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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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488
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-88 Harnstrenge.

sich sogleich zum Stallen, meistens jedoch ohne Erfolg, oder es erfolgt dochnur wenig Harn in einem Strahle oder in abgesetzten Stößen, wobei undwornach das Pferd tief stöhnt. Um sich mehr von der Ueberfüllung derBlase zu überzeugen, darf man nur die geölte Hand durch den After inden Mastdarm führen, wo man die Blase sehr angefüllt und hart fühlenwird; nach einem Drucke auf dieselbe zeigt sich gewöhnlich das Pferd nochunruhiger. Fortdauernde Harnstrenge hat gewöhnlich Lähmung oder Ent-zündung der Blase und'Tod zur Folge. Als veranlassende Ursachen geltendas Uebergehenlafsen des Stallcns auf anhaltenden Marschen und bei war-mem Wetter, bei raschem Reiten, so wie auch dann, wenn den PferdenNahrungsmittel und Getränke gereicht wurden, die sehr harntreibend sind,wie z. B. das Füttern der Pferde mit Branntweinspülichl, mit Malzträ-bern, mit Leinkuchcnwasser u. s. w.; Erkaltungen, Entzündungen der Harn-röhre und der Blase selbst, Harnsteine, Würmer, Blutklumpen, verdickterSchleim und andere fremde Körper in den Geschlecbtstheilen. Zur Ver-hütung der Harnstrenge beobachte man folgende Vorsichtsmaßregeln. AufReisen und besonders gegen Anhöhen, auf sandigen Wegen und bei großerHitze halte man öfters an. damit die Pferde stallen können, und um siedazu zu bewegen, pfeife'man jedesmal, wenn das Pferd stallen soll, woransich solches bald gewöhnen wird. Auf festen Straßen pflegen Pferde nichtgern zu stallen, weil sie sich die Füße zu bespritzen fürchten; in diesem Fallestreue man ihnen etwas Sttoh, Heu oder ähnliche Sachen unter, woraufPferde, die sonst nicht daran verhindert werden, sofort zu stallen pflegen-Durch das Stallen anderer Pferde werden dieselben auch dazu veranlaßt,und findet sich hierzu keine Gelegenheit, so halle man gerade da still, n>oPferde gestallt haben. OeftcrS werden die Pferde schon dadurch zum Stal-len veranlaßt, wenn sie den Kutscher sein Wasser abschlagen hören. Wer-den die Pferde zur Futterzeic in einen Stall geführt, so sorge man dafür,daß sie Streu erhalten, wo sie dann sofort zu stallen pflegen. Zur Hei-lung einer wirklich eingetretenen Harnstrenge entleere man zuvörderst desMastdarm mittelst lauer, schleimig-öliger Klystiere, wodurch Schmerz undKrampf aufgehoben wird; so sind auch lauwarme.Waschungen (anhaltend)mit Brannnveinspülicht in der Mittelfleischgegend, im Verlaufe der Harn-röhre, sehr nützlich. Auch führe man die Hand in den Mastdarm, undübe mit der flachen Hand einen mäßigen Druck auf die angefüllte und S !>spannte Blase aus. Sollte hierdurch keine Harnentleerung eintreten, t°muß der Katheter angewendet und außerdem eine cntzündungswidrige W-Handlung eingeschlagen werden. Bei Stuten kann man, diesem Zwecke Sj*entsprechen, ein ungefähr Z. starkes, reines, weites Pfeifenrohr, undwenn es auch nur einen F. lang wäre, gebrauchen. Man mache es nNder «ordern Mündung rundlich und glatt, bestreiche es mit Ocl oderund führe es unterm Zeigefinger der linken Hand, welche man zu diesigBehufe schon in die Scheide gebracht und mit der Spitze deS Zeigesingf^die Harnröhre aufgesucht hat (diese beginnt etwa 4 Z. tief unterwärtsder Scheide, wo man eine rundliche Oefsnung fühlt, durch die man ^Rohre einführen kann), etwa 4 Z. lang ein, so wird der Harn sofort dddurch entleert werden. Vermuthet man bei Hengsten oder Wallachen, d"din der Harnröhre oder vor der Blasenöffnung etwas Sandgries oder kle»Blasensteine vorliegen, so nimmt man ein langes starkes Fischbcin,

Ende knvpfförmig zugerundet ist, und schiebt es in die Urinröhre, um °