Herzkammer — Hesse».
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Trauben. — Sie verlangen eine Behandlung wie Orangerie; Laub- oderMistbeeterde, und werden durch Stecklinge vermehrt.
Herzkammer, nennt man den Raum im Körper der Thiere,worin das Herz und die Lungen liegen.
Herzkirsche, s. Kirsche.
Herzkoht, oder Wirsing, s. Kohl.
Herzschlechti»zkeit, s. Dampf.
Herzwasfer, Da n zig er, ein Liqueur. n Pfd. frische Eitronen-schale», 6 Lth. Melisse, 4 Llh. Anis, 4 Lth. Eoriander, 8 Lth. Zim nt,2 Llh. Muskatblüthen und 1 Lth. Muskatnüsse mit 10 dresdner KannenSpiritus von 90 Gr. Tr. und 8 Kannen Wasser dcstillirt und 9 Kannendavon abgezogen. Das Destillat mit 8 Psd. Zucker in 7 Kannen Wasserausgelöst,^versüßt und himmelblau gefärbt, s. Liqueur.
Hesse, ist das Hinterknle oder sogenannte Sprunggelenk der Pferde,welches dem Schenkel im starken Laufen die Schnellkraft giebt.
Hesse», das Ehurfülstenthum, in Hinsicht auf Landwirthschaft.Dieses Land hieß sonst mit Recht arm, da die Natur wenig für dasselbegethan hat; indessen helfen die Industrie und die thätigen Einwohner dasMangelnde rühmlich ersetzen, so weit ihnen dies unter den ungünstigen Ver-hältnissen bisher möglich gewesen. — Am fruchtbarsten sind die weitenTbalebenen nach dem Mainufer hin, wo außer sehr reichlichen Roggen-,Weizen - und Gecstenernlen , auch Dinkel und Mals mit dem besten Erfolgegebaut werden. Nach diesem folgt in Betreff der Fruchtbarkeit das Werra-thal, wo noch Wein, wenn schon von schlechter Beschaffenheit wächst. Sehrergiebigen Fruchtbau besitzen auch die Herrschaft Schauenburg und die Schwalm-gegend, vornehmlich das weite Thal bei dem Ausfluß der Schwalm in dieEdder, wo namentlich der Weizen-in. dem aufgeschwemmten schweren Bo-den ganz vorzüglich gedeiht. Im Fulda'schen zeichnen sich ebenfalls einigeGegenden durch ihren Ertrag an Weizen und Roggen vonheilhast aus. DasKlima ist ebenso wechselnd, als der Boden fast allenthalben eine große Ver-schiedenheit zeigt. Späte und frühe Nachtfröste sind nichts Selten, s, undder Winter ist kaum 1 bis 2 Gr. R. gelinder, als an der pommerschenKüste. Die Gewitter, welche fast immer von den Bergen angezogen wer-den, kommen selten in die Thälen Im Ganzen ist die Temperatur gesundUnd wohlthuend, und beweist sich ebenso an der Vegetation. Außer allenGetreidearten wird namentlich viel Flachs und Tabak gebaut; auch ist derObstbau in den Fürstenthümcrn. Hanau, in der untern Werragegend, ein-träglich. In einigen Gegenden ist die Schweinezucht auffallend ausgedehnt,während die andern Zweige der Viehzucht noch zurück sind. Die betrieb-samsten Landwirthe werden in der Werragegend gefunden; je tiefer landein-wärts ändert sich mit der kargern Natur das Wesen des Menschen, er wirdtnindec lebhaft und die Bevölkerung überhaupt dünner. Im FücstenthumeHersfeld, in der Grafschaft Ziegcnhain, wo meistens sehr gutes Land ist,ist die Feldbestellung musterhaft. Ob zwar gleich die Oberhessen ebenfallseinen guten Boden haben, so fehlt es doch mehr an Industrie, da Leinen-Und andere Fabrikationen bei ihnen fast unbekannt sind. Die zwischen der8ulda und weiter links gelegenen Aemter haben sehr schönen Boden, dieEinwohner bauen viel Flachs und sind thätigere Ackerwirlhe; sie versorgenbesonders die Residenz mit Lebensmitlel». Obgleich die nach der Weser hinliegenden Gegenden ein weit reicheres und größeres Land besitzen, alS derEonv. Lcr. d. gef. Land- u. HauSw. IV. 37