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Chronologischer Abriss der Weltgeschichte : zunächst für den Jugend-Unterricht / Fr. Kohlrausch
Entstehung
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Durch diese beiden Zugaben ist daS Ganze, gegen seinen ersten Umfang, freilich um das Doppelte gewachsen, und auchder Preis hat von dem Berleger um ein Kleines erhöht werden muffen; allein ich glaube eben dadurch meiner, von dempraktischen Bedürfnisse ausgegangenen und dasselbe stets im Auge haltenden, Arbeit die möglichste Vollendung gegeben zuhaben, so das; sie für die ganze Schulzeit eines Schülers ausreichen und auch seinen späteren geschichtlichen Studien zumLcidfaden dienen kann. Schon bei der ersten allgemeinen Uebersicht kann der chronologische Abriß, nach Anleitung der groß-gedruckten Zahlen, zum Grunde gelegt werden; er reicht'cbenjalls aus im zweiten Kursus, welcher die Völkergeschichtcn imZusammenhange vornimmt; bei dem dritten, univcrsalhistorischen, Kursus werden mit dem Abrisse die beiden synchronistischenTabellen in Verbindung gebracht. So oft die eine oder andere Reihe der Geschichte durchlaufen oder ein einzelner Abschnittwiederholt wird, sey dem Schüler sein Abriß zur Hand. Je öfter das Auge, abwechselnd mit dem Ohre, lernt und dieeigenthümliche Klarheit seiner Eindrücke denen jenes andern Sinnes hinzufügt, desto fester werden sich die Bilder dem Ge-dächtnisse einprägen. Darum ist eS wichtig, daß die Schüler das gleiche Hülfsmittel Jahrelang gebrauchen; eS kann ihnendie Sicherheit der Gcdächtnißübcrsicht für das ganze Leben geben.

Diese Sicherheit wird auch wesentlich gefördert, wenn der Schüler immer bei dem historischen Unterrichte Karten zurHand hak, auf denen die Hauptvcränderungen, welche die politische Gestalt der Länder im Lause der Zeiten erfahren hat,und die bedeutendsten Namen, an welche geschichtliche Erinnerungen geknüpft sind, angegeben sind. Ein solches Hülfsmittelhar der Herr Prediger Möller durch einen kleinen historischen Schulatlas geliefert, welcher vorzugsweise zumGebrauche bei dem gegenwärtige» Gcschichts-Abrisse bestimmt ist, aber auch abgesondert davon gebraucht werden kann.

.Um Mißverständnissen vorzubeugen, glaube ich noch die Bemerkung hinzufügen zu müssen, daß ich durch die ncuhinzu-gekommcne Uebersicht der alten Geschichte nicht eigentlich dem Lehrer habe einen Leitfaden für seinen Vertrag geben wollen.Einige Abschnitte dieser Uebersicht sind vielmehr absichtlich etwas ausführlicher behandelt, weil sie, ihrer Natur nach, imSchulunterrichte nicht so ausführlich vorkommen, wie z. B. die Geschichte des Streites der Nachfolger Alexanders und dieder einzelnen aus der Theilung entstandenen Reiche, und ferner die römische Kaiser-Geschichte nach Mark Aurels Tode.Der Geschichtslchrcr, der die Bedeutung seines Faches kennt und kaum die Zeit zn finden weiß, um aus der übergroßenMasse des wahrhaft Wichtigen das für das Gemüth der Jugend Bedeutendste mit einiger Ausführlichkeit vorzunehmen, wirdgewiß nicht lange bei den eben genannten Abschnitten der Geschichte verweilen; allein der fleißige Schüler der oberen Klaffenmöchte doch auch von ihnen einen Ueberblick haben, um nachzusehen, wenn ihm etwas Einzelnes daraus anderweitig vor-kommt. Für diesen Zweck bin ich hierbei, und auch an andern Stellen, ausführlicher gewesen, als der Lehrer in derSchule seyn wird.

Münster , im Februar ;8zc>.

F. Kohlrcmsch.

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