In Bern muß ich besonders noch Sie GefälligkeitSes Bibliothekars Tscharner rühmen, welcher unsalle Handschriften und Bücher mit voller Freiheit ge-währte: um so erwünschter, als uns das böse Wetter1»te Muße gab. Aber auch die Wichtigkeit dieser Hand-schriften, die wir schon aus dem Sinnerischen Der»zrichnisse kannten, und darunter besonders die aus demBongarsischen Nachlasse, machte uns fleißig.
Ich fand mehre merkwürdige Altdeutsche Gedichte(auch ein altes Niederländisches Wörterbuch auf Per-gament geschrieben), und schrieb fast alles ab. In ei-nem Pergamentkodex des täten Jahrhunderts, fand ichmitten unter Lateinische» Geschichtwerken, eine Reihevon Minneliedern: eins von Heinrich vonM orung e, das in der Manessischen Sammlung fehlt,und abermals von Nitha rt ein Lied, genannt derRosenkranz , in welchem ich sein halbdunkles Enger-lin entdeckte, auf welches Heinrich von Vri-herg in der Fortsetzung von Gottfrieds vonStraß bürg Tristan anspielt. In einer andernPergamenthandschrift derselben Zeit befand ssch Lasschöne Gedicht von dem Wettstreite zweier Kloster-frauen über die beiden Johanse, denTäufer und «Evangelisten, ihre Schutzheiligen, Lurch deren Erschei-nung er zur Ehre Gottes gestillt wird. Der Dichter,den Docen schon bekannt gemacht hat (in unserm Mu-seum), nennt sich hier vollständiger Klein Heinze.