714
Hühnerhund.
in mäßiger Bewegung erhallen muß. Auf einen Wurf fallen oft 12 bis 14Junge, die man 24 Stunden bei der Mutter läßt, dann aber 3 bis 4Stück nach Farbe, Geschlecht und Stärke zur Zucht auswählt und dieübrigen entfernt. Wenn man die Hündin entkräftet findet, so giebt manihr reine, ungewürzte Fleischbrühe, mit einem Eßlöffel Leinöl und gutemallen Brote vermischt; in der Folge aber auch dann und wann Brot inKuhmilch geweicht und mit Erbsenmehl bestreut. Auch muß die Lager-stätte möglichst rein gehalten und oft mit frischer Streu versehen werden.Die Mutter muß man anfangs täglich, später auch die Jungen kämmenlaffen. Sollte deffen ungeachtet das Ungeziefer dennoch überhand nehmen,so wende man folgende Salbe an: Man zerquetsche eine Hand voll frischeBrunnenkreffe in einem Mörser, presse den Saft durch einen reinen Lap-pen und vermische ihn mit einem Eßlöffel voll Nußöl und zwei Messer-spitzen geriebenem Saffran. Wenn diese Bestandtheile in einem Serpentin-mörser zur Salbe gerieben sind, bestreiche man Mutter und Junge, einenTag um den andern, am Halse und an den Behängen damit. Wenn diejungen Hunde schon sehen können, werden sie gestutzt, indem man die Ru-the an den Hinterläufen hinablegt, sie 1 Z. über den Hessen zwischen dieFinger nimmt, auf einen Block legt und mit einem scharfen Messer andieser Stelle abschlägt. Bestreicht man die Wunde dann mit etwas war-mem Leinöl und streut Asche darauf, so heilt sie schnell. Werden die Hun-de erst in einem spätern Alter gestutzt, so muß man die Wunde mit einemheißen Eisen brennen. — Da die Hitze bei der Hündin nie regelmäßigeintritt, so muß man sie nur in passender Zeit zur Zucht benutzen, nehm-lich wenn sie in den Monaten Januar bis März fällt; außerdem laßt mandie Hündin verliegen. So wie man die ersten Zeichen der Hitze bemerkt,sperre man sie gleich abgesondert ein, bleibt sie munter und zeigt immergleiche Frcßlust, so wird es in gewöhnlicher Zeit vorüber gehen; ist diesesaber nicht der Fall, so gebe man ihr ein Purgirmittel (1 bis 2 Loth Glau-bersalz), schütte ihr auch am andern Tage einen Theelöffel voll Schießpul-ver ein, womit man die folgenden Tage fortfahren kann, und füttere siemit saurer Milch und Brot. Wollen diese Mittel aber nicht anschlagen,so muß man sie zulassen, und im Fall keine Jungen zur Zucht bleibensollen, so werden alle nach 12 bis 16 Stunden fortgeschafft und die Ge-sänge der Mutter oft ia kaltem Wasser gebadet, oder wenn dieses die Jah-reszeit nicht zuläßt, mit schwarzer Seife, die in heißem Wasser aufgelöstist, lauwarm gewaschen; bei überhand nehmender Entzündung aber werdenUmschläge von Essig und Ziegelmehl gemacht, auch während der Cur einPurgirmittel gegeben, was auch beim Entwöhnen der Jungen anwendbarist. Eine über 2 Jahre alte Hündin halte man nie mehr als 2 mal hin-tereinander vom Zukommen ab, und sorge, daß der Hund wenigstens ein-mal im Jahre den Begatlungstcieb befriedigen kann. Die Jungen läßtman, wenn es die Umstände nur irgend erlauben, 8 volle Wochen an derMutter saugen; unter 6 Wochen gewöhne man sie aber nie zum Futter.Haben sie Brot in frische Milch gebrockt fressen lernen, so entfernt manin 4 bis 5 Tagen die Mutter, füttert dann ebenso lange noch Brot undMilch und gewöhnt sie erst dann an Mehlsuppen, mit etwas Schöpsen-knochenbrühe und Brot. Nach und nach entzieht man ihnen die Milchkostganz, indem man zur gewöhnlichen Hundefü terung übergeht. Von derrichtigen Behandlung des hingen Hundes hangt ganz seine spätere Brauch'