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Die Forstwissenschaft
theils verlangen, theils vorziehen, stehen Erle und Esche obenan, ihnen folgenUlme, Fichte, Hainbuche, Eiche, Sahlweide, Ahorn, Weißtanne, Buche, Lärche,Aspe, Birke, Kiefer. (M. vgl. im 8- 1 die Gradation in Ansehung der Luft-feuchtigkeit). In Ansehung der Lockerheit und feinen Zertheilung folgende Gra-dation: Ulme, Esche, Hainbuche, Erle, Kiefer, Eiche, Linde, Buche, Weißtanne,Birke, Aspe, Lärche, Fichte; insofern dabei aber zugleich der Grad der Abnei-gung gegen Zähigkeit und große Bindigkeit des Bodens gemeint ist, steht dieLärche der Kiefer gleich. In Ansehung der Tiefgründigkeit: Eiche, Ulme, Esche,Kiefer, Buche, Weißtanne, Erle, Hainbuche, Lärche, Birke, Hasel, Aspe, Fichte.
5) Diese Andeutungen, welche wir leider hier nicht weiter in ihren Be-dingungen rc. ausführen und auf das zu wenig bestimmte electrogalvanischeVerhalten ausdehnen können, mögen zur allgemeinen Uebersicht hinreichen. Aberauch die Fruchtbarkeit des Bodens für andere Gewächse erhält durch forstlicheSchädlich- oder Nützlichkeit derselben nähere Beziehung aus den Waldbau (m.s. Nr. 5 des 8. 7.). Deshalb, sowie wegen der mittelbaren Schlüsse auf Bo-dengüte, hat der Fvrstwirth auch die Bodenbedecknna mit anderen Gewächsen,namentlich mit Gras (Rasen), Heide, Heidelbeeren, Ginstern, Besenpfriemen,und manchen anderen, den Boden und die Stufe seiner Vegetationskraft charak-terifirendeu phänerogamischen Pflanzen, sowie mit Moosen und anderen Kryp-togenen, ins Auge zu fassen.
§. 4. Vorkommen und Verbreitung.
Das Studium der vorhergehenden 88- (wobei das Zusammen- und mit-unter Entgegenwirken der verschiedenen Stellen, welche die Holzarten in denangegebenen Gradationen einnehmen, nicht außer Acht bleiben darf) bahnt denWeg zur Erklärung von Vorkommen und Verbreitung.
Wem es darum zu thun ist, möge für jede der erwähnten Kategorieen und GradationenSpalten, mit einer Eingangsspalte für Angabe der Holzart, ziehen, und in diese Tabelle dieOrdn. Nr. der Stelle, welche die Holzart einnimmt, in jede corrcspondircnde Spalte eintragen.
Im Allgemeinen gehören unsere erwähnten Waldbäume zu den „geselligen"Gewächsen und bilden dadurch von Natur den Wald, so daß, wenn die Men-schen weggingen, nach hundert Jahren unsere Feldfluren mit Wald bedeckt seinwürden. Aber in diesem Vorkommen zeigen die Holzarten eine Verschiedenheit,indem manche, in Folge minderer Bodenstetigkeit oder größerer Ausdehnung derihnen zusagenden Oertlichkeit, in Verbindung mit gleichzeitig reichlicher Samen-erzengung, größerer Zählebigkeit, Widerstand gegen Unterdrückung und Unter-drücken (Beschatten, Verdämmert) anderer Arten, bis ins höhere Lebensalterfortdauerndem dichtem Kronenschlusse, größerer Fähigkeit der Unterhaltung undVermehrung der ihnen zusagenden Nährkraft des Bodens, längerer Lebensdauer rc.— für sich in „reinen" oder doch von ihnen in überwiegend größerer Mengegebildeten Beständen große Strecken bedecken („unbedingt herrschende", „für sich"gesellige Holzarten, wie Rothbuche, Fichte, Kiefer, nach Umständen, daher „be-dingt herrschende," wie Wcißtanne, Lärche, Eiche), andere dagegen lieber unterden ersteren gemischt „eingesprengt" erscheinen. Zu den letzteren, den „unter-geordneten" Holzarten, welche sich anderen gern beigesellen, so selten sie auchrein auftreten, gehören vornämlich Ahorn, Esche, Ulme, nächstdem wenn auchmitunter herrschend, Erle, Birke, Hainbuche, Aspe, Sahlweide. Je weiter inunserer Hemisphäre nach Norden, desto minder mannigfaltig wird die Mischungder Bestände anS verschiedenen Holzarten, natürliche Folge der Verminderungder Arten, deren Mannigfaltigkeit dagegen nach Süden hin zunimmt. In derGröße ihrer Ausbreitung folgen von Norden nach Süden (oder mehr von