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Encyklopädie der Forstwissenschaft / von G.W. v. Wedekind
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Bedeutung des Waldbaues und der Betriebsarten. 47

tränken, Zucker, sind unbedeutend. Dasselbe gilt von den Blüthen lz. B.Linde).

4) Der Saft, insbesondere von Nadelhölzern, wird zu mannigfachenBereitungen verwendet von Terpentin, Pech, Kienruß, Theer (letzterer auch vonBirken). Der Zuckergehalt mancher Holzarten (Ahorn, Birke) ist von keinerBedeutung für Ertragserhöhung unserer Waldungen.

Auch die außer den Bäumen im Walde vorkommenden Gewächse, sodannTorf, Erden, Steine u. s. s. geben zu Nebennutzungen Anlaß (m. s. die §§.45 bis 49).

Zweiter Abschnitt.

Bedeutung des Waldbaues und der Betriebsarten.

8. 10. Begriff und Wesenheit des Waldbaues; Hauptmomente seines

Betriebs.

Hervvrbringung und Erndte der Walderzengnisse bilden die hauptsächlicheAufgabe des Waldbaues; er theilt sich hiernach (m. s. Einleitung, I.) in dieHolzzucht," welche wir in einer besondern Abtheilung abhandeln, und indie Waldbchandlung rücksichtlich derNebennutzungeg." Die Lehre derletzteren ist daher Gegenstand der auf jene folgenden Abtheilung; sie wird vonAnderen zu demjenigen Fache der Forstwissenschaft, das manForstbenutzung"nannte, gerechnet, gehört aber zur Wesenheit des Waldbaues, zugleich mit derHervorbringung des Holzes in Wechselwirkung stehend.

Die Holzzucht begreift hier Holzerzeugung durch den Wald. Sieheischt, Hervorbringung und zweckentsprechende Pflege des Bestands, desWerkzeuges der Holzbildung auf der gegebenen Fläche (m. s. d. Einleitung, I.)Der Bestand wird hervorgebracht durch den Holzanbau, welchen man, in sofern er durch Saat aus Menschenhand oder durch Pflanzung geschieht, auchdiekünstliche" ,Holzzucht oderkünstliche Verjüngung" genannt hat, im Ge-gensatze zu der durch Abfall des Samens der Mutterbäume erfolgenden soge-nanntennatürlichen" Verjüngung. UnserHolzanbau" lehrt in dem ihmgewidmeten Abschnitte gegenwärtiger Darstellung zugleich die allgemeinen Be-dingungen der HolzbestaiidSbegründiing, somit auch diejenigen der natürlichen.Der darauf folgende, derSchlagsührung" gewidmete Abschnitt lehrt so-dann, was nach Maaßgabe der Betriebsart, bei der Schlaganlage, der Fällungund Bcstandsstellung für den Zweck der natürlichen Verjüngung, wenn dieselbevorliegt, geschehen muß; die Schlagsührung lehrt aber auch, wie nach erfolg-tem Abtriebe des Mutterbcstands und Begründung eines neuen Bestands diesermittelst Fällung und Bestandsstellung in demselben zu möglichster Vollkommen-heit und Erträglichkeit herangelstldet werden soll. Das Alter, worin dieses Zielnicht allein erreicht, sondern es räthlich ist, dem Leben des Bestands ein Zielzu setzen, nennt man Hau barkeits alter, insbesondere dasökonomische;"während mau unter demnatürlichen" bald dasjenige, welches die Statur demBaumleben zum Ziele setzt (m. vgl. §. 6. Nr. 3.), bald dasjenige der bestenFähigkeit zur Fortpflanzung oder znm WicderauSschlage der Stocke anfleht,und man endlichtechnisch Haubar" den Baum nennt, der zu einem bestimmtenZwecke die erforderliche Größe und Beschaffenheit, so wiemcrkantilisch Haubar"den Baum oder Bestand, der die zum Verkauf Vortheilhafteste Beschaffenheiterreicht hat. In dem letzten Abschnitte der Holzzucht behandeln wir dieLehre von der Holzerndte, da deren Verfahren noch einen wesentlichen Be-standtheil des Waldbaues bildet und mit der Holzzucht in näherem Zusammen-hange steht.