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Erster Band.
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Arschin

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Arthanita

zum Purgieren. Es soll aus den dort wachsendenPurgierköruern bereitet werden, findet aber in Eu-ropa wenig Anwendung.

Arschin, russisches Längenmaß; s. Rußland.

Ärscot oder Arschot, franz. Serge d’Arscot,ein seiner, geköperter Wollenzeug, der ursprünglich inAerschot inSüdbrabant, später aber auch in anderenGegenden Belgiens verfertigt wurde. ,

Arsenik , Arsenicum, eigentlich em Metall(Arseuikmetall, Arsen) von lichtbleigrauer,außen dunkel anlaufender Farbe, starkem Glanz undkörnigem, zuweilen blätterigen Gesüge, sehr spröde >und nicht hart, daher es sich leicht pulvern läßt. Erverflüchtigt sich schon, ohne zu schmelzen, bei einerWärme von 288» R. und verbreitet dabei, sowie auchschon wenn er gerieben oder erwärmt wird, eineneigenthümlichen, kuoblauchartigen Geruch. BeiderVerflüchtigung sublimirt er sich in kleinen octaedri-schen und tetraödrischen Krystallen; bei größererWärme brennt er mit violetter Flamme und unterEntwickelung dichter, weißer Dämpfe von dem er-wähnten Geruch. In der Natur findet er sich theilsgediegen, als sogenannter Scherbenkobalt oderFliegen st ein, theils in Verbindung mit Schweselals Schwefelkies, Auripigment und rothes Re-algar, ferner mit Kupfer, Kobalt, Nickel rc., alsArfeuikblüthe oder Pharmakolith rc. In metallischerGestalt wird der metallische Arsenik wenig benutzt,außer zu Legirungen mit verschiedenen Metallen, be-sonders mit Kupfer zu mehreren Arten von Weiß-kupfer (s. d.), mit Platin, Blei, Kobalt, Zinn. Ermacht im Allgemeinen die Metalle, denen er zuge-setzt wird, spröder und leichtflüssiger, doch entweichtder Arsenik in starker Hitze leicht wieder. Dagegenwird er in der Medizin in verschiedenen Formenund zu verschiedenen Arzneien gebraucht und manführt daher in den Apotheken, außer den verschiede-nen Zubereituitben, besonders den schwarzen Ar-senik oder Fliegenstein (s. d.), den gelben A.,Auripigment oder Rauschgelb (s. d.), denrothen A. oder Realgar (s.d.) und den weißenA. oder die arsenige Säure, auch eigentlicherArsenik, Hüttenrauch, Rattenpulver oderGiftmehl genannt, Arsenicum album oder Aci-dum arsenicosum. Dieser kommt schon in der Naturals sogenannte Arfeuikblüthe vor, wird aber meistkünstlich bereitet und zwar entweder in eigenen Gift-hütten, durch Rösten von Arsenikkies, oder als Ne-benprodukt auf Hüttenwerken. Er entsteht, wenn derArsenik beim Verbrennen oder beim Rösten unterLuftzutritt in weiße Dämpfe verwandelt wird, diesich an alle kältere Gegenstände in Gestalt eineszarten weißen Pulvers ansetzen und auf diese Art inden Giftfängen gesammelt werden. Er wird dannvon fremden Beimischungen gereinigt und in ver-schlossenen Kesseln zu einer weißen, glasartigenMasse (Arsenikglas) geschmolzen, welche theils inStücken, theils als Pulver (letzteres nicht selten mitGips, Kalk, Schwerspath und bergt, verfälscht) inbett Handel kommt. Er ist geruchlos, schmeckt abermetallisch, hat einen glänzenden Bruch, ver-sich bei langsamer Erhitzung und löst sich inLheilm. kochendem Wasser und 66 Theilen vonmittler Warme auf. Mit salzfähigen Basen bildettarl arsenigsaure Salze und wird aufdiese Weise besonders mit Kupfer zur Bereitung ver-schiedener grüner Farben: des Scheelschen, Mitis-oder Kirchberger, Schweinfurter Grüns rc. benutzt.Ferner wird das bei der Färberei und Kattun-

