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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Hainhaach Haken.

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so daß die Rasenseite nach unten gekehrt ist, wobei man zugleich unten injedes Häufchen eine Handvoll dürre Reiser legt, die auf der Westseite sicht-bar sein müssen. Wenn nun im August trockne Witterung mit gelindemWinde eintritt, so zündet man die Reiser in den Häufchen an, wozu mangewöhnlich die alten abgenutzten Besen anstatt der Fackeln gebraucht. NachVerlauf von 3 bis 4 Tagen wird jeder dieser kleinen Meiler völlig durchge-kohlt, d. h. alle vegetabilischen Theile darin in Asche verwandelt sein; woraufnun die durchgebrannten Häufchen vermittelst einer Schaufel aus einandergeworfen, und über die abgeschälte Fläche recht gleich vertheilt werden.Nachdem dies geschehen, wird Roggen ausgesäet, und dieser entweder miteinem leichten Pfluge, oder wo Stöcke , und Steine sind, vermittelst desleichten Hainhaachs feucht untergepflügt und übereggt. Wo aber auch dieswegen Steilheit der Bergwand, oder anderer Umstände wegen, nicht amwendbar ist, da wird der ausgesäete Roggen vor Fuß untergehackt, unddann die Oberfläche vermittelst einer Egge, oder einer Harke geebnet. DerRoggen geralh hier gewöhnlich ausgezeichnet gut. Will man mit dem Roggenauch zugleich Eicheln aussäen, so nimmt man nur H der sonst gewöhnlichenRoggen.aat. Die jungen Eichen wachsen auf einem, auf diese Art cultivir-wn, Boden sehr üppig; doch kann auch jede andere Holzgattung mit demRoggen ausgesäet werden. Doch muß der Same dann erst, nachdem derRoggen schon unter die Erde gebracht ist, ausgestreut und vermittelst derEgge oder der Harke oder eines Schleppbuschcs (Dornegge), wie eS dieHolzart erfordert, mit Erde bedeckt werden. Jede Holzart wächst in einembchainten Boden vortrefflich. Uebrigens find die Kosten nicht so bedeutend,s>ls man glaubt, und durch die Roggenernte wird der Aufwand gewöhnlichvhr reichlich ersetzt; vergl. Ab plag gen, Hackwald.

Hainhaach, ist ein leichtes, pflugähnliches Instrument ohne-mit einer schaufelsörmigen Schar, womit man die gehainte OberflächeIjJ den Haubcrgen oder Hackwaldungen auflockert, und den ausgesäetenRoggen und die Eicheln unter die Erde bringt. Mit diesem leichten Acker-8kräthe kann man bequem um die Stöcke herumpflügen, und es, wo Wur-zln und Steine sind, leicht darüber Hinwegheben. Gewöhnlich spannt maneinen Ochsen vor den Hainhaach, indem man damit besser zwischen den^löcken durchkommen kann, als wenn zwei Zugthiere vorgespannt sind.dsu Ermangelung des Zugviehes spannen sich auch wohl ein Paar Melt-au vor.

v Hainkrahe, ist ein großer Rechen oder Harken, womit man dasond, menn der Saatroggen in den Hackwaldungen untergehaacht oder.^"gehackt worden ist, völlig ebnet. Ein solcher Rechen hat einen 15 bis3. langen hölzernen Balken, worin, 2 bis2^Z. von einander entfernt,4 Z. lange eiserne Zinken oder Zähne stecken.

Haken, Haaken, ist ein, in vielen Gegenden Deutschlands, vor-j ^Mlich Mecklenburg, Liefland, Schlesien, Sachsen gebräuchliches Acker-^ strument, welches in Ansehung der äußern Form eine Aehnlichkeit mitPfluge hat, in der Zusammensetzung seiner Theile aber wesentlich vonverschieden ist, und theils zur Zurichtung des Bodens neben dembuge gebraucht, in manchen Gegenden aber auch ohne diesen für sichstzur Bearbeitung des Bodens angewendet wird. Der Haken ist un-st das älteste Ackerinstrument und es ist dazu ein Stamm mit einem"n Aste wahrscheinlich zuerst benutzt worden; spater erst erhielt die Spitze

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