Sehr schwierig aber ist die Besliinmiing vieler Laute in mchrsylbigenWörtern aus romanischem Ursprünge. Hierbei gelten nun folgende Regeln:Zuerst ist die allgemeine Geneigtheit, die vorvorlctzte Sylbe zn betonen,von Wichtigkeit. Besteht nämlich das letzte Sylbenpaar aus zwei Sylben, derenerstere in einen Vokal endet und die letztere mit einem Vokal anfängt, so hatder acccntuirte Vokal e, o, u vorher einen gedehnten Laut, wie dieß obenbeim Syllabiren angegeben ist, vor i-»>, >»»>-> ion f. v>., so auch vor denlateinischen Wörtern auf ium, wie medium. Ausnahmen bilden (delirium)impetuous, especial, perpetual, discretion und das französtsche battalion,
welche kurz sind. — Beginnt aber die letzte Sylbe mit einem Consonanten,so ist der acccntuirte vorvorlctzte Laut, dafcrn die vorletzte aus einem bloßenVokal besteht, lang, dafcrn aber ein Consonant dazwischen tritt, kurz und ge-schärft, also: piety (ei), deity (t), severity (c). Doch behält das u den ge-dehnten Laut, z. B. impunity. Ausnahmen machen scarcity und rarity (inder Bedeutung: Seltenheit), glorify, notify, welche lang sind.
Dasselbe gilt von solchen Sylben, die noch weiter zurück aecentuirt sind,z. B- in den Wörtern auf tory, wovon bei den Regeln über Betonung.
Diese Geneigtheit, den Ton nach der Verkürzung der Endung auf einebestimmte Sylbe zu setzen, macht, daß der Laut sich derselben oft fügen mußund danach abgeändert wird. Daher erkennt man leicht die Lautverwandlung
wie in severe (ih) und severity, academy (dimi), academical (dein), aca-demia» (tu), biped, bipedal. — Aus demselben Grunde sind aber alle andernauf der drill- und viertleßten Sylbe accentuirten Wörter, die in den mehr-sylbigcn vorherrschen, geschärft, und lauten als ob sie den folgenden Consonan-ten verdoppelten, wie prevalent, orator, senator, necessary, mit Ausnahmedes u. Auf gleiche Weise ändert sich der Laut, wenn ein Wort der Sylben-menge wegen noch einen Nebenaccent hat und dieser einen solchen Vokal trifft,z. B. nigrescent (tlCt), nigrificalion (,,ig).
Ein zweites wichtiges Moment für die Ansfprache der Vokale ist die Ueb-lichkcit, wie lateinische und griechische Wörter in der Schule gesprochen wer-den. Gewöhnlich folgen sie der Syllabirungsregcl, wenn diese nicht durchobige Bctonungsrcgel aufgehoben wird. Dabei sind besonders bemerkenswerthdie lateinischen Plurale auf i (ei) und die griechischen Endungen e (i), also:
magi, literati, acme, epitome; auch alibi, lapislazuli, elemi lauten ei, (da-gegen behalten die italienischen Plurale ihr i).
Hierbei ist zu bemerken, daß öfters die Aussprache schwankt, z. B. in (idea),
idolatry, identity, idoneous, irascible, isosceles, itinerary, das i V0N Eini-gen i, von Andern ei gesprochen wird. Auf einige Vorsylben hat man be-sonders zu achten. Die Anfangssylbe bi lautet nur bei, wen» es von bis her-kommt; daher bitumen, bi. Chir, vom griechischen cbeir, ist lang, sonst einkurz: chimerical. Ci ist nur lang in eibarious und citation, Di t|t immerkurz, wenn ein Consonant folgt, außer in »ligladiation, dssodicatio», dinurne-cation, divaricate, direption, diruption, (über verschiedene andere herrscht Un-einigkeit; wir halten uns an Walker). Fi ist stets kurz, so auch pbi vom grie-chischen pliileo, pi Ulld pli; pri ist kurz in primer, si Mir ill simultaneous;ti immer; vi ist sehr schwankend, doch eher kurz in vicinity, vicinal, vicissi-tude, vituperate, vimincous, virago.
Aus derselben Gewohnheit rührt die Art her, wie die Doppelvokale infremden Wörtern gelesen werden. Aa stets wie äh; ae, als Ende der Sylbe,wie ih, sonst ä, also Caesar (ih), Aetna (ä); auch kurz, wenn es den Reben-ton hat, wie Aenobarbus. Ausnahme macht Daedalus (e). Dasselbe giltvon oe, nur kurz in assa-foetida. Es versteht sich, daß, wenn diese VokaleUrsprünglich getrennt waren, sie es bleiben, wie aerial, coequal, coerce. Auin griechischen Endungssylben lauten getrennt: Archelaus, Menelaus, wie eh-ös.
Dieselbe Beibehaltung der Laute nach fremden Sprachen findet sich auch,mit einigen analogen Abweichungen, in Wörtern ans den neuern Sprachen.So lautet ei wie kurz e in nonpareil (eil), eo wie uh illgaleon; i wie lan-
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