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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Hrbridisch Hier.

verlangen, und theils durch den Samen, theils durch Stecklinge im war-men Mistbeete fortgepflanzt werden. Wenn sie gut blühen sollen, so mu»man die Gipfel nahe unter die Fenster bringen. Im Winter begießt mansehr mäßig, besonders die nicht holzigen Arten (deren Stengel man im Herb-ste wegschneidet und sie kühl stellt), im Sommer, wo sie auch viel Luftverlangen, reichlich. Die im Freien ausdauernden verlangen im Wintereine Bedeckung, die unter e) genannten auch eine Umkleidung, und werdenin kalten Gegenden in große Töpfe gepflanzt, und frostfrei überwintert.Die unter b) genannte verlangt als eine Sumpfpflanze im Sommer vielWasser. Den Samen von einjährigen Pflanzen säet man ins Mistbeetund versetzt die jungen Pflanzen theils in Topfe, theils an sonnig-warmerStelle ins Land. Als Kücheng,-wachs hat man neuerlich H. esculentus,den eßbaren Hibiscus empfohlen; dieser hat fast eirunden Samen undeine graue, in. der Lange gefurchte Umhüllung, eine eirunde Narbe und ei-nen hervorstehenden Rand. Die Kapsel des Samens ist gefurcht, aberverschieden geformt,6 bis 8 Z. lang und an der Spitze etwas umgebogen.Die Pflmze wird 16 bis 20 Z. hoch, mit einem haarigen, dicken Stengel,großen herzförmigen Blattern, auch fünf gezähnten Lappen. Der Same wirdim Februar in ein warmes Mistbeet mit Fenstern gesaet, oder im Treib-hause in Töpfe. Sobald die Pflanzen 3 bis 4 Blätter haben, werden sie inein anderes Mistbeet, 4 A. weit aus einander, gepflanzt. Im Mai versetztman sie an einem warmen, der Sonne ausgesetzten Orte ins Freie, inein leichtes, aber kräftiges, mit Pferde- oder Taubenmist gedüngtes Erd-reich, 18 bis 20 Z. von einander. Man gießt sie an und hält sie in der Dürrefeucht. Im Juni erfolgt die Blüthe und die Samenkapsel ist im Augustvöllig eßbar. Die Pflanze ist dann grün, zart und saftig. Man genießtsie gekocht mit Krebsen, Essig, Oel, Eitronensaft und andern Gewürzpflan-zen, auch zu Fleisch, wie Rüben, Möhren, Spinat u s. w. Sie laßtsich auch im December säen, und dann sind frühere Früchte zu erwarten,selbst im nördlichen Deutschland.

Hibridisch , auch Hibrisch, nennt man, was von zweierlei Gat-tungen abstammt, wie z. B. ein Maulthi.r. Hibcidische Pflanzen sindsolche, die aus der Begattung zweier verschiedener Arten hervorgegangen.

Hie! Hie! Such! Such! sagt man zu den Bracken oder Wild-bodenhunden, wenn man ihnen die Fährte oder Spur zeigt, die sie verfol-gen sollen.

Hiebsperioden, sind bei der periodischen Durchforstungsmethodedie 3 Perioden des eigentlichen Holzschlags, welche die Wieberbesamung desBodens, und deren Schutz zugleich mit bezwecken, als der Dunkelschlag,Lichtschlag und der Abtriebsschlag.

Hief- oder Hifthorn, ist ein, nur 1 bis I^F. langes, geradesJagdhorn, das der Jäger auf der rechten Seile an einem Gehänge überder Schulter trägt. Das Instrument ist von Horn gedrechselt und giebteinen sehr gellenden Ton, der weit gehört werden kann, aber das Lhc be-leidigt. Es ist dies das älteste Blasinstrument, das man vormals bei derJagd hatte. Jetzt bedient man sich des Halbmondes oder des Flügelhornsstatt des Hifthornes.

Hier! Hier! Je!! Jci! ist der Abruf des Jägers für die Hüh-nerhunde.