Zweites Capitel.
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gcarbcitetsten Seidcnzeuge zurück erhielten. Neapel nahm vonihnen Tücher von ihrer eignen und englischen Fabrik, Stoffe,Teppiche u. dgl. und gab dafür rohe, gesponnene und verarbei-tete Seide zurück. Sicilien erhielt Sersche, Tücher u. s. w. undzahlte dafür Baumwolle und Seide. Die Waaren Mailand'sbestanden in Pfeffer, Zucker und ähnlichen Gegenständen, wofürverarbeitete Seide zurückgegeben ward; Florenz und Genua nah-men wollene Zeuge und englische Wolle. Florenz führte dage-gen leichte und sehr feine Seidenzeuge, Genua dagegen schwere,als Sammet und Atlas, aus. Nach dieser Uebersicht des Ant-werpner Handels könnte man nicht anders, als voraussetzen, daßdie Bewohner der niederländischen Städte eine besondere Vor-liebe für seidene Gewänder hatten und daß Seide den hauptsach-l chsten Bestandtheil ihrer Kleidung ausmachte; aber von Al-lem, was sie in solchem Ueberfluß erhandelten, wurde fast nichts zuihrem eigenen Gebrauch verwendet. -Niemals,» sagt WilliamTemplc, »gab es ein Land, das so viel einhandelte und so we-nig verbrauchte. Der Einkauf ging ins Unendliche, aber nurum des Verkaufs willen. Sie sind die Engros-Besitzer in-discher Gewürze und persischer Seide, aber sie essen ihre eige-nen Fische und Wurzeln und kleiden sich in Leinen; sie ver-kaufen ihre feinen Tücher an Frankreich und kaufen, zu ihrereigenen Bekleidung, grobes Tuch aus England; sie senden dieschönste, selbst gewonnene Butter ins Ausland, und kaufen, zueignem Gebrauch, die schlechteste aus Irland oder dem nördli-chen England; kurz, sie liefern eine Menge Luxusartikel, diesie nie gebrauchen, und handeln mit Annehmlichkeiten, die sie niegenießen.»
Howcll erwähnt in seiner Weltgeschichte, daß der Köni-gin Elisabeth im 3ten Jahre ihrer Regierung von ihrer Sci-denlieferantin ein Paar gestrickte, schwarzseidene Strümpfe über-reicht wurden, worüber sie sehr erfreut war und nachdem niewieder Strümpfe von Tuch tragen mochte. Es läßt sich vor-aussetzen, daß schon allein Elisabeths vorherrschender Hang zumPutz hinreichend gewesen sei, sie zu vermögen, den Manufaktu-ren eines so eleganten FabrikatS, als die Seide, jede möglicheAufhülfe angedeihcn zu lassen; dennoch scheint es nicht, daß die-selben während ihrer Regierung einen sonderlichen Fortgang ge-habt hätten. Wahrscheinlich genügte es ihr, für ihren persönli-chen Bedarf versorgt zu sein und wünschte sie vielleicht, daß dasTragen scidncr Strümpfe ein königliches Prärogativ bleibe ; und