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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Garten.

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bepflanzt, welche mehrere Jahre stehen bleiben; doch verlangen diese Ge-wächse alljährlich eine gute Düngung, wenn sie gut gedeihen sollen. Wech-selt man bei den ersten 3 Quartieren jährlich mit der Bestellung auf diehier angegebene Weise, so wird man, wenn das Land nicht gar zu schlechtist, gewöhnlich gute Ernten mit Ersparniß vielen Düngers erhalten. In-dessen kann man doch auch manche Gewächse mehrere Jahre hindurch aneiner und derselben Stelle pflanzen, z. B. Erbsen und Stangenbohnen; mankommt hier mit sehr wenigem Dünger aus, den man im Herbste unter-gräbt. Doch hat man bei der Eintheilung der Gewächse auch Rücksichtauf die Lage des Bodens zu nehmen. Hochliegende und trockne Stellenbestimmt man vorzugsweise zu frühen Gewächsen, auch zu zarten, starkriechenden Kräutern, z. B. Thymian, Majoran, und zu einigen Winter-gewächsen. Für letztere, j. B. die Arten des Braunkohls kann man auchschattige Stellen benutzen. An niedrige und feuchte Stellen bringt manspäte Gewächse, auch Sellerie und mehrere Kohlarten. Dacht der Gartenvon Norden nach Süden nb, so bringt man auf den obern Theil frühe,auf den untern späte Gewächse. Stellen, welche vorzugsweise die Morgen-sonne haben, eignen sich ganz besonders zu frühen Erbsen und andern Ge-wächsen, welche früh verlangt werden. Selbst Gurken kann man an einersolchen Stelle sehr früh pflanzen, wenn der Boden eine gute lockre Erdehat und nicht feucht ist. Das Graben des Gartenlandes muß stets tiefgenug geschehen, wenn anders die untere Erde von so guter Beschaffenheitals die obere ist, und die Erde dabei gehörig umgewendet, und alle Erd-schollen gut zerkleinert und auseinander geworfen werden. Nach welcherGegend hin man gräbt, ist ganz gleichgiltig; nur darf dasselbe nicht immernach derselben Seite hin geschehen, sondern es muß solches auch umgekehrtausgeführt werden. Man gräbt zu jeder frischen Pflanzung oder Saat,ausgenommen wenn ein schon im Herbste gegrabenes Land gleich im Früh-jahre bestellt werden soll, wo es dann hinreicht, dasselbe gut zu harken; imFall es wirklich etwas fest geworden sein sollte, so kann man es mit derMistgabel zuvor durchstehen und dann gut klar hacken. Außerdem wirdaber auch der Boden zur Beförderung seiner Fruchtbarkeit überhaupt umge-graben, wozu sich der Herbst am besten eignet. Vornehmlich muß jenerTheil des Gartens im Herbste gegraben werden, welcher im folgenden Jahrenicht gedüngt wird. Ein im Herbste gegrabenes Erdreich kann frühzeitigerbestellt werden, so wie man dabei auch noch an Dünger erspart und über-haupt mehrfache anderweitige Vortheile dadurch erlangt. Mit dem Geschäftedes Herbstgrabens kann man von dem September bis so lange fortfahren,bis Schnee und Frost dasselbe verhindern. Bei Schnee muß jedoch dasGraben eingestellt werden, da Schnee die Erde bindend und fest macht.Bei nassem und schmierigem Erdreiche wird es rathlich, mit dem Umgrabenso lange zu warten, bis es gehörig abgetrocknet ist; widrigenfalls es seineMilde und Lockerheit verliert und öfters länger als ein Jahr fest und bröck-lich bleibt. Man gewinnt oft sehr bedeutende Vortheile in einem Garten,wenn man denselben rajolt; doch bleibt dies immer eine beschwerliche Arbeit,Und man muß daher zuvor wohl überlegen, ob eine solche Arbeit auch denbeabsichtigten Mutzen gewähren kann. Am lohnendsten wird sie dann, wenndie untere Erdschicht, welche man durch das Rajolen herauszubringen beab-sichtigt, von der Art ist, daß die Fehler der obern dadurch verbessert werdenkönnen. Auch rajolt man bei gleicher Güte der obern und untern Erdschichten

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