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Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
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Dritter Theil.

freiet die Einschnitte der Bobine von dem Haken v und die Ma-schine ist wieder in Bewegung. Die mit mehrfachen Fadenangefüllten Bobinen werden nun noch einmal zu der Zwirnma-schine gebracht und auf derselben gezwirnt. Das Verfahren da-bei ist dem zuerst beschriebenen gleich, nur mit dem Unterschiede,daß Spindel und Flieger eine verkehrte Bewegung erhalten.Bei diesem Verfahren wird die, nun in Organsin verwandelteSeide statt auf Bobinen, aus Haspel gebracht, und nachdemsie auf denselben in Stränge gebunden ist, wird sie abgenom-men und zum Gebrauch oder Verkauf verwendet. Ehe diesesindessen geschieht, wird die Seide, um das Verwirren derselbenzu verhüten (eine Eigenschaft, die sie durch das Zwirnen be-kommt), ehe sie abgenommen wird, zwei bis drei Minuten demDampfe ausgesetzt, welches, ganz erwiesen, die Seide auf dieDauer glättet. Diese Erfindung ist neu; früher tauchte mandie Haspel in heißes Wasser; ein minder wirksames und lang-wieriges Mittel. Der Grad der Festigkeit, den man der Seidedurchs Zwirnen giebt, richtet sich nach dem Fabrikat, welchesdaraus gefertigt werden soll, und hängt, wie schon beschrieben,von dem relativen Umfange des Rades und Getriebes »r derZwirnmaschine ab. Die so gezwirnte Seide heißt harte Seideund muß durch Kochen von dem Gummi befreiet werden, wel-cher sie hart macht und daS Annehmen der Farbe hindert. DieSeide wird 4 Stunden in reichlichem Wasser gekocht, deMman einen Zusatz von Seife, vom Betrage eines Dcitthcilsdes Seidengewichts, zusetzt. Diese befördert die Auflösung desGummis und macht die Seide weich und glänzend.

Die Seide, welche durch die vorgängige Behandlung, bissie Organsin geworden, schon 5 — 7^ pr.Eent. ihres Gewichtsverloren hat, verliert davon nach dem Kochen noch so viel, daßvom Pfund nur 12, oft nur 11-^Unze übrig bleiben. BeimGs-schäft des Kochens ist die größte Vorsicht nöthig, damit die Sei-denfäden nicht verbrannt werden, was sich sehr leicht ereignetund für den Färber oder Manufacturistcn von dem größtenNachtheil ist. Wenn die Seidcnstränge vermöge des darin ent-haltenen Gummis, sich an den Boden des Kochgcfäßes ankle-ben, so kann sich die Hitze natürlich nicht dem Wasser mitthe>'len und concentrirt sich in der Seide, die dadurch verkohlt ""ganz vedrorben wird. Ist der Nachtheil des Verbrennen» aberoft auch nicht so sichtbar, so macht er sich doch später unter deHand des Webers geltend und verursacht ihm solches Ungemaw