Arnica
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Arrundclöl
Amsterdam, Rotterdam und Emmerich bis an diepreußische Grenze. Der Handelsverkehr ist sehr be-deutend und vermittelt hauptsächlich die VerbindungDeutschlands mit den Niederlanden.
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichtes. Niederlande.
Arnica, s. Wolverlei.
Arnotto,^ s. Orlean.
Aronsstärke, eine aus dem Mehle der Arons-wurzel bereitete Stärke, die zwar brauchbar ist, abernoch keinen allgemeinen Eingang gesunden hat.
Aronswurzel, Magenwurzel, Zehrwur-jcl, auch deutscher Ingwer genannt, RadixAri, nennt man die fingersdicken, eirunden, außenbräunlichen, fleischigen, innen weißen Wurzelknollendes gefleckten Arum oder Aron, Arum macu-latum, welches in Wäldern, Grasgärten, an feuchten,schattigen Plätzen wächst. Die Blätter sind lang zu-gespitzt mit braunen Flecken, die Blüthen grünlich-weiß, die Beeren scharlachroth, die Samen hart,netzförmig. In den Handel kommt die Wurzel ge-wöhnlich geschält, getrocknet und an Bindfaden ge-reiht. Im frischen Zustande enthält sie einen sehrscharfen, brennenden Milchsaft, dessen Genuß sogartödttich werden kann, und diesen behält sie gegen einJahr lang, wenn man sie in feuchten Sand vergräbt;durch das Trocknen aber verliert sich die Schärfe unddas Innere verwandelt sich in ein weißes Mehl, dessenman sich in England und Frankreich anstatt der Seifezur Wäsche bedient und aus dem man auch Stärkeverfertigt hat; sie enthält davon 25%. Im Handelführt diese den Rainen Portland Arowroot, oderPortland Sago. Außerdem enthält sie Zucker,Gummi, Bafforin, fettes Oel und Extractivstoff.Aus ihr hat man das Aronin, ein weißes Pulver,dargestellt. In der Medizin wird sie jetzt wenig mehrbenutzt; sonst wurde sie zu Verschiedenen Arzneizusam-mensetzungen gebraucht, auch das Sahmehl derselben(Faecula oder Essentia Ari) und ein bavauS bereite-ter Extract in den Apotheken geführt. In Slavo-nien bedient man sich der Wurzel, nachdem man siemehrere Male ausgewaschen, ausgekocht und geröstethat, im Winter als Nahrungsmittel, und ebensowerden in verschiedenen Ländern die Wurzeln meh-rerer anderen Arumarten gegessen, besonders vonArum Colocassia und Arum macrorrhizon. DieWurzel von Arum italicum ist größer und kommt inden Handel in Scheiben geschnitten. Auch vonArum dracunculus, hauptsächlich im südlichen Frank-reich, wird die Wurzel für die gemeine Aronswurzelversendet, sie ist jedoch weniger wirksam. Vermögeihrer mehligen Bestandtheile können sie auch zumBranntweinbrennen verwendet werden.
Arpent, ein ehemaliges französisches Feldmaßvon 100 □Perches (Ruthen); doch waren die letzte-ren von verschiedener Größe, nämlich zu 324, 400und 484 sDFuß (Rieds carres) und dieser Fuß war— 0,3248 Meter.
Arquebusade, ein Mundwasser, ursprünglich be-sonders zur Heilung von Schußwunden, das in denApotheken aus verschiedene Art bereitet wird.
Arquifou, s. Bleiglanz.
Arrakatscha, s. Arakatfcha.
Arrangement, arrangiren, s. Accord.
Arrasgarn, ein doppelt gezwirntes, gefärbteswollenes Kammgarn, das früher namentlich zugroßenbunten Teppichen verarbeitet wurde, die man beson-ders zu Arras in Frankreich verfertigte und daherA r r a s t e p p i ch e nannte.
