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Erster Band.
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127
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Belgrad

127 Bengalische Leinwand

Belgrad, Hauptstadt von Serbien, der Dampf-schifffahrtsstation Semlin gegenüber, wichtige Festungam Einflüsse der Save in die Donau, mit 25,000Ginw. Die Stadt ist im Allgemeinen schlecht gebautund schmutzig und enthält mehrere gauzwüstePlätze;der schönste Theil ist die Wasserstadt in der von derSave und Donau gebildeten Gabel, welche einigeöffentliche Plätze hat. Der Handel war früher be-deutender als jetzt, ist aber noch immer von Wichtig-keit, besonders der Zwischenhandel zwischen Wien undKonstantinopel und der Handel mit Getreide, Wolle,Vieh rc. Es gibt hier mehrere Fabriken, namentlichin Leder, Baumwollenzeugen, Teppichen, Seiden-stoffen , Waffen, Eiseuwaaren rc. die aber nicht vonBedeutung sind,

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichtes- Serbien.

Bellacosa oder Belcosses, seidene, mit Goldund Silber durchwirkte Stoffe, die auf der InselScio verfertigt werden.

Ls1Ig.äoiuig,, s. Tollkirsche.

Bellchester heißt eine Gattung englischer Man-chester oder Velveret.

Bellesmes, s. Belesmes.

Bellinges, eine Gattung früher gebräuchlichergemischter Zeuge mit Kette von Flachs - oder Hanf-garn und Einschlag von Wolle, die in England undFrankreich verfertigt wurden.

Bellonnes, s. Feigen.

Beludfchistan, Reich in Vorderasien, nördlich anAfghanistan, östlich anPersien, westlich an Hindostanund südlich an den indischen Ocean (das Oman-meer) grenzend, 6500 □ Meilen mit 2 Will. Ein-wohner, ist größtentheils gebirgig und bildet die süd-liche Abdachung des afghanischen Hochlandes. DasKlima ist angenehm, doch gibt es in dem 4Monate dauernden Winter selbst Schnee. Im In-nern befindet sich eine 65 Meilen lange und 40Mei-len breite Sandwüste in der Provinz Mekran undbis nach Afghanistan, welche aus Flugsand mit eini-gen bewässerten Oasen besteht, Aufenthalt wilderThiere ist und von tödtend heißen aber auch kühlerenWindstrichen durchzogen wird, wodurch gefährlicheSandhosen entstehen. Die Thäler und bewässertenGegenden sind fruchtbar und bringen die ProdukteIndiens und Afghanistans hervor, namentlich Pferde,Kameele, settschwänzige Schaafe, Esel, Papageien,Pfefferfresser, Südfrüchte, Asa foetida, Datteln, In-digo, Getreide, Reis, etwas edle Metalle, Kupfer,Salpeter, Schwefel, Salz, aber auch asiatische Raub-thiere. Die Einwohner sind meist roh und raub-süchtig und zum Theil Nomaden; sie treiben beson-ders Viehzucht, außerdem Acker- und Bergbau, dieaber noch auf einer niederen Stufe stehen; in denöstlichen Gegenden des Landes gibt es Manufakturendon baumwollenen und seidenen Zeugen, Leder rc.und hier wird auch ein ziemlich lebhafter Handel ge-trieben. Die Hauptstadt und Residenz des Khans,der zwar Oberhaupt des Landes ist, dessen Macht"der durch die Sirdars oder Fürsten der einzelnenStämme sehr beschränkt wird, ist Kelat, in einerfruchtbaren Oase der rauhen wüsten Hochebene, mit*0,000 Einwohnern; außerdem Gundawa amKaschi, einem Nebenflüsse des Sind, in einer getreide-reichen Gegend, und Kedscha am Bugwur, dembedeutendsten Flusse des Landes. — Ueber dieHandelsverhältniffe und die inneren Einrichtun-gen Beludschifkans ist wenig Näheres bekannt,auch liegt ez ziemlich außerhalb der europäischen

Handelsthätigkeit und hat daher für uns wenigInteresse.

Bekuga, auch Weißfisch genannt, Delphi-nus leueas oder Cetus albicans, eine ArtDelphin, 18 Fuß lang, weißlich von Farbe mit brau-nen Flecken der in der Gegend von Grönland lebt,auch in die Nordsee und in die Flußmündungenkommt und wegen des Thrans gefangen wird.

Beluga oder Bjelnga wird in Rußland derHansen genannt.^

Belvedererosinen, eineArtTraubeiirosinen ausCalabrien, die an Fäden gereiht sind und die beson-ders von Livorno aus nach England gehen.

Belzamire, ein leinener Zeug mit seidenen Blu-men, der früher besonders in Frankreich verfertigt

wurde.

Benares, große Stadt in der Provinz Allahabadim britischen Ostindien am Ganges, mit 6—700,000Einw., durch Eisenbahn mit Calcutta verbunden.Sie ist in 16 Quartiere getheilt, welche des Nachtsverschlossen und von einer Art Bürgerwehr bewachtwerden, hat enge Straßen und sehr hohe Häuser, biszu 6, Stockwerken, und nur einen größeren freienPlatz, ist aber demohngeachtet nicht ungesund. Sieenthält zahlreiche Paläste, viele Hindutempel und Pa-goden, darunter die Pagode Visvisor, ein berühmterWallfahrtsort; gegen 1000 Moscheen, viele Hospitä-ler, auch für Thiere, Waisenhäuser und andere Wohl-thätigkeitsanstalten, eine alte bramiuische Hochschuleund zwei Schulen zur Bildung junger Hindus, da-von eine unter Leitung der Missionaire steht; 7500Häuser sind allein von Bramiuen bewohnt. Euro-päer dürfen nur in der Vorstadt Serole wohnen.Der Ganges ist hier das Ziel zahlreicher Wallfahrerund das Ufer desselben zur Bequemlichkeit der Baden-den mit Marmorplatten belegt. Die Straßen sinddaher stets mit Pilgern und Bettlern angefüllt, welchedie Stadt außerordentlich beleben, sich aber auch oft,selbst in unmittelbarer Nähe der heiligsten Orte, denausschweifendsten sinnlichen Genüssen hingeben. Esgibt hier zahlreiche Fabriken von Seiden - uud Baum-wollenwaaren, Shawls, Gold-und Silberstoffen,prächtigen Turbanen rc. und