geigten l;
Bergen, die jedoch nicht über 1200 Fuß Höhe haben.Der übrige Theil des Landes hat einen schwerenfruchtbaren Boden, der viel Getreide hervorbringt,sowie überhaupt der Ackerbau mit großer Sorgfaltund fast als Gartenbau betrieben wird, besonders inden Provinzen Flandern und Brabant. Getreidemit Einschluß von Spelz und Buchweizen, sowieHülsenfrüchte und Oelpflanzen, sind daher die wich-tigsten Produkte; außerdem wird jedoch auch vor-trefflicher Hans und Flachs, Hopfen, Obst, Krappund Cichorien erbaut, Tabak säst nur in Flandern;Holz haben die südlichen Berggegenden, während esim Norden und Westen mangelt, aber zum Theildurch Tors ersetzt wird. Die Zucht von Rindviehund Pferden schwerer Race ist nicht unbedeutend, dieSchafzucht ist sehr veredelt, auch viel Schweinewerden gezogen; die Waldungen sind reich an Wild.Bon Metallen wird besonders Eisen in Liittich, Lim-bnrg, Namur und Luxemburg in großer Menge ge-funden und in ca. 120 Hochöfen verarbeitet, Kupferin Hennegau und Lüttich, Blei in Lüttich, Namurund Luxemburg, Zink in Lüttich und Namur,Braunstein in Lüttich. Im Jahre 1850 producirtensämmtliche Metallbcrgwerke Belgiens (850 Berg-werke, 5700 Arbeiter) 300,000 Tonnen gewascheneErze, während in 1860 aus 1400 Bergwerken mitl1,500 Arbeitern über eine Million Tonnen ge-waschener Erze zu Tage kommen. Am wichtigstensind jedoch die Steinkohlen, die in mehr als 250Gruben von 74,000 Arbeitern gewonnen werdenund von denen Henncgau allein mehr liefert, alsganz Frankreich. Die Steinkohlenförderung Bel-giens, welche während der Zeit von 1830 bis 1834nur einen mittleren Ertrag von 2'/s Mill. Tonnenjährlich geliefert hatte, steigerte sich im Jahre 1850aus 5,252,000 Tonnen und es hat die Associationdes Kapitals im Verein mit der gründlichen Aus-bildung der Bergbeamten und der Verbesserung desBetriebs, insbesondere der erweiterten Anwendungder Maschiuenkraft in den Bergwerken, es soweit gebracht, daß in 1858 9 Mill. Tonnen imWerthe von über 100 Mill. Franken gefördertwerden konnten. Außerdem haben die südöstlichenProvinzen Marmor, Schwefel, Alaun, Sandstein,Schiefer, Kalk, Mühl-, Wetz- und Flintensteine undsehr guten Thon. — Neben den Beschäftigungen desLandlebens (Acker- und Gartenbau, Viehzucht,Fischerei und Bienenzucht) ist besonders die Industrieausgebildet und auf einen hohen Standpunkt ge-bracht; namentlich hat sie sich seit der Trennung vonHolland fast um das Doppelte gesteigert, obgleich siedie Höhe früherer Jahrhunderte, wo Flandern undBrabant fast ganz Europa mit Tuch, Spitzen, feinerLeinwand rc. versorgten, nicht wieder hat erreichenkönnen. Leinwand wird besonders in den westlichenProvinzen von vorzüglicher Qualität verfertigt, sowieauch ausgezeichneter Zwirn ffbis zu 1900 Fl.das Pfd.); ferner Seiden-, Wollen- und Baum-wollenwaaren besonders in Gent und in der ProvinzLüttich; Tuch von vorzüglicher Qualität, namentlichin der Gegend von Verviers, Leder, Papier, Strüm-pfe, Hüte, Seide, Kutschen, Bier, Branntwein rc.sind berühmt. Sehr wichtig sind die Fabriken vonEisenwaaren, besonders von Maschinen aller Art,Gewehren, Messern, Drahtstiften rc., welche durchden Ueberfluß an Steinkohlen und durch zahlreicheDampfmaschinen gefördert werden. Die Gesammt-zahl letzterer, die auf Dampfschiffen und Eisenbahnenthätigen Maschinen den gewerblichen hinzugerechnet,
4 Brlgien
war im Jahre 1845:1673 und ihre bewegende Kraftgleich 48,000 Pferdekräften. In 1850 zählte Bel-gien schon 2282 Dampfmaschinen von 66,000 Pser-dekräften, in 1858 waren nicht weniger als 4335Dampfmaschinen, welche 142,000 Pferdekräfte reprä-sentiren, vorhanden, unter denen sich 3794 stehende,zu fabrikativen Zwecken dienende Maschinen, 30Dampfschiffsmaschinen und 511 Lokomotiven befin-den. Die bedeutendsten Maschinenfabriken sindgegenwärtig in Seraing, Brüssel und Lüttich; letztererPlatz hat sich znm Centrum eines wichtigen Theilsder Bietallindustrie erhoben und mehr als 20,000Arbeiter finden in Lüttich und dessen Umgebungendurch die Waffensabrikation unausgesetzte Beschäfti-gung. Der Werth der im Jahre 1859 ausgeführtenaus belgischen Fabriken stammenden Waffen allerArt, belief sich auf 10,092,000 Frs., wobei bte inden Fabriken des Staates geserügen Waffen nichtmitbegriffen sind. Auf den großen Strömen, sowieauch von Ostende und Antwerpen aus über die Seewird lebhafte Dampfschifffahrt betrieben (von erstge-nanntem Hafen aus besonders sehr freqnente Ueber-fahrt nach England) und außerdem besitzt das Landzahlreiche Eisenbahnen und vortreffliche LandstraßenDie ersteren bilden ein Netz, welches den größtenTheil des Landes überzieht und es mit Deutschland,den Niederlanden und Frankreich, so wie niit derNordsee in leichte und rasche Verbindung setzt. ImJahre 1850 war die Zahl der belgischen, sämintlichaus Staatskosten erbauten Eisenbahnen 20, von 621Kilometer (ca. 83*',, deutsche Meilen) Länge, 1860aber waren schon 1600 Kilometer Eisenbahnen imBetrieb. In Bezug aus den allgemeinen Handel,namentlich zur Verbindung der europäischen Welt-städte London und Paris mit dem deutschen Zollver-band sind aber die belgischen Staatseisenbahnen ihrerkurzen und geraden Linien wegen von größter Wich-tigkeit ; deshalb sind auch dessen Hauptstraßen hin-sichtlich des Anschlusses an den nord- und mittel-deutschen Eisenbahnverband in zwei Hanptrouten zutheilen: 1l ab Aachen via Lüttich, Mecheln, Gent,Brügge, Ostende (London); 2) ab Aachen via Ber-Viers, Lüttich, Namur, Charleroi, Balenciennes(Paris). Der Handelsverkehr nach außen, sowie imInnern des Landes, besonders von Antwerpen aus,ist bei der großen Sorgfalt der Regierung für Ver-mehrung und Verbesserung der Commuuications-mittel, sehr lebhaft. Wie sehr der Handel seit demJahre 1840 zugenommen hat, zeigt folgende Zusam-menstellung. Nach offizieller Schätzung betrug dergesammte Einfuhr- und Ausfuhrhandel:
1840 : 429,500,000 Francs
1850: 912,500,000 „
1860: 1,747,300,000 „
1861: 1,810,700,000
Der Generalhandel bei der Ausfuhr (belgische undfremde Waaren zusammen) beträgt in 1861:845,» Mill. Francs; dagegen repräsentirten die indemselben Jahre zum belgischen Consum eingeführtenausländischen Waaren und die ausgeführten bel-gischen Erzeugnisse einen Werth von 1,010, -, Milk.,oder 23,4 Mill. mehr als in 1860 und 146,,, Mill.Francs mehr als in 1859. Der Gesammtwerth derausländischen, zum innern Verbrauche abgefertigtenWaaren betrug im Jahre 1861: 556,» Mill.; derWerth der exportirten belgischen Produkte stieg auf453,» Mill. Francs. Belgiens Ausfuhrartikelsind: Steinkohlen, Maschinen, Waffen, Draht,Drahtstifte, Roheisen, Schmiedeeisen, Stahl, Eisen-,