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Hühnerhund.
wieder anleinen. Hat der Hund die Probe bestanden, so rufe man ihn ansich, umgehe das Feld, um Schneidewind zu nehmen, und lasse ihn wie-der ansuchen. Steht der Hund, nach dem gegebenen Zeichen, mit hochge-haltenem Vordertheile und vorgestrecktem Kopse einen Augenblick still, undsucht dann in der nächsten Furche, mit tief vorgestrecktem Vordertheile,vorsichtig und langsam im Schneidewinde gerade vor dem Jäger hin, in-dem er sich oft nach ihm umsteht, so ist seine Geschicklichkeit und Uebungim Suchen vollständig erwiesen. Geht man nun unter Aufmunterung desHundes rasch vorwärts und dieser geht weit kreisend vor einem her, holtsich aber durch vortheilhaftes Terrainabschneiden immer den nöthigen Wind,macht jedesmal, wenn er von einem kahlen an einen hohen Acker kommt,halben Halt und zieht vorsichtig in denselben, sucht unter dem Winde imraschen Trabe, macht die Wiedergänge in Galopp, und prüft jedes Gehege,an welchem er vorbei kommt, mit der Nase, so läßt seine Suche nichts zuwünschen übrig. Läßt man nun den Hund einige Zeit fortsuchen, so ver-ändere man einigcmale die Richtung und gebrauche dabei die verschiedenenAppeUzeichen. Wenn der Hund jedesmal rasch umwendet und in Galoppzu den Füßen des Jägers kommt, so ist sein Appell gut; läßt er aber dasAppeUzeichen mehrercmale wiederholen und kommt nur langsam, bleibt auchwohl in einiger Emfernung wieder stehen, so ist sein Appell schlecht. Wennder Jäger seine Richtung verändert und der Hund sogleich seine Suche dar-nach einrichtet, oder sich jener verbirgt und von dem Hunde sogleich ver-mißt und gesucht wird, so hat dieser die nöthige Aufmerksamkeit. Suchtaber in beiden Fällen der Hund ruhig fort und bekümmert sich nicht umseinen Herrn, so ist er zur Feldjagd ganz werthlos. Bringt man den Hunddahin, wo man eben erst Hühner einfallen sah, und er kommt an den Ort,wo sie bei seiner Annäherung weggelaufen sind, sucht diesen erst durch ei-nige Wendungen zu erforschen, bis er unter den Wind kommt und ziehtdann vorsichtig weiter, so ist sein Benehmen ganz gut. Steht er die auf-gefundenen Hühner und Hasen dann fest und wartet beim Herausfahrendes Zeuges ruhig den Schuß ab, dann kann man ganz zufrieden mit ihmsein. Wenn der Hund beim Apportiren die Hasen rasch und geschickt amUnterleibe im Gleichgewicht, die Hühner vorsichtig, ohne zu quetschen, Raub-zeug aber erst gehörig abwürgend faßt, und Alles im Galopp oder scharfenTrabe bringt, so ist sein Apportiren gut. Um zu erfahren, ob der Hundfest im Stehen ist, thue man, falls er anzieht und steht, als beachte manihn nichts und gehe ruhig seinen Weg fort; bleibt er ruhig stehen und läßtden Schützen eine große Strecke weggehen, so ist er sicher im Stehen fest;springt er aber bald ein und sucht das Wild zu erhäschen, so ist er aufder Jagd unzuverlässig und selten treu im Bringen. Fährt ein Hase vordem Hunde heraus, und er sieht sich nach dem Jäger um, wie es gewöhn-lich dressirte Hunde thun, dieser läßt ihn jedoch unbeachtet, und er läßtden Hasen laufen, indem er ruhig weiter sucht, dann ist er sicher ganz ha-senrein. Spürt er aber dem Hasen nach, jagt ihn wieder auf und gehtihm nach, so ist er nicht hasenrein, und kostet beim Führen immerwäh-rende Aufmerksamkeit. Läßt er sich beim Nachjagen nicht gleich abpfeifen,sondern hetzt, bis er den Hasen aus dem Gesichte verliert, so taugt ernoch gar nicht zur Feldjagd. Läßt der Hund ein zu apportirendcs Wildliegen, so ist er ganz ohne Werth; läßt er es sich von andern Hundenoder fremden Leuten abnehmen, so macht dies schon seinen Werth sehr ge-