Band 
Erster Band.
Seite
125
JPEG-Download
 

Brlgien

125

Belgien

Stahl-, Kupfer- und Zinkwaaren, Glaswaaren,Spiegel, Spitzen, Länder, Garne, Strumpf- undModewaaren, Tuch, Flachs, Hans, Marmor, Zucker,Obst, Butter, Käse, Eier, Salz, Pferde, Mastvieh rc.Eingeführt werden: Weizen, Roggen, Hafer,Meh!, Reis, Wein, Obst, Rohzucker, Wolle, Baum-tvolle, Rohseide, gewobene Stoffe, Colonial- undFarbwaaren, Droguen, Südfrüchte, Fische, Schlacht-vieh, Galanterie- und Kurzwaaren rc.

Belgien ist in die folgenden 9 Provinzen getheilt,bei denen wir die wichtigsten Städte des Landes an-sühren:

1) Brabant, 60 HsMeilen, 801,000 Einw.,mit der Hauptstadt des Landes Brüssel (s. b.).Außerdem: Löwen oder Louvain (s. d.). Ars-chot an der Demer, 4000 Einw. Tienen oderTirlemont an der Geete, 8500 Einw., Wollfa-briken. Nivelles oder Nyvel, 9000 Einw.,Spitzen-, Leinwand- und Batistfabriken.

2) A n t w e r p e n, 52 ^Meilen, 453,000 Einw.;Hauptstadt: Antwerpen <s b.). Ferner Tnrn-h out in der Campine, 13,000 Einw., Spitzen- undDrellsabriken, Bleichen. Arendonk in der Cam-pine, 2500 Einw, Strumpfweberei. Mecheln»der Malines (s. d.). Lier oder Lierre an denbeiden Reihen, 15,000 Einw., berühmte Brauereien,viele Spitzen- und Stickereifabriken, Manufakturenvon Seiden-, Leinen-, Wollen- und Baumwoll-waaren, Mesferwaaren, Leder, Tabak, Seife rc.,große Callicodruckereien, Färbereien und Bleiche-reien.

3) Westslandern, 59 sHMeilen, 639,000Einw.; Hauptstadt: Brügge over BrngeS (s. d.).Ostende (s. d.) Thielt, 11,500 Einw., Spitzen-klöppelei und Leinwandweberei. Dixmuiden ander Vperle, 3500 Einw., berühmt wegen vorzüglicherKäse und Butter. B e n r n e oder F u r n e s, y 2 Meilevon der Nordsee, Festung, 4800 Einw., Getreide-,Butter- und Käsehandel. Ipern, Festung, 17,500Einw., Handelskammer, Wollen-, ^Leinen-, Spitzen-u. andere Fabriken. Cortryk oder Courtrai (s.d.).Ronsselaer oder Ronlers, 12,000 sEinw., Lei-nenweberei und Salz.

4) Ostsl andern, 54% Hs Meilen, 800,000Einw.; Hauptstadt: Gent (s. d.>. Oudenaardean der Scheide, Festung, 6000 Einw.; Bleichen,«inwand- und Rankinfabriken. Renaix oderRonse, 12,000 Einw., Woll- und Hutsabriken.Dendermonde oder Termonde an der Scheldeund Tender, Festung, 8500 Einw., Leinwand - undBanmwollenweberei, Handel, Flachsbau, Bleichen.Alost oder Aalst <s. d.). Lokeren, 17,500 Einw.,großer Diarktflecken mit bedeutenden Fabriken,lleberhanpt hat Flandern viele Flecken und Dörfer,Me sich durch wichtige Fabriken und lebhaften Han-delsverkehr auszeichnen.

5) H e n n e g a u, 67% (ijSDteilcn, 815,000 Einw.;Hauptstadt: Mons oder Bergen (s. d.). Ferner:Braine le Comte, unweit der Senne, 4700Einw.; berühmte Garnspinnerei, Flachsbau. D 0 0 r -«ick oder Tournay, feste Stadt an der Schelde,Mit 31,000 Einw., Handelsgericht und Handels-rammer, berühmte Teppichfabrik, Tapeten-, Käme-st-, Leinwand-, Porzellan- und andere Fabriken.Ath an der Dender, Festung, 10,000 Einw., Salz-siedereien, Handel mit Leinwand, Steinkohlen,«s-lk rc. Charleroy an der Sambre, 12,000Einw., Festung, Steinkohlcngrnben, Glas- und Ei-lmfabrikation.'

