Artiiucco
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Asche
Artiluccv, eine frühere kleine Silbcrmünze inRagusa.
Artimino , ein weißer italienischer Muskatcllcr-wein aus Toscana, der meist in Flaschen von Livvrnoaus verschickt wird.
Artischocke, eine im südlichen Europa und imnördlichen Afrika rc. wild wachsende, bei uns inGärten gezogene distelartige Pflanze, deren aus demFruchtboden und den Kelchblättern bestehenden Kopfeein bitterlich süßes, schleimiges, gelind reizendesFleisch haben und deshalb als ein angenehmes, be-sonders in Frankreich und England beliebtes Gemüseoder als Salat rc. genossen werden. Der ausgepreßteSaft, Suecus cynarae, wird mit Wein vermischt alsein gutes Mittel gegen den Skorbut enrpfohlen.
Arum maculatum, s. Aronswurzel.
Arve, s. Zirbelkiefer.
Arvennüsse, s. Pinien.
Arzerum, s. Erzernm.
As war eine schon bei den alten Römern gebräuch-liche Bezeichnung irgend einer Größe, die in 12 Theile(Unciae) getheilt wurde. Namentlich verstand mandarunter ein Gewicht und auch eine eherne Münze,welche anfangs 1 Pfund wog, deren Gewicht aberfortwährend, auf 6, 4, 3 Unzen k . bis auf 4 Skru-pel, reducirt wurde. In neuerer Zeit bezeichneteman damit die kleinste Abtheilung des holländischenTroygewichtes, von der 10240 auf das Troypfund unddemnach 5120 auf die Troymark gingen. Dieses hol-ländischen As bedient man sich noch häufig als einermöglichst kleinen Gewichtseinheit zur allgemeinenBezeichnung der Schwere der Gewichte (jetzt ist dazudas französische Gramme gewöhnlicher); es wiegt0,048063 franz. Gramm, oder niederländische Wigt-ges und 20,80592 holl. As sind --- 1 Gramme. Diedeutsche Vereinsmark (das halbe psteüßische Pfund)wiegt 4865,570 holl. As, die eigentliche kölnischeMark dagegen wog nur 4864, cs holl. As. Vondiesem holländischen As sind jedoch die in den meistendeutschen Goldwagen sich findenden sogenanntenDukatenas zu unterscheiden, welche noch überdiesunter sich nicht übereinstimmen, denn von dem inSachsen gebräuchlichen Leipziger gehen 4422, vondem Wiener und dem früheren Frankfurter 4420auf die wirkliche kölnische Mark.
Asa dulcis, s. Benzoe.
Asafoetida, i f
Asant, stinkender, f ^ Tenzelsdreck.
Asant, wohlriechender, s. Benzoe.
Asaruin europaeum, Asarin, Asarumkampser, s. Haselwurz.
