Waldbaulehre.
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N.O. nach S.W.): Birke, Fichte, Kiefer, Vogelbeerbaum (Eberesche), Aspe,Sahlweide, Linde, Erle, Lärche, Esche, Eiche, Ahorn, Buche, Hainbuche, Weiß-tanne, Ulme, im Allgemeinen das Nadelholz im Norden, das Laubholz im Sü-den mehr ausgebreitet. In der Höbe über der Meeresfläche (Höheregion, §. 2),bis zu welcher die Holzarten noch vorkommen (deren äußerste Gränze in Deutsch-land von Norden nach Süden von 3700 bis 6800 Par. Fuß steigt) kann fol-gende Reihenfolge als durchschnittlicher Anhalt dienen: Legforche oder Krumm-holzkiefer, Zürbclkiefcr (Arve), Vogelbeerbaum, Lärche, Fichte, Weißtanne, Birke,Ahorn, Buche, Esche, Kiefer, Hainbuche, Eiche, Ulme. Aus der Vergleichnngdieser Gradation mit der ihr vorhergehenden ist n. A. zu entnehmen, daß dieBuche zu größerer Höhe über der Mceresfläche als die Eiche, diese dagegenmehr nach Norden vorrückt, als die Buche. Im Ganzen kommt das Laubholznicht so weit im Gcbirg hinauf vor, als das Nadelholz, und unter diesem wirdz. B. die Fichte, welche in gemäßigten Zonen vorzugsweise der Region desGebirgs angehört, im Norden ein ursprünglicher Baum der Ebene.
Üebrigcns ist auch stoch die zufällige Verbreitung und diejenige, welche dieKunst veranlaßt, von derjenigen des durchschnittlichen natürlichen Vorkommenszu unterscheiden. In Folge des Strenrecheus und anderer Unbilden, welchedie Wälder von der nugcmesscnen Genußsucht der Menschen erlitten, hat na-mentlich die Verbreitung der edlen Lanbholzarten (Buche, Eiche, Esche, Ahorn)sehr abgenommen und diejenige der Fichte und Kiefer sehr zugenommen.
Die Literatur für die Gegenstände des vorstehenden Kapitels gist zahlreich nnd doch lücken-baft. Für nnsere Leser heben wir folgende Werke hervor: i) I. Chr. Hundeshagen, Lehr-buch der forst- nnd landwirthschastlichcn Naturkunde, 2. Abth., Anatomie, Chemismus und Phv-fiologie der Pflanzen, Tübingen >828; 3. Abth. Bodenkunde, Tübingen 1830; 4. Abth. dieLehre vom Klima (heransg. von Klauprccht), Karlsruhe 1841; — 2) B. Cotta, Anleitungjstm Studium der Gcognosie und Geologie rc., Dresden 1839—1842; — 3) Luft-, Boden-«nd Pflanzenkunde in ihrer Anwendung auf Forstwirthstbast, von vo. Th. Hartig, Stuttgartund Tübingen 1840 (zugleich 1r Bd. d. 8. Anst. von G. L. Hartig's Lehrbuch für Förster);— 4) über die geographische Vertheilung der Waldbänme Europas von Gustav Gaud im22.Hefte der neuen Jahrbücher der Forstknndc vvn Wedckind. S. 64 rc.; — 5) Ilo Th. Har-tig's Lehrbuch der Pflanzenkunde in ihrer Anwendung auf Forstwissenschaft. Berlin 1843 bis1846 (10 Hefte mit Abbildungen, das beste deutsche forst botanische Werk).
K. S. Größe nnd Gestalt der Holzarten.
Unsere Waldbäume übertreffen alle übrigen Gewächse an Größe. FichteWeißtanne, Buche, Eiche, Lärche können zu 130, ja die beiden ersteren zu 170Fuß Höhe nnd zn einem unteren Durchmesser von 4 nnd 6 und mehr Fuß(z. B. Wcißtanne bis zn 10 Fnß) beranwachsen; Ulme, Esche, Ahorn, Hain-buche folgen jenen Holzarten in der Größe, ihnen die Aspe, Erle, Birke, welcheletztere meistens nur 50 Fnß Länge nnd einen Fnß unteren Durchmesser beiuns erreicht; die Hasel ist gewöhnlich nur ein Strauch nnd die Krummholzkicser,Bewohnerin der höchsten Bergregionen, übersteigt ebenfalls selten die Strauch-größe. In den Dimensionen von Länge und Dicke finden nach Verschiedenheitdes Standorts und der Waldbehandlnng die größten Schwankungen statt. Siebilden, sowie die Schaft- und Kronensorm, die Ramification, die Dichtigkeit derBelanbnng (Baumschlag) wesentliche Gegenstände der Betrachtung der speciellenWaldbau- nnd Holzcrtragslehre. Nicht minder wichtig ist Starke, Verthci-lung, Ausbreitung und Richtung der Wurzeln, die man hiernach in Pfahl-,Herz- und Thau- (Tag-) Wurzeln, auch in Stamm-, Ast- und Faser- (Haar-und Zascr-) Wurzeln eintheilt. Größe und Gestalt der Bäume bieten an sichschon für die vergleichende Forstbotanik ein weites Feld dar, auf welchem wir