Buch 
4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
Entstehung
Seite
490
JPEG-Download
 

499

Harr Harthörigkeit.

voll und Sennesblatter 3 Drachmen, kocht diese in schwachem Biere, undgiebt nach dem Durchseihen 4 Unze Leinöl hinzu, reibt ihn in der liieren- ,gegend von einer Mischung aus 1 Unze Salmiakspiritus und 4 Unze Ter-pentinöl, ein, und am Hinterleibe von folgendem Mittel: Ehgnuilenöl l Unze,Brlsenöl 2 Drachmen, Laudanum Sydenhamms 4 Drachme. Um den Leidwerden warme Umschlage von Haut - und Leinsamen, gequetscht und inMilch gekocht, gemacht. Innerlich giebt man Hirschhorngeist l Unze, Bll-senöl 1 Drachme, Opiumtincrur 2 Tropfen, alle 2 Stunden einen Thee-löffel voll davon in einem Eßlöffel lauem Waffe., worin man Petersilien-wurzeln gekocht hat; oder man gebe eklle 2 Stunden ein Pulver von 2 Gra»Eampher und 10 Gran Salpeter, in Butter geknetet, bis Abgang vonUrin erfolgt. Ist die Krankheit schon entzündlicher Art geworden, >o mußsogleich zur Ader gelassen werden, und wenn obige Arzneien keine Linderungbewirken, so giebt man 1 Pfd. Malvenkraut Absud, 4 Unze Schwamm«pulvec, 2 Unzen Leinöl und 2 Gran Opium, alle Stund, n einen Tassen-köpf voll lauwarm ein. Zum Saufen erhalt der kranke Hund lauwarmeMilch, in welcher zerquetschter Hanf- oder Pekcrsüiensamcn abgekocht ist.

Harr,^nennt man in Mar'chgegenden den aus den Gräben gewor-fenen fetten Schlamm, welcher zur Verbesserung der Felder benutzt wird.

Harro! ist ein Zuruf der Jager, dessen sie sich bedienen, wenn sieeinen Andern darauf aufmerksam machen wollen, daß ein Hase sich ih>»nahe. Hat dieser den Hasen aber schon bemerkt, so ist e^ nacluheilig, wen»der Nachbar Harro! ruft, indem der Hase dann gewöhn.ich eine ändertWendung nimmt. Bei Federwild ruft man: Tirol oder eigentlichTire haut! bei anderem Wilde: Wahr zu! Auf T>eibjagen im Walde istes aber besser, wenn man den Nachbar nur durch Deuten init der Handauf die Gegend aufmerksam machen kann, woher das Wild kommt.

Hark, nennt der Jäger den Hund, der l) bei der Dressur halssta^rig und widerspenstig sich zeigt, und die Strafen wenig achtet. Ist ei"Hund hingegen furchtsam und gutwillig, so nennt man ihn weich. Hu»^letzterer Art müssen vorsichtig behandelt werden, weil man sie leicht verschl^gen kann, wenn man zu hart und zu oft straft. 2) Der viel Strapaze"und Schläge aushält.

Hartheu, s. J-ohannis kraut. ,

Harthörigkeit, kommt unter den Thieren namentlich bei dt'Jagdhunden als sehr nachthcilig für ihren Grbiauch in Betracht, ustkann vornehmlich aus drei Ursachen entstehen: von Verstopfung des auft»Gehörganges, von Erkaltung, vom Andrang der Säfte nach dem KöpftEistere erkennt man außer der in die Augen fallenden Berdickung und ^Häufung des Ohrenschmalzes, mit dem sich Sand und Sc.md mischt, u ".jwodurch ein Jucken verursacht wird, an dem Bestreben des Hundes, d»'r.hinwegzuschaffen, indem dieser oft heftig mit dem Kopfe schüttelt, sich fr".und reibt, auch dabei ängstlich winselt, und wenn er nur an einem Jp!,leidet, den Kopf schief halt. Man untersucht sofort die Ohren und re'»^sie, indem man die Masse mit lauwarmer Milch. Chamillenabsud, Zw't ftfast, Baum- oder Leinöl erweicht und sie herausschafft. Aus der TieftOhres muß man das Erweichte mit Eharpie oder Baumwolle wische»- ^man um ein Stäbchen Fifchbein wickelt. Nach dem Reinigen werde» .Ohren noch eine Zeitlang mit einer Abkochung. von Fliederblunieneinigemal gebäht und gewaschen. Schon vorhandene Geschwüre öffnet *