Buch 
4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
Entstehung
Seite
571
JPEG-Download
 

Heizung.

571

Wasser Heizung. Bei den beiden letztgenannten Arten erfolgt die Ucber-tr.igung der Warme an den festen Körper durch Vermittelung des vordererhitzten Wassers. c) Durch Zuleitung anderwärts erwärmter Luft(Luftheizung). In Betreff ber Wahl einer der genannten Heizungs-artcn sind vornehmlich folgende Rücksichten zu nehmen. ^ Die Kaminheizungreicht^ wie schon bemerkt, für unsere gewöhnlichen Bedürfnisse in der Regelnicht aus. Ebenso ungeeignet dazu, so wie auch im Wohnhause feuer-gefährlich, ist die Canalhcizung, die auch jetzt meistens nur noch für Ge-wachshau'er (s. d.) in Anwendung gebracht wird. - Die Dampf- und Heiß-wasserheizung würden allerdings im Wohnhause Anwendung finden können,wenn sich die erforderlichen Apparate der wohnlichen Einrichtung besser an-passen ließen; daher auch sie nur in Gewächshäusern, Fabrikgebäuden u. s.w. Anwendung finden. Demnach hat man für das Wohnhaus meist nurzwischen Ofen- und Luftheizung zu wählen; erstere ist jetzt noch die allge-mein gebräuchliche, und ist auch namentlich beizubehalten, 1) wo uns nichtdie freie Disposition über das ganze Haus zusteht, 2) in solchen Wohnun-gen/ wo nur einzelne Zimmer regelmäßig, andere aber nur gelegentlich zuheizen sind, 3) in Wohnungen, .deren Besitzer die größere Trockenheit derLuft, welche die Luftheizung mit sich bringt, nicht vertragen, wie dies na-mentlich bei brustkranken Perioncn der Fall ist. Auch Gewächshauspflan-zen vertragen die trocknere Luft nicht gut. Dagegen empfiehlt sich die Luft-heizung besonders I) für Heizung ganzer Häuser oder Etagen, 2) zur Raum-ersparniß in den Zimmern, indem dadurch die Oefcn vermieden werden;3 ) zur Eileichterung der Decorationen und der Reinlichkeit im Hause, weilzweckmäßige Oefcn nicht immer leicht wohlgefällig herzustellen sind, undweil die Heizung eines ganzen Hauses mit erwärmter Luft sich meistens aufeinen Schornstein zurückführen laßt, dessen Reinigung vcm Keller aus ge-schieht. Cnduch 4) durch ihre Feuersicherheit, vergl. Ofen und Lufthei-zung. Die Dampf- und die Heißwasserheizung haben das Aehnliche,daß die Verbreitung der Warme durch lange (metallene) Röhren erfolgt,welche durch die darin sortgeleitcten heißen Dampfe oder heißes Wasser 'er-wärmt werden und als Oefen dienen. Sie können daher nur da Anwen-dung finden, wo solche Röhrenleitungen sich anbringen lassen. Die Da mpf-Heizung beruht auf der Erfahrung, daß heiße Wasserdämpse bei ihrer Ver-dichtung zu Wasser eine bedeutende 'Warme abgebend Dieses Gesetz zur Hei-zung zu benutzen, cntwickeit man die Dämpfe in einem dampfdichten Kessel,und leitet sie in eben solchen Röhren durch die zu heizenden Räume. DieDampfe verdichten sich dabei in diesen Röhren und qeben ihre Warme andiefeiben ab, weiche als Oefen dienen. Die Dampfröhren müssen an denStellen, wo sie heizen sollen, äußerlich rauh und dunkel sein, um das Aus-strahlen der Warme zu befördern. Umgekehrt müssen ste an, denjenigenStellen, wo sie durch nicht zu heizende Räume nur durchgeführt werdensollen, hell und glatt hergestellt werden, um unnöthige Wärmeabgabe zuvermeiden. Da die T)ampse nicht, wie der Rauch, bei langer Forkieitungsich schnell erkälten, sondern auch weit vom Kessel eine Temperatur vonziemlich 80 Gr. R. beibehalten, so eignen sie sich besonders zur Heizunglanger Raume, vornehmlich großer Gewachshausanlagen. Auch ist die War-me durch Dampfheizung sehr gleichmäßig und durchaus nicht trocken. Fernerwird, wenn nur die Feuerstelle tüchtig angelegt äst, Feuersgefahr in hohemGrade vermieden. Endlich ist die Dampfheizung durch das mögliche Aus-