Addition
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Den Ruf verdankt diese Frucht den Orientalen mosaischen Glaubens, die bei ihrem Lauber-hüttenfest einige Bouquets circuliren lassen, in denen ein Adamsapfel, ein Palmenblatt undeine Weidenruthe die nothwendigsten Ingredienzien sind. Ueber die Deutung dieses Gebrauchs
ist man im Zweifel. Die einen wollen darineinen Hinweis auf den Urahnherrn, auf dasLand, wo die Palmen blühen, und den jetzigennordischen Wobnsitz erblicken. Andere nehmenden Adamsapfel als Symbol des Prächtigenund Reichen, die Palme als das Symbol er-habener Stellung und die Weide als Hinweisauf niedere, gedrückte Verhältnisse.
Die Orientalen empfangen die Adams-äpsel kistenweise von Korfu und Corsica. EineKiste hält 20 — 25 Stück unv kostet ebenso-,viel Thaler. Allein es ist fast alles Ausschuß,und die wenigen sckönen Exemplare werden mitfünf und mehreren Thälern bezahlt. Besondersgeschätzt sind die Früchte, die übereinanderzwei Reiben von Warzen tragen, vergleich-bar dem Male eines menschlichen Bisses. SolcheSpecimina sollen schon bis zu 50 Thlr. gekostethaben. Eingedenk des alten Spruches: miscereutile dulci (das Nützliche mit dem Süßen zuverbinden), werden in Polen die beim heiligenFeste benutzten Früchte in Scheibchen geschnittenund genossen: allein das Süße muß ihnen erst mit Massen Zucker beigebracht werden, dem sie.alsdann ihr eigenthümliches Aroma ertheilen. Die Abbildung zeigt einen blühenden Zweig nebstFrucht in % der natürlichen Größe.
Addition oder Sumniation ist eine der vier Species ober Grundoperationen des Rech-nens und hat die Vereinigung zweier oder mehrerer gegebenen Zahlen zu einer einzigen, welchedann den Inbegriff aller in jener enthaltenen Theile bildet, zum Zwecke. Die gegebenen Zahlenheißen die Addenden oder Summanden, die gesuchte Zahl die Summe. Zur wirklichen Voll-ziehung der Addition ist erforderlich, daß die Addenden untereinander gleichmäßige Zahlen,d. b. Zahlen von gleicher Einheit sind: ist dies nicht der Fall, so kann die Addition nur angedeutetwerden, was dadurch geschieht, daß man die Addenden, durch das Pluszeichen (~|—) verbunden,nebeneinander stellt. Das letztere geschieht im allgemeinen, um die. Forderung der Additionanzuzeigen, und 1 + 4 heißt daher, daß 4 zu 1 hinzugezählt werden soll. Das Verfahrenbei der Vollziehung ausführbarer Additionen ganzer und gebrochener Zahlen braucht hier nichtnäher erläutert zu werden, wol aber sei auf einige Vortheile hingewiesen, deren Anwendungdas Addiren ganzer Zahlen (und gleichartig mit diesen zu behandelnder Decimalbruchzahlen),besonders bei größern Zahlenreihen, nicht unwesentlich erleichtert, wobei vorausgesetzt wird,daß man die Addenden in der üblichen Weise untereinander jetzt. Zunächst muß man sich daranzu gewöhnen suchen, mindestens zwei Ziffern mit einem Blick zu fassen und sofort ihre Summezu denken: statt also in einer größern Reibe 4 und
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erst zusammen zu zählen, fasse man beide auf den ersten Blick als 0 zusammen und schreite dannin der Addition weiter. Eine größere Uebung läßt dies auch mit drei Ziffern gelingen, besonderswenn sie kleine Zahlen bezeichnen, sodaß man z. B. 2
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in einen Blick nimmt und unmittelbar als 10 faßt. Beschränkt man sich auf Zifsernpaare, sovereinfacht sich die Addition in der nebenstehenden Weise, man addirt thatsäch-lich nur 14 -s- 16 -s- 5. Man bat dabei freilich Zahlen zu addiren, welcheüber 10 Hinausliegen (14Z-16), während die einfache Addition der Einerdiese kleine Mühe vermeidet: allein selbst der wenig geübte Rechner kann sichhieran leicht gewöhnen, wie ja das einfache Zifferrechnen überhaupt wesentlichSache der sichern Gewöhnung ist und, wenn es rasch vor sich gehen soll, in der
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