Asbest, Amiant, Fcderalaun, Federwcis,Erdflachs, Bergflachs, Bergseide, Bysso-lyt rc., ^.uiiantbuin oder ^.luirieupluiuosum,ein zu der Klasse der Hornblende oder des Augithsgehörendes Mineral, welches aus langen, zarten,krystallartigcn seinen Fasern besteht, die mehr oderweniger biegsam sind und sich mehr oder wenigerleicht von einander trennen. Diese Eigenschaftenfinden sich in besonders hohem Grade bei demAmianth, biegsamen oder reifen Asbest, derauch allein unter dem Namen Feder weis, Feder-alaun rc., Llumeu plumosum, in den Handelkommt. Er ist völlig weiß oder etwas ins Gelbliche,Grünliche oder Graue fallend von Farbe, glänzend,sehr weich und biegsam, aus langen, parallel nebeneinander liegenden und sich leicht von einander tren-nenden, oft sogar gar nicht zusammenhängendenFasern bestehend. Diese lassen sich zu Garn IPmnen,
l aus dem man unverbrennliche Gewebe machen kann,welche schon im Alterthum bekannt waren, wo mandie Leichen darin verbrannte, um die Asche derselbensammeln zu können. Die Fäden werden zu demEnde , nachdem sie durch Klopfen und Answaschenvon einander getrennt und mit seinen eisernen Käm-men gerade gestrichen worden, vermittelst der Lpin-dcl mit etwas Baumwolle oder Flachs zusammengesponnen, wobei der Faden beständig mit Baumölbenetzt wird. Dieses Garn läßt sich wie jedes andereverweben und man hat sogar Spitzen daraus ver-fertigt, welche von anderen aus mittelfcinem Zlvirndurch das Ansehen kamn zu unterscheiden waren.Die Gewebe werden mit Seife ausgewaschen, umdas Del zu entfernen, und über Äohlenfeuer geglüht,wodurch die beigemischten Baumwoll- oder Flachs-fasern verbrennen und der Asbest allein übrig bleibt.Indessen widerstehen die Gewebe dem Feuer nichtvollkommen, denn durch öfteres Ausglühen werdensie spröde und zerreiblich. Besonders in Italienverfertigt man auf diese Weise verschiedene kleineGegenstände, wie Bänder, Gürtel, Schnuren, Hand-schuhe und dergl., sowie auch unverbrennliche Kleiderfür Löschmannschaften bei Feucrsbrünsten, verschie-dene Dochte, Filtrirvorrichtungen sür Laboratorienrc. Ebenso hat man Papier daraus verfertigt, cyp-rischcs Papier genannt, das aber nicht sehr dauer-haft ist und wegen seiner Härte und Rauheit sichwenig zum Gebrauch eignet. In Corsika mischt manden Asbest unter den Töpserthon, mit die Geschirreleichter, poröser und dauerhafter zu machen. Einebedeutende Anwendung fand der Asbest zu denchemischen Feuerzeugen mit Vitriolöl, die aber jetztmeist durch die Streichzündhölzchen wieder verdrängtworden sind. — Man findet ihn besonders in Ser-pentin, Gneis und Glimmerschiefer in den GebirgenItaliens, Corsikas, der Schweiz, Deutschlands, Un-garns, in den Pyrenäen, im Ural rc. — Die übrigenl Arten des Asbests, nämlich der gemeine oder talk-! artige, das Bergholz und der Bergkork oderdas Bergleder, finden keine Anwendung, da ihnendie wesentlichen Eigenschaften des Annanths ab-gehen.
Asbolin, ist ein aus dem Ruße durch Ausziehenmit Wasser gewonnenes Oel, von gelber Farbe, dasschars und bitter schmeckt, nicht flüchtig ist und einehelle Flamme gibt.
Aschäm, s. Assam.
Aschar, s. v. a. Achia, s. d.
Asche ist der aus nüucralischen Theilen, nament-lich Erden, Salzen und Metalloxydcn bestehendeRückstand beim Verbrennen von Körpern, besondersaus dem Pflanzenreiche. Die Hauptbestandthcile derHolzasche sind Kalkerdc und kohlensaures Kali; oftenthält sie auch Kiesel- und andere Erden, schwcfel-und salzsaures Kali, Eisen-, Mangan-, Kupfcroxydirc.; die Asche der meisten am Meere wachsendenPflanzen enthält Natron, die des Tanges Jod. Die| Asche findet mancherlei Verwendung in den Gewer-ben, namentlich zur Bereitung der Pvtaschc und[ des Natron, zur Verfertigung der Seife, des Glases; und der Fayence, bei der Salpetcrsiederei und bei.manchen anderen chemischen Arbeiten, als Düngungsmittcl rc.; zu vielen dieser Arbeiten bedientman sich jedoch gegenwärtig lieber der Potasche, derSoda und des Glaubersalzes. Früher kam beson-ders viel levantische Asche aus Syrien und Aegyptcn. nach Italien und Frankreich, wo man sie zur Seifen-' und Glasfabriiation benutzte, und sie bildete über-