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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Harz.

Betrügerische Pferdehändler pflegen ihre hactschnausigen Pferde, beim Vor-reiten oder Führen, zuerst in der Nähe des Käufers im Schritte zu be-wegen und sie nur entfernt von Letzterem traben zu lassen und langsamwieder zurück zu bringen. Hierdurch wird der Käufer leicht getäuscht; da-her lasse er immer die zu kaufenden Pferde in seiner Nähe traben.

Harz, nennt man I) Substanzen pflanzlichen Ursprungs, welchedurch ihre Unauflöslichkeit in Wasser, Auslöslichkeit in Alkohol, Kali undNatronlauge, Schmelzbarkeit und leichte Brennbarkeit charakterisirt sind.In andern Eigenschaften unterscheiden sich die Harz^ deren es eine großeMenge giebt, oft ziemlich bedeutend von einander. Schlechthin Harz ge-nannt wird häufig das Fichtenharz. 2) Feste, halbharte, harzartige Fossi-lien, welche mit Heller rußender Flamme brennen, unter Verbreitung eineseigenthümlich balsamischen Geruchs. Sie sind ebenfalls unlöslich in Wasser,aber löslich in Aether und Weingeist, und aus Kohlenstoff, Wasserstoffund Sauerstoff mit Vorherrschen des erstern zusammengesetzt. Es gehörtdazu: Elaterit, Asphalt, Resinit, Bernstein (s. diese Artikel). Was dieHarze als pflanzliche Substanzen anlangt, so kommen sie in den Säften,dem Holze, der Rinde, den Blättern, Früchten mehrerer Bäume undForstgewächse schon fertig gebildet vor; erzeugen sich aber auch bei der De-stillation vegetabilischer Substanzen. Diese natürlichen, so wie durch chemi-sche Processe erzeugten Harze sind aber häufig nicht einfach, sondern Ge-menge verschiedener, von einander trennbarer, Harzarten, oder HarzarteNmit ätherischen O-llm und andern Stoffen vermischt. Die Harze besitzenim Allgemeinen folgende Eigenschaften. Sie sind theils farbenlos, theilsgelblich, gelbbraun, grünlich; theils durchsichtig, theils durchscheinend undundurchsichtig. In Hinsicht der Consistenz sind sie hart, fest, brüchig oderweich und schmierig. Die Harze, an sich geruchlos, erhalten oft durch bei-gemischte ätherische Oele Geruch und auch Geschmack. Die Harze schmelzenbei mäßiger Wärme, werden dickflüssig, ölartig oder zähe, in Fäden ziehbac,und geben bei höher» Temperaturen in verschlossenen Gefäßen außer dengewöhnlichen Producten der trocknen Destillation einige Säuren (Brandsächren). Sie brennen in der Lust mit Heller Flamme, und geben einen rußi*gen dicken Rauch, der viel Kienruß absetzt. Die Harze sind, wie schelloben erwähnt, in Wasser unauflöslich, obschon einige, z. B. das gemeineFichtenharz oder Pech, Wasser zu binden vermögen. Sie losen sich meinin Alkalien auf und bilden mit denselben eigenthümliche seifenartige Ve^bindungen. Viele lösen sich im Weingeiste auf, einige nur in heißem, ansdere auch in kaltem, wieder andere nur in absolutem Alkohol. Aether lostviele Harze auf, aber bei weitem nicht alle. In Terpentin-, Steinvl ull"andern ätherischen Oelen lösen sich manche Harze auf, andere nicht. 8^Oele lassen sich mit geschmolzenen Harzen leicht verbinden. Die Auflöse»''gen der Harze in Alkohol röchen meist das Lackmuspapier, und werdedurch zugesetztes Wasser wieder abgeschieden. Eoncentrirte Säuren zersetze»viele Harze; es entsteht dann eine kohlige Masse und etwas künstlicherbestoff. Salz - und Essigsäure lösen einige Harze, ohne sie zu zersetzen,

Chlor bleicht dieselben. Uebrigens bestehen auch alle Harze pflanzlichen »sprungs aus Kohlen-, Wasser- und Sauerstoff. Man theilt die b"zigen Substanzen in folgende Klassen: a) Hartharze, sind beilicher Temperatur hart, fest, spröde, von muschligem Bruch und gewöhfl»etwas schwerer als das Wasser (Fichten - und Kicfernharz). b) SS* 1 '