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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Grünfärben Grünling.

Pcoduct, welches in wenigen Tagen hergestellt werden kann, jedoch theurerzu stehen kommt und nicht ganz gleiche Farbenlebhaftigkcit hat, wird auffolgende Weise erhalten: 1 Pfd. Kupfervitriol wird nebst \ Pfd. Kochsalzzusammen in 5 Pfd. heißem Wasser aufgelöst, von dieser Auflösung nach!völligem Erkalten unter beständigem Umrühren langsam so viel zu einer jkleinen Auflösung von 12 Lth. guter Pottasche in 2^ Pfd. Wasser gege-ben, bis kein Aufbrausen mehr erfolgt und ein wenig der Flüssigkeit, von jdem erhaltenen Niederschlage absiltcirl, bläulich grün erscheint. Nun laßt!man den Niederschlag, sich setzen, zieht die überstehende Flüssigkeit ab, giebst einesWasser hinzu und wascht auf diese Weise noch cinigemale ab/übergießt end-lich den 'Niederschlage mit Aetzkalilauge, wodurch er blau wird, wascht dannaus und trocknet. Grüne Farbe aus Ehromgelb und BerlincrblamDie Mischung beider Farben laßt sich leichter und inniger bewerkstelligen,wenn man das Berlinerblau (s. d.) fcischgefällt in ebenfalls frsschgesälltesEhromgelb (s. Chromfarben) eintragt. Die Farben vom dunkelsten Blaugrünbis zum lichtesten Gelbgrün fallen nur schön aus, wenn man das Ehrom-gelb durch völlig neutrales chromsaures Kali fallt und die Bleiauflösungin verdünntem Zustande anwendet. Eine Auflösung von essigsauerm Kalk,

> aus destillütem Essig und frischgelöschtem Kalk bereitet, noch heiß auf kiy«stallisi-ten Kupfervitriol gegossen, und die, nach Absehen des erfolgten sseiedec-schlags abgegossene, grüne Flüssigkeit mit einer Auflösung vermischt, die mandurch Kochen von destillirkem Essig mit 1 Th. Weinsteinsalz und ü Th.Arsenik erhalten hat. Der Niederschlag, welcher hierbei erfolgt, ist die vor-geschlagene grüne Farbe.

Grünfärhen, s. Färben.

Grünfink, s. Girlitz und Grünling.

Grünkohl, s. Kohl.

Grünling , Grünfink, grüner Kernbeißer, Grünschwan;, grünerHänfling, gelber Hänfling, Schwuntsch (Loxia chloris), ein, im südlichenund mittlern Europa häufiger, im nördlichen seltener vorkommender Strich'Vogel, wovon das Männchen auch in der Stube als Singvogel gehalten

wird. Er ist 6^ Z. lang und

11 £ Zoll breit. Der Schnabel ist Horn'

fleischfarben, der Fuß fleischrosenfarben, der Augenstern braun, der ganzeOberkörper olivenzeisiggrün, der Oberflügel aschgrau und schöngelb, desSchwanz theils schwärzlich, theils hochgelb, der Unterkörper grüngelb. D>eFarbe des Weibchens fällt mehr ins Grüngraue, so wie es durch Kleinhenvom Männchen verschieden ist. Dieser Vogel lebt in einem großen Theile vonEuropa bis Norwegen hinauf und bis in den Süden herab an baumreichenten sowohl in Nadel- als Laubhölzern, an baumreichen Flußufern und in Gärten-fällt im August und September auf die Hanfäcker, wandert im Herbste flf'wohnlich in kleinen Flügen, aber wintert einzeln in Wachholdcrbergcn, i tl Kölige Sämereien, besonders auch die Kerne der Stcinbuchen, Wachhoidec- "Vogelbeeren, Hut einen gäckernden Lockten und einen einfachen, doch nicht #angenehmen Gesang, der als Verkündiger des Frühlings besonders angenev.^ist, und legt in ein auswendig aus Wolle und Flechten, inwendig ausnen Würzelchen und einzelnen Härchen gebautes Nest 4 bis 5 bläulichbrau - und rothgefleckte Eier, welche in 14 Tagen ausgebrütet werden, ^bei Männchen und Weibchen wechseln. Er ist im Freien scheu ""d ^

im Zimmer still und zahm, zieht Wasser und beträgt sich, wenn er > ^

vollauf zu fressen hat, sehr friedfertig gegen die andern Vögel, die ni>