Garn — Garnl'leiche.
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6 bis 8 Fuß hoch; die eiförmigen, lang zugespitzten Blätter find ungetheilt,am Grunde verdünnt, glatt und schief gestreift. Die 'wohlriechenden, einzelnan den Enden der Zweige stehenden weißen Blumen^ haben eine lange Röhreund ihre Mündung hat 10 Abschnitte, die sternahnlich ausgebreitet sind.c) Geflechte Gardenie (G. Rolhmannia), vom Kap, strauchartig, mitovallanzettlichen Blattern, deren Mittelrippe weiß ist; die trichterförmigeRöhre der Blume ist lang, hat an ihrer Mündung 6 lanzettförmige Ab-fchnitte, die innen purpurroth gesprengt sind. Sie wird für sehr schön ge-halten. — Die Bcrmebrung kann durch Samen, durch Ableger und Steck-linge geschehen. Der Same wird in Töpfe gesaet, welche mit einer leichtenErde gefüllt sind, und diese bis an den Rand in ein warmes Lohbeet ein-gesenkt. Man bedeckt die Oberfläche der Erde anfänglich mit Moos, bissich der Keim entwickelt und die Samenkappen über die Erde hervorkommen,worauf das Moos weggenommen und die Erde gelinder befeuchtet wird.Die Ableger nimmt man, beim Versetzen der Pflanze, von dem Mütlerstockeund pflanzt sie einzeln in Töpfe, die mit Dammerde, etwas feinem Lehmund Wassecsand gefüllt sind. Die Stecklinge, müssen, wo sich ein Knotengebildet hat, dicht unter demselben durchgeschnitten werden. Man stellt dieTöpfe an einen mäßig warmen Ort, beschattet sie anfänglich und erhält siein der nöthigen Feuchtigkeit. Besser gelingt jedoch die Fortpflanzung durchStecklinge in einem Mistbeete, als in Töpfen. Wenn die Wurzeln denErdbällen ganz angefüllt und am Rande des Topfes sich angehäuft haben,muß das Stammchen, wenn die Blüthezeit vorüber ist, in ein größeres Ge-fäß versetzt und mit frischer Erde versehen werden. Im Sommer stellt mansie ins Freie; sobald sich aber die Blumcnknospen zeigen, stellt man sie inein gegen Mittag liegendes Zimmer vor ein Fenster, und giebt der Erde dienöthige Feuchtigkeit. Man begießt nur wenig und schützt sie vornehmlichgegen Staub.
Garn, nennt man I) jedes Gespinnst aus Flachs, Hanf, Werg,Wolle, Baumwolle. Das Garn wird aus der Haspel abgewunden und dannroh verkauft oder verarbeitet, oder auch gebleicht (s. Garnbleiche), und zuZwirn, Spitzen u. dgl. benutzt. Um das Garn zu Leinwand verarbeiten zukönnen, muh es vorher geäschert, gekocht ui s.w. werden; s. Leinen-Garn.Seiner häufigen Sprödigkeit wegen empfiehlt man, der Lauge eine guteHand voll Speckschwarten beizumengen. 2) Die Netze der Fischer undJäger. 3) Den zweiten kleinern und länglichen Magen der wiederkäuen-den Thiere.
Garnbleiche. Das Verfahren, leinene Garne und Zwirne zu blei-chen, weicht von dem Verfahren der Leinwandbleiche (s. d.) nicht wesentlichab, und kann auf die dort angegebenen, verschiedenen Arten bewerkstelligtwerden. Man legt die Strehne schichtenweise übers Kreuz in^ die Büttenis)m Ausweichen, Einlaugen, Beuchen oder Säuern ein und übergießt jedeSchicht besonders mit Flüssigkeit, um des schnellen und vollkommenen Ein-dringens der letzter» sicher zu sein. Da jedoch bei diesem Verfahren dennochLuft zwischen den Fäden bleiben kann, so läßt man besser die Lauge vonunten, auf langsam in die Bütte eintreten, wobei die Luft Zeit und Gele-genheit hat, vollständig zu entweichen. Zu diesem Zwecke können die But-ten so niedrig gestellt werden, daß ihr Rand sich in gleicher Höhe mit denBeuchkesseln befindet. Vom Boden der Bütte geht dann außen eine Röhrebis zu dem Rande empor, in welche die Lauge aus dem Kessel gelassen