes Futter gemengt, dieselben vor dergleichen Seuchenkrankheiten. JungeGanje werde» von kleinen Mücken und Fliegen, die sich ihnen in Nase , ~* ren sfiien, oft so sehr belästigt, daß sie beständig mit dem Kopfe schüt-teln, die Flügel hängen lassen, den Hals ausstrecken und dabei aufhörenzu fressen. Um diese Jnsecten zu vertreiben, wirft man in einen mit Wassergefüllten Kübel Gerste, wornach, wenn die jungen Thiere diese sich heraus-