druckerei gebrauchte arsenigsaure Kali, eine gelbe,klebrige, schlecht riechende und schmeckende Flüssigkeitdaraus bereitet, und man benutzt ihn als Entfär-bungsmittel des Kristallglases, als Zusatz zur Beizebei Fabrikation der Filzhüte, als Gift zur Vertil-gung schädlicher Thiere und Insekten, zur Erhaltungausgestopfter Thiere, gegen Holzschwamm, zum Ein-balsamiren der Leichname, zum Poliren des Stahlsund anderer Metalle, zur Bereitung der Emailleund in neuester Zeit auch als Zusatz bei Bereitungdes Gußstahls, sowie besonders in der Medizin. Dader Arsenik in dieser und anderer Form ein starkesGift ist, so mnß bei dem Umgehen mit demselbenund bei der Aufbewahrung die größte Vorsicht ange-wendet werden; die damit beschäftigten Arbeitermüssen sich zur Abhaltung des Staubes Mund undNase verbinden rc. Bei stattgefundener Vergiftunghat sich das in starken Gaben gereichte Eisenoxyd-hydrat als das beste Gegenmittel bewährt, weshalbes auch in den meisten Ländern von den Apothekernvorräthig gehalten werden muß. Diese arsenigeSäure ist eine Verbindung des Sauerstoffs mit demArsenik, wobei 3 Atome Sauerstoff zu einem AtomeArsenik treten. Die Arseniksäure, Acidum arse-nieicum, enthält auf 6 Theile Arsenik nur 3 TheileSauerstoff, kommt schon in der Natur vor, ist eineweiße, feste Masse, fast ohne Geschmack, viel wenigergiftig, als die vorige. Die erstere Säure gibt mitden verschiedenen Salzbasen die arsenigsauren Salze,z. B. arsenigsaures Blei, ein Weißes Pulver; arsenig-saures Nickeloxydul, ein apfelarünes Pulver; arse-nigsaures Kobaltoxydul, welches rosenroth ist undbenutzt wird, um Glas blau zu färben rc. Die 2.Säure gibt die arsen- oder arseniksauren Salze, z. B.das saure, arsensaureKali, vierseitige Säulen; arsen-saures Eisenoxyd, bräunlichroth; arsensaures Eisen-oxydul ist ein weißes Pulver, kommt aber auch inder Natur als Würfelerz vor, wie das bei noch sehrvielen Salzen der Fall ist, z. B. bei dem arsensaurenKalk, Kobalt- und Nickeloxydul u. a. Die Verbin-dungen des Arsenik mit Schwefel sind Auripigmentund Realgar. Er verbindet sich außerdem mitJod, Brom, Fluor, Phosphor, wie mit Metallen,z. B. Arsenblei, Arseneisen, Arsengold, Arsenpla-tina, Arseukupfer, cuprum arseniatum, (weißer Tom-bar) u. a.

Arsenicum citrinum, s. Rauschgelb. —A. nativum porosum, s. Fliegenstein. — A. rub-rum, s. Realgar.

Arsenikchinin, Chininum arsenicum, ist weiß,schwer löslich in Wasser, eine Verbindung, diedirect zwischen Chinin und Arsenik hergestellt undin der Medizin gebraucht wird.

Arsenikjvdür, Jodarsenik, Arsenicum foäa-turn, Hydrojodas arsenici, Joduretum arsenicum,

wird Bereitet, indem man 5 Theile Jod mit einemTheile Arsenik sublimiren läßt. Es entstehen glan-zende, ziegelrothe Schuppen von metallischem Ge-schmack und geruchlos, in Wasser schwer löslich.findet in der Medizin Anwendung, haupt>ächnch zäußerem Gebrauch; das Präparat ist gii tl 9-

Arsenikkies, s. Arsenik und Kobalt.

Arsolah, ein Getreidemaß m Masulipatam.

Artabad, s. Ardeb. .

Artal oder R o t a l, das Pfund ^Marokko. _

Artemisia abrotanum, s- ©oeireis.

A. Absinthium, s. Werrnilth, - A- dracunculus,

s. Dragun. — A. ™lg a rxs,|. Belfutz.

ArkLanita, s. Erd scheide. ^