Hase.
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vorzüglich auf den gestürzten Aeck.rn und auf der Wintersaat, und Meistensda, wo sie Ueberwind haben, d. h. wo sie von, Winde nicht bestrichen wer-den können. Wird der Hase nicht gestört, so behält er sein Lager geraumeZeit bei; glaubt er sich aber nicht mehr sicher, oder ist es wegen der Nah-rung oder der Witterung nöthig, so verändert er fein Lager oft; doch ver-läßt er feine Geburtsgegend selbst dann nicht einmal, wenn er darin gehetztund auf mancherlei Art verfolgt wird. Regen und scharfe Winde find demHafen unangenehm, daher er, wenn diese oder harte Winter eintreten, sichnach .den Niederungen, zieht und Feldbölzer aufsucht. Demnach müssenhochliegende kalte Reviere vor Eintritt des harten Winters abgetrieben wer-den, wenn die Jagd ergiebig ausfallen soll. —> Die Nahrung oder Aeßungdes Hasen besteht in den meisten Feld- und Gartengewächsen, besonderswenn sie noch jung und zart sind, in vielerlei Gräsern und Kräutern, Gc-tceidekörnecn, Eicheln, Obst u. dgl. Im Winter äßen die Hasen vorzüglichgern jungen Roggen, Weizen, Dinkel, Klee, Kohl, und die Knospen undSchale der weichrindigen Laubhölzec, wovon sie die Acpfel- und Birnstämm-chen, die Acacien, den Bohnenbaum, Jasmin, Esche, Befenpsrieme u s. w.dcsonders vorziehen, weshalb sie vornehmlich den jungen Obstbäumen, wennwan nicht besondere Vorkehrungen dagegen trifft, ziemlichen Schaden zu-sagen (s. Hafen fraß). Findet sich im Felde gar nichts, so geht der'HaseWinter in die Dörfer und sucht Nahrung. Jagdbesitzer, die ihr Revierlieben, müssen in sehr strengen Winrern die Hasen füttern, was mit Erbsen-nroh oder Heu ziemlich billig durchzuführen ist. Im November und Decem-ber sind die Hasen am besten bei Leib und am fettesten. Späterhin nehmen!>e oft, wegen Mangel an Nahrung und weil sie zu rammeln anfangest,Merklich ab, und im Frühjahre und Sommer sind sie, wegen des häufigenOiammelns und Setzens, am schlechtesten, ob sie gleich Ueberfluß an Nah-rung haben. Viele alte Jäger behaupten, daß ein sehr kalter Winter er-wlge, wenn der Hase im November sehr fett sei. — Die Begattungs- ob«.^ ammelzeit der Hasen fängt an, sobald gegen das Frühjahr (EndeJanuar oder Februar) die Witterung gelind wird, und dauert bis in denAugust und oft bis in den September, in welcher Periode das Fleisch un-Mnackhaft ist. Zu dieser Zeit, besonders aber im Frühjahre, treiben diet^onam'er die Häsinnen selbst am Tage auf den Feldern umher, und folgenwuen, wie die Hunde, auf der Spur nach. Man sieht oft mehrere RammlerHäsin treiben, und sie so lange verfolgen, bis sie'sich willfährig zeigt,glicht silten werden die erhitzten Liebhaber aber dann so eifersüchtig, daß sieunter einander beißen und viele Wolle abkratzen. Zu dieser Zeit kanndie Rammler reizen, d. h. herbei locken, wenn man den Ton eines^ugstigten Hasen nachzuahmen versteht, oder sich dazu der sogenanntenL^nguäke bedient. Schon nach einem Monate setzt die Häsin l bis 2ä l . m 3 e , in einem mit Haaren ausgefütterten Neste, welches in Misthaufen,tebgc^g ^ Heidekraut u. si w. gefunden wird. Neue Hecken in dichtem^.Uchwerk, auf Wiesen, in dichtem Getreide, Klee, oder an sonst einemsJj sicher scheinenden Orte, wo 3 bis 4 Junge geboren werden, erfolgen imbt,' 11 '. 3uü und bisweilen im September, so daß unter günstigen Umstän-die Vermehrung dieser Thiere sehr beträchtlich ist. Die Häsin säugt die^wohnlich nur 14 bis 20 Tage lang, und überläßt sie dann ihremtrj?°Esal. Diese. Muttermilch ist die einzige Flüssigkeit, welche die Hasenspäterhin erhalten sie die nöthige Feuchtigkeit durch den Genuß