Arrest, das Festhalten einer Person an einembestimmten Orte, Personalarrest, oder die Verfügung,wodurch eine Sache der Disposition ihres Besitzersentzogen wird; Realarrest. Beide Arten kommen imCivilverfahren vor, entweder als Exekntionsmittel,z. B. der Wechselarrest, oder als Sicherungsmittelfür eine gefährdete oder gar mit Verlust bedrohteForderung. Die Bedingungen des Arrestes alsSicherungsmittel sind einerseits der Nachweis, daßes zweifelhaft, ob der Berechtigte ohne diese Maß-regel späterhin überhaupt im Stande sein werde, diegerichtliche Hülfe anzurufen, oder ob der Verpflich-tete noch die Fähigkeit besitze die Forderung zu berei-nigen. Der Arrest kan» nur durch den Richter desOrtes, wo das mit Arrest belegte Objekt, oder der Ar-restirte sich befindet, angelegt werden. Die Maßregelist nur provisorisch und hört aus, sobald der Berech-tigte befriedigt ist, oder ihm Sicherheit für seineForderungen anderweitig gestellt, oder entschieden ist,daß seine Forderungen unbegründet seien. Ueber denWechselarest s. Art. 2 der deutschen Wechselord-nung. Die im letzten Absatz vorgeschriebenen Be-schränkungen sind in verschiedenen Staaten ver-schieden, beziehen sich jedoch in der Regel auf Be-amte und Militärpersonen.
Arroba , ein Maß und ein Gewicht in Spanien,Portugal, Mexiko und Südamerika.
Arrowmehl, Pseilwurzelmehl, indiani-sches oder amerikanisches Stärkmehl, Ar-row r o o t , nennt man das aus denWurzcln mehrererPflanzen gewonnene Stärkmehl, und unterscheidet:amerikanisches oder eigentliches Arrowrootvon Marantha arundinacea und indica, die besondersin Surinam und auf den Bermudasinseln wachsen,und morgenländisches oder ostindisches, vonCurcuma angustifolia und leucorrhiza in China,oder von Tacca pinnatifida von mehreren australi-schen Inseln; auch wird zuweilen das Mehl derCassave (s. d.) dafür verkauft. Es ist ein feines,angenehm schmeckendes und besonders leicht verdau-liches Stärkmehl, welches daher zur Nahrung fürentkräftete, an Auszehrung leidende Personen, zumAuffüttern der Kinder rc. benutzt wird und das zudiesem Zweck besonders in England in großes An-sehen gekommen ist. Sehr wichtig ist es in neuererZeit für die Photographie geworden, indem die Pa-piere für größere Lichtbilder mit einem Ueberzugvon Arowroot versehen werden. S. Papier 16. Dieoft vorkommende Verfälschung mit gewöhnlichemStärkmehl ist daran zu erkennen, daß das Arrow-root, wenn man es mit heißem Wasser auflöst, nichtden eigenthümlichen Geruch der Stärke hat und beimErkalten nicht kleisterig, sondern mehr schleimig er-scheint. Ost wird es auch mit Kartoffelstärke ver-fälscht, doch ist diese viel grobkörniger und löst sichin doppelter Gewichtsmengc concentrirter Salzsäurevöllig auf, während Arrowroot eine undurchsichtige
Gallert damit bildet. Auch die Cannaarten gebenein Stärkmehl, welches Folomana heißt. Aus3 Theilen Arrowmehl und 1 Theil gepulvertemZucker hat man in Holland ein Pulver verfertigt,das unter dem Namen Gumma in den Handelgekommen ist. — Das Arrowmehl kommt meist überLondon und Hamburg nach Deutschland, das besserein Blechbüchsen, das geringere in Fässer gepackt.Bei der Ausbewahrung muß man es besondersvor fremden Gerüchen schützen, die es sehr leichtannimmt.
! Arrundelöl, kommt aus Ostindien und dient