Humus.
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in sehr großer Menge, und können demnach bei vorgcdachter Behandlungeinen sehr bedeutenden Düngerzuschuß liefern. — Wenn der Humus stattleicht zersetzbarer Humussubstanz viel kohlenartige Theile enthält, so nenntman ihn kehligen Humus. Dieser charakkerisirt stch durch seine fastkohlenschwarze Farbe, ist hart und körnig, und wird gewöhnlich an derOberfläche sehr sandiger Bodenarten, oft aber auch unter Wasser angetroffen.Die kohlenartige Substanz geht unter Sauerstoffabsorption nur sehr lang-sam in Zersetzung über, wobei fle aber mehr Kohlenaure als Humussäureliefert, und ist in Alkalien unauflöslich. Durch Wasser ist dieser Humus-art wenig, oft gar nichts zu entziehen. Der kohlenartige Humus ist nochunfruchtbarer als der saure' Humus, da er in der Regel nicht nur wenighumussaure Salze, sondern auch wenig andere Salze enthält. Ein Sand-boden, mag er auch noch so viel von diesem Humus enthalten, ist dennochsehr unfruchtbar, weil er meistens sehr wenig Kalk-, Talkerde und an-dere Basen besitzt. Außer diesen Humusarten unterscheidet man auch nochden sehr viel Wachsharz enthaltenden Humus, wiewohl jeder Humus et-was Wachs oder Harz enthält. Dieser Humus ist entweder braun oderschwarz, nach dem Austrocknen sehr hart, oft körnig, oft in größer» Stückenzusammenhängend. Er wird am häufigsten in den Hochmooren gefunden,wo er die Decke des eigentlichen Torfes bildet. Er ist mit Flamme ver-brennlich; er widersteht mittelst seines Gehaltes von Wachsharz sehr langeder Zersetzung. Durch Wasser laßt sich ihm ebenfalls wenig oder nichtsentziehen, da die löslichen Theile vom Harze umhüllt sind. Seine Aschebesitzt große düngende Kraft. Manche nehmen endlich auch wohl einengerbe artigen Humus an, d. i. einen solchen, der sich aus Gewächsenerzeugt, die viel Gerbestoff enthalten, vornehmlich Heidekraut. Man findetihn da, wo sich diese Pflanzen eingewuchert haben, und er begünstigt nurdie Vegetation derjenigen Gewächse, aus welchen er entstanden, so wie um-gekehrt diese nur da gedeihen, wo sie ihn vorfinden. Für andere Gewächsewird er nur mit der Zeit durch Anwendung der, beim sauern Humus an-geführten, Mittel fruchtbar, und in milden Humus umgewandelt. Eindiesem ähnlicher Humus entsteht aus dem Laube einiger Bäume, beson-ders Eichen, doch wird dieser allmälig durch die Luft auflöslich gemacht.Uebcigens sind alle die hier angeführten Humusarlen nicht streng unterschie-den, und es kommen häufig Uebergänge und Mischungen vor. — Uebcr-haupt kommt der Humus seltener in abgesonderten Lagern als in Vermi-schung mit den Bodenarten vor, und'ist auch nur in dieser Mischung vonNutzen für die Vegetation. Wo er mit zu geringer Beimischung der Grund-erden angehäuft ist, so daß er eine lose schwammige Erdart bildet, muß dieEonsisten; des Bodens erst durch Lehm oder Sand befestigt werden, ehe erdem Pflanzenwachsthum und der Fruchtbarkeit förderlich sein kann. Je nachBeschaffenheit der Erdarten, in welchen sich der Humus vorfindet, kann ereinen verschiedenen Einfluß äußern. Der Thon hält, vermöge seiner Zä-higkeit, die mit ihm vermischten und in ihm zertheilten Partikeln des Hu-mus fest in sich und sichert sie mehr gegen die Einwirkung der Luft. Des-halb und auch weil die Pflanzen ihre Wurzeln im Thon nicht so frei nachallen Seiten hin ausdehnen können, muß ein solcher Boden mit vielemHumus durchdrungen sein, wenn er große Fruchtbarkeit besitzen soll; dage-gen bleibt er aber auch um so länger fruchtbar, wenn er einmal mit einerbeträchtlichen Menge Humus geschwängert ist. Der Thon scheint sich übri-