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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Hund.

Eckschneidezahne und um die nehmliche Zeit werden auch die 3 unterstenBackzahne jeder Reihe durch bleibende ersetzt. Im Üten bis 6len Monatbrechen die 2 obersten bleibenden Backzähne jeder Reihe hervor; auch wer-den um diese Zeit die Hakenzahne gewechselt. Die Mflchzähne liegen vielweiter nach innen, als die bleibenden und man findet daher nicht seltendie alten und neuen Schneidezähne vollständig ausgebildet neben einanderstehend. Die Kronen der Schneide- und Backzahne sind bei ausgebildetenjungen Hunden durchgehends dreilappig zugespitzt und von vorn nach hintenzusammengedrückt, und die zwei obersten Backzähne zeigen im Querdurch-messer eine zunehmende Breite. Im höhern Alter werden die Spitzen ab-gestumpft, die Krone mehr ausgeflacht (der Hund zeigt nach der Jägerspra-che das 2te, 3te Feld), im höchsten Alter werden die Zähne lose, die Eck-schneide- und Hakenzähne beugen sich mehr nach außen und fallen mit12 bis 14 Jahren aus. Im Alter verliecr der Hund fast alle seine äußernSinne, wird unreinlich, unbeholfen und bekommt graue Haare. Alle Racen,Arten und Abarten von Hunden begatten sich nicht nur unter sich, sondernauch mit dem Wolfe, schwarzen Wolfe, Fuchse und Schakaln, fruchtbarund erzeugen fortpflanzungsfähige Junge. Die Begattung (Laufen) desHundes ist, überhaupt genommen, an keine gewisse Zeir gebunden, dochgeschieht sie mehrentheils des Jahres zweimal. Die mannigfaltigen Dienste,welche der Hund in vielfacher Beziehung dem Menschen leistet, sind allge-mein bekannt; da jedoch begreiflich nicht jede Hunderace einem und demselbenZwecke entspricht, so muß man nothwendig jeden für seinen Dienst passen-den Hund wählen. Abstammung der Hunde. Im grauen Alter-thume wurde der Hund überall nur in wenigen Arten angetroffen. UnterBerücksichtigung der besondern Lebensart unserer Voreltern wird es wahr-scheinlich, daß eine besondere Art, Hirten- und Jagdhund, die erstencultivirten Arten gewesen sein mögen. Die Vervielfältigung der Beschäfti-gungen des Menschen führte auch nolhwcndigerweise die Erziehung mehrererneuer brauchbarer Zuchten der Hunde mit sich. Als sich die Menschen vomOrient aus nach den rauhen Klimaten hin ausbreiteten, wo die Kulturkaum die Bedürsniffe der Einwohner befriedigt und kein Pferd ernährtwerden konnte, die Raubthiere aber in Menge den Menschen den Unter-gang drohten, so waien die neuen Einwohner genöthigt, eine Hunderacezu bilden zu suchen, welche sich durch Größe, Kraft, Muth, Geschwindigkeit,Anhänglichkeit und Treue auszeichnete, wozu freilich eine lange Reihe vonJahren gehört haben mag. Daher findet man auch in den nördlichen Län-dern vornehmlich Racen, die einander sehr ähne'n und nur durch den Ein-fluß der Witterung u. s. w. ihre Verschiedenheiten erhielten. Nachdem sichdiese große Race in den weitläufigen Gefilden von Rußland, Dänemark,Schweden, Ncrwcgen und Deutschland ausgebreitet hatte, entstand durchKlima und fortgesetzte geregelte Paarung endlich der große dänischeHund und zu gleicher Zeit wahrscheinlich auch der Schäferhund. Dergroße deutsche Windhund dürste die erste Frucht einer solchen, aufden dänischen Hund angewandten, Erziehung gewesen sein. Aus diesementstand der leichte und gewöhnliche Windhund, welcher in seinenersten Zuchten noch ziemlich robust und starkbeinig war. Durch die Vermi-schung des dänischen Hundes mit dem großen und kleinen Windhunde ent-standen später noch andere wichtige Arten, wovon der Haushund undLuffonsche Dogge die ersten gewesen sein mögen. Die letztere stand