6) Ramur, 66% ^Meilen, 299,000 Einw.;Hauptstadt: Ramur oder Namen (s. d.). An-tenne an der Miaas, .5000 Einw., Pfeifen- undFayencesabriken. D in ant an der Maas, 5500Einw., Leder-, Kupfer- und Eisenwaarenfabrikation.

7) Lnttich, 52% HsMeilen, 531,000 Einw.;Hauptstadt: Lüttich oder Liege (s. d.). Ferner:Herstall an der Maas, 6000 Einw., Eisensabrikenund Steinkohlengruben. Herve, 4000 Einw., be-rühmt durch seinen Käse, den sogenannten Limbnrqer.Verviers (s. d.>. Limbnrg, 2200 Einw.; Tuch-weberei und Marmorbrüche. Stablo oder Sta-velot, 3000 Einw., berühmte Sohllederfabrike».Huy an der Maas, 10,500 Einw.; Papierfabriken,Gerbereien, Eisenhammer, in der Nähe Alaunsiedcreiund Marmorbrüche.

8s Limbnrg, 44 s%Meilen, 195,500 Einw.;Saint-Tron oder Trnijen, 11,500 Einw., Gc-wehrfabrik, Salzwerk.

9) Luxemburg, 80% Meilen, 202,000Einw.; Hauptort: Arlon, 5600 Einw., Eisen-gießerei, Gerberei, in der Nähe ein neues Salzwerk.

Rechnung und Zahlwerth. Die Münz-verfassnng Belgiens ist jetzt wie in Frankreich(s. d.), indem die Münzeinheit der Franc von 100Centimes ist, von welchem 111,,,, aus das deutscheMünzpfund f. Silber zu rechnen sind. Diese Wah-rung bestand hier schon, während das ganze linkeRheinufer unter französischer Herrschaft stand undbis um das Jahr 1823; von da an aber bis zumJahr 1832 galt die niederländische Währung inGulden zu 100 Cents (das ehemalige sogenanntebrabanter Wechselgeld; s. Niederlande),oder auch in der alten holländischen Rechnnngsweisezn 20 Stüber ä 16 Pfennigen. Dabei circnlirtejedoch fortwährend mehr französisches als nieder-ländisches Geld und deshalb setzte die Regierung denWerth des französischen Franken zu 47V« Cents fest,zu welchem derselbe bei allen Zahlungen angenom-men werden sollte. Dieses Verhältniß, nach welchem400 Franken —189 Fl. niederländisch sind, wirdnoch jetzt bei den Coursnotirnngen auf Amsterdambeibehalten. Außerdem war auch noch die Rechnnngs-weise nach brabanter Courant im Gebrauch,von dem 7 Fl. = 6 Fl. brabanter Wechselgeld undder Gulden zu 1 Fr. 81 Cent. gerechnet wurde, unddiesen Gulden theilte man auch in 20 Sons oderStüber ä 4 Liards ä 3 Psennige.

Münzen. 1) In G 0 lde künftig: Stücke zn 5,10, 20 und 40 Franken, genau nach dem französi-schen Münzfüße (s. Frankreich). Schon seit 1832und 1847 wurden bis zum Jahre 1854 Goldmünzennach dem Münzfüße obigen Landes geprägt undzwar Stücke zn 20, 25 und 40 Franken, sie sind aber1854 wieder eingezogen und außer Cours gesetztworden. Ferner fand seit 1832 bis 1854 die'Aus-prägung von Goldstücken zu 10, 20, 25 und 40Franken nach sranzösischein Fuße statt. 2) InSilber: Stücke zn5,2%, 2,1, % und V- Frankennach dem französischen Münzfüße (1 Frankreich).Die bis zum Jahre 1852 geprägten V« Frankstncke,sind seit 1853 außer Cours gesetzt. 3) In Kupfer:Stücke zu 10, 5, 2 und 1 Cent. 4) In silber-farbiger Bronze (% Kupfer, % seit

1861:' Stücke zu 20,10 und 5 Centimen.

Papiergeld. Das Papiergeld Belgiens bestehejetzt aus den Noten der Banque nationale (s. E»rus-fel), nachdem früher die Socicte gfrnSralc und dieHanquc helgique Noten ausgegeben hatten, auf