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Encyklopädie der Forstwissenschaft / von G.W. v. Wedekind
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Die Forstwissenschaft.

Fichte, Kiefer.*) Mäuse schaden ebenfalls mitunter, namentlich durch Fressendes Samens und Schälen der Rinde; Auswüchse junger Hainbuchen und Buchenwerden in manchen Jahren streckenweise durch Mäuscschaden ganz verwüstet.(Die Mittel gegen diese Beschädigungen sehe man §8- 57, 58).

Brauchbarkeit des Holzertrags.

Die Brauchbarkeit des Holzes (Einleitung I.) beruht auf mehreren Eigen-schaften. Hierunter steht die der beim Verbrennen erfolgenden Wärmeentwick-lung, dieHeizkraft," oben an, welche, nebst anderen die Annehmlichkeit desGebrauchs erhöhenden Eigenschaften, hauptsächlich den Werth des Brenn- oderFeuerholzes bestimmt. In Berbindung hiermit steht die Brauchbarkeit zurDarstellung von Kohlen und die Verschiedenheit der Holzarten in Ansehungder Hitz- und Schmelzkraft ihrer Kohlen. Die übrigen Eigenschaften, welcheden Gebrauch des Holzes zu Bauten, Geräthen, Mobilien, Werkzeugen, Ma-schinen und Vorrichtungen bedingen, sind: Textur, Dichtigkeit der Holzmasse,Schwere, Härte, Festigkeit, Zähigkeit, Biegsamkeit, Federkraft, Spaltbarkeit,Wasscranziehung, Werfen, Schwinden, Schwellen und Aufreißen, chemischesVerbalten, Dauer, mitunter auch Farbe. Diese Eigenschaften erleiden erheblicheAbänderungen nach dem Standorte, nach der dadurch veranlaßten Art undSchnelligkeit des Wuchses; sie verdienen ausführliche Erörterung in einem Hand-buche der Forstwissenschaft und insbesondere der forstlichen Technologie; ihrenumerischen Verhältnisse sind bei weitem noch nicht genügend ausgemittelt (m.s. die §8- 53 u. 114).

§. g. Brauchbarkeit anderer Walderzeugnisse zu Ncbennutzungcn.

Die Betrachtung der Eigenschaften der Baumthcile zeigt, daß sie alle aufdie eine oder andere Weise nutzbar sind. Wir heben die folgenden hervor.

1) Das Laub wird im grünen (oder grün getrockneten) Zustande durchseine nährende Eigenschaft für das Vieh, im abgestorbenen Zustande durchseine Gebrauchsfähigkeit zu Streu und Dünger nutzbar; in ersterer Hinsicht(als Viehfuttcr) läßt sich folgende Rangfolge der Holzarten annehmen: Ulme,Esche, Linde, Sahlweide, kanadische Pappel, Eiche, Hainbuche, Ahorn, Buche,Äspe, Fichte, Wcißtanne. In letzterer Hinsicht (als Streu- und Dungmittel):Buche, Ahorn, Ulme, Linde, Kiefer, Weißtaune, Fichte, Lärche, Hainbuche,Esche, Erle, kanadische Pappel, Eiche, Aspe, Birke. Zum Färben und Gerbenfindet gleichfalls mitunter Anwendung des Laubs statt.

2) Die Rinde der meisten Bäume enthält Gerbestoff, theilwcise auchFarben und es läßt sich folgende Rangfolge der betreffenden Holzarten für ihreEignung als Gerbemittel insgemein annehmen: Traubeueiche, Stieleiche,Birke, Fichte, Lärche, Weide, Esche, Erle, Kiefer, Ulme. Der B äst einiger Holzarten(z. B. Linde, Ulme) ist so zähe und biegsam, daß er zu Matten und anderenFlechtarbeiten sich verwenden läßt. Manche Rinden enthalten auch Stoffe zumedizinischem Gebrauch, namentlich Surrogate der China-Rinde (z. B. Weide,Roßkastanie).

3 ) Samen und Früchte dienen, nächst ihrem sorstmännischen Nutzen,zur Waldkultur, durch die bekannten nährenden Eigenschaften verschiedener Holz-arten für Menschen und Thiere, theilweise auch durch ihren Oelgehalt. DieAnwendungen der Samen zum Färben, Gerben, zu Stärkmchl, geistigen Ge-

*) Ungewöhnliche z. B. Lärchen und gepflanzte Holzarten erleiden dnrch Wild öftere Be-schädigungen.