Band 
Erster Band.
Seite
117
JPEG-Download
 

BaumivoUcmvnarnr

117

BaumnioUcmvaarni

Sid)t demohngeachtet jährlich noch gegen 1300 GEtr.Twist aus England. Oesterreich erzeugt ea. 200,000Wiener Ctr. Garne und führt außerdem jährlich nochca. 47,000 Ctr. weiße und gefärbte Garne ein. Imdeutschen Zollverein werden jährlich ca. 200,000 Ctr.Garn erzeugt, aber mehr als das doppelte Quan-tum eingeführt. Die meisten Spinnereien hat dasKönigreich Sachsen, wo Chemnitz und dessen nächsteUmgebung den Mittelpunkt derselben bilden; dannfolgt Preußen, Baden, Baiern rc. Die niedrigenNummern der deutschen Garne, bis Nr. 40, wenigerbis Nr. 60 aufwärts, sind den englischen an Gütegleich; in den höheren Nummern aber kaun es mitEngland nicht concurriren. In Preußen ist dieSpinnerei in den Regierungsbezirken Düsseldorf,Köln und Koblenz, in Baiern in den Gegenden vonAugsburg, Hof, Zweibrücken rc. am stärksten. Nichtunbedeutend ist auch die Spinnerei in der Schweizund namentlich in den Kantonen Zürich, Thnrgan,Aargau, Basel rc., sowie in Belgien, wo sich dieMeisten Spinnereien in den Provinzen Ostflanderuund Hennegau, und in den Gegenden von Lüttich,Bcrviers, Brüssel rc. befinden; beide Länder führenaber ebenfalls noch bedeutende Quantitäten englischeGarne ein. Rußland besitzt in 50 Spinnereien ca.600,000 Spindeln, welche jährlich gegen 700,000 PudGarn in mittleren und niederen Nummern liefern,aber es muß für den Bedarf seiner Weberei nochgegen 300,000 Pud jährlich einführen.

Baumwvllenwaaren oder Baumwollen-zeuge. Die baumwollenen Gewebe kamen früherebenfalls, wie schon im vorigen Artikel erwähnt ist,zum größten Theile aus Ostindien nach Europa, woman meist nur gröbere und mit Leinengarn gemischteZeuge verfertigte. Die Erfindung der Spinnmaschinehatte jedoch auch hierin eine Veränderung zur Folge,indem man das selbst gesponnene Garn natürlichauch selbst webte und die Maschinen, mit denen dieseArbeit ausgeführt wird, zu vervollkommnen suchte,um möglichst gute und zu gleicher Zeit zur Befriedi-gung der durch die größere Wohlfeilheit erzeugtenaußerordentlichen Vermehrung des Bedarfs auchmöglichst viel Gewebe zu liefern. Es wurden dahermehrere Verbesserungen an dem gewöhnlichen Web-stuhle angebracht, der indessen im Wesentlichen seineursprüngliche Einrichtung, namentlich für glatteZeuge, behielt, während für gemusterte verschiedenedie Arbeit erleichternde und beschleunigende Vorrich-tungen dazu erfunden wurden. Die älteste schon imJahre 1738 gemachte Erfindung war der Schnell-schütze , mit dem ein Arbeiter doppelt so viel webentaun, als mit dem gewöhnlichen Wnrfschntzen. Vongrößerer Wichtigkeit jedoch war die Erfindung derWebmaschine oder des mechanischen Webstuhls, einedurch Wasser- oder Dampfkrast bewegte Maschine,welche mehrere Webstühle zu gleicher Zeit in Bewe-gung setzt und alle Arbeiten des Webers selbst aus-führt. Der Arbeiter hat dabei nur die Aufsicht zuführen und leichte Nehenarbeiten zu machen, welcheAusgeführte Garne und Waaren. 1861.

Erste 9 Monate. 537,969,000

Letzte 3 Monate. 156,917,000

Im ganzen Jahr. 694,886,000

Für heimischen Bedarf u. Vorrath

zurückbehalten..134,474,000

Gesammt-Production Großbrit. . 829,360,000

Ungefähre Produktion d. Kontinents 615,000,000

Gesammt-Production Europas

ihm bei weitem weniger Anstrengung kosten, als dasWeben selbst, und daher, da sie zugleich sehr einfachsind, auch von Frauen und Kindern ausgesührt wer-ben können. Ein Arbeiter oder eine Arbeiterin kann2 und mit Hülfe eines Kindes auch 4 Stühle beauf-sichtigen; überdies liefert die Maschine in vielenFällen auch ein besseres Fabrikat als die Handweberei.Die glatten leinwandartigen, sowie die geköpertenBanmwollenzeuge werden jetzt in England zum größ-ten Theil aus solchen Maschinen verfertigt, währenddort auch noch sehr viel Handstühle im Gebrauch sind;in anderen Ländern aber ist die Zahl der Webema-schinen verhältnißmäßig noch gering. In Englandhat die Baumwollenmanufaktnr seit den letzten De-cennien des vorigen Jahrhunderts einen unglaublichenAusschwung genommen und es versieht damit, ob-gleich sie sich auch in anderen Ländern hedeutend ver-vollkommnet und vermehrt hat, doch noch einen sogroßen Theil des auswärtigen Bedarfs, daß derWerth der ausgestihrten Banmwollenzeuge 3 /s undfast die Hälfte seiner Gesammtanssuhr beträgt, wo-von aber allerdings ein sehr großer Theil nach seinenColonien geht. Der Grund dieser großen Ueber-legenheit Englands liegt hauptsächlich in seinen zahl-reichen Maschinen, welche mit außerordentlich gerin-gen Kosten große Quantitäten Waare liefern. Eineeinzige geübte Arbeiterin kann 2 und sogar 3 Ma-schinen bedienen und mit deren Hülfe in 60 wöchent-lichen Arbeitsstunden 26 Stück Drnckkattune von 25DardS Länge und 25 Zoll Breite, 11 Schüsse aufden englischen Viertelzoll enthaltend, fertig machen,und das Arbeitslohn für das Stück kostet nicht mehrals 5 Sgr. Dagegen kann in Deutschland ein flei-ßiger Weber in 80 Arbeitsstunden wöchentlich nur2—3 Stück Waare, je nachdem sie feiner oder gröberist, liefern. Es werden jetzt in England über 100,000Webstiihle durch Maschinenkraft und 200,000 durchMenschenhände in Bewegung gesetzt; die letzterenliefern besonders die feineren und die künstlicher fign-rirten Artikel, während auf den Maschinen ordinaireglatte und einfach bunte und gemusterte Waare ge-fertigt wird. Auch buntcarrirte Zeuge werden jetztmit Maschinen gewebt, und, was man früher nichtfür möglich hielt, man hat auch die Jacquardvorrich-tung an den Maschinen angebracht, so daß man auchMöbeldamaste, Tischdecken und dergl. damit fertigenkann. — Die Baumwollenmanufaktur beschäftigt inEngland ohne die Nebenarbeiten des Färbers,Druckers rc. über >/s Will. Menschen und H /2 Mill.werden durch sie ernährt.

Die folgende Tabelle zeigt das Gewicht von Gar-nen und Geweben, welche von Großbritannien infremde Länder während der ersten 9 und letzten 3Monate der Jahre 1858,185!», 1860 und 1861 aus-geführt wurden, die ungefähre Quantität für heimi-schen Bedarf zurückbehalten, und das ungefähre Ge-sammtgcwicht von Garn und Waaren, welche dieübrigen europäischen Länder in derselben Zeit pro-dncirten.

1860. 1859. *8®

554,219,000 583,751,000 547,432,000

204,503,000 66,401,000 121,664,000

758,722,000 650,152,000 669,096,000

224,928,000

'983,650,000

650,000,000

219,098,000 104,904,000

8697250,000 774,000,000

550,000,000_515,000,000

tt. 1,444,360,000 1,633,650,000'1,419,250,000 1,289,000,000