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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Heide.

diese, bis die Pflanzen die Sonne ertragen können, >'m Freien schattig undschützt sie gegen starken Wind und Regen. Solche Exemplare darf manaber erst nach 2 Jahren wieder umpflanzen oder ins freie Land setzen, in-dem das zu häufige Umpflanzen den Heiden sehr schadet. Für die Heideneignet sich am besten eine Mischung von sandiger Heide - und \ Moorerdemit { Kiessand; süc junge Heiden und Heidensamen nimmt man mehrMoor- als Heideerde. Man gebe zur Beförderung des Wasserabzuges'einegute Unterlage von harten Torfbrocken, Topsscherben oder groben Kies. InErmangelung des natürlichen Heidebodens kann man verwitterten Torfbodennehmen und solchen zur Halste mit eisenfreicm Kies oder Flußsand mischen,oder sich der, mit vielem Quarzsande gemischten, Erde von Tänzeln bedie-nen. Das Umpflanzen in größere Gefäße, so weit solches erforderlichwird, geschieht am besten im April und Mai, auch im September oderOctober, doch nur im Nothfälle, wenn etwa ein Topf zerbrochen ist, oderdie Heiden im freien Lande standen. Der die Heiden vom Stamme 'ausseitwärts wurzeln, so müssen die unglasirten Töpfe weit sein, brauchen je-doch wenig Höhe. Die Höhe der Unterlage, welche man unmittelbar aufdie, die Abzugslöcher bedeckenden Scherben oder Moos bringt, kann ingroßen Töpfen oder Kübeln 3 bis 4 Z., bei kleinern nach Verhältniß we-niger betragen; sie trägt sehr zum Gedeihen der Heiden bei. Die Erde-muß um die Wurzeln nicht zu fest eingebracht, mehr eingerüttclt, und nursanft angedrückt werden. Wenn die Exemplare nach 2- bis 3maligemUmsetzen größer geworden sind, so empfiehlt man, den Stamm mit seinerder Wurzel anhängenden Erde 2 bis 3 Z. über die ebene Fläche, welche erfrüher im Gefäße behauptete, zu erheben, und dabei zwischen dem kleinenHügel und dem Rande des Topfes hinreichenden Raum zum Bewässern zulassen. Setzt man die Heiden in einen viel größern Topf oder Kübel, alsder Umfang des Ballens erheischt, so ist es sehr dienlich, zwischen die ein-zubringende Erde grobe Kiesel oder weiche, einige Z. große Scherbmstückezu mischen, an welche sich die feinen Wurzeln gern anlegen. Die Erdefür große Exemplare muß nur grob gesiebt sein; aber auch für jungesiebe man sie nicht gar zu fein. Die Heiden verlangen eine ununter-brochene mäßige Feuchtigkeit, und die Pflanze ist gewöhnlich verloren, wennder Boden nur einmal zu sehr ausgetrocknet ist; ebenso schädlich ist je-doch zu viele Nässe, die den Boden sumpfig macht, und eine feuchte, dum-pfige Atmosphäre, besonders dann, wenn sie im Winterquartiere stehen. ImSommer begieße man reichlich, jedoch mit Rücksicht auf den Zustand derPflanze und auf die Witterung, und nur in der Morgen- und Abendzeit,wenn die Erde kühl ist; in Abenden nach heitern, warmen Tagen ist dasUeberspcitzen von oben sehr zu empfehlen; im Winter darf man nur sehrmäßig begießen, bis zu der Zeit, in der sie anfangen zu treiben. DieFortpflanzung erfolgt durch frischen Samen und Stecklinge. Erstern säetman zeitig im Frühlinge in mehr flache, als tiefe Gefäße, die man bis zuH ihrer Höhe mit harten Torfbrocken, feinen Topfscherben und grobem KieSanfüllt, worauf man 2 Z. hoch Erde. bringt, die horizontal geebnet wird;alsdann streut man den Samen dünn oben auf, reibt ihn ein wenig mitder Hand an die Erde fest, feuchtet mit Sorgfalt mäßig an, bedeckt ihnmit einer trocknen Glaskafel, die wenigstens 6 Linien von der Erdoberflächeentfernt sein muß, stellt die Töpfe dann ins Glashaus oder in ein dunst'freies, kühles Mistbeet unter Fenster, «o man sie stets mäßig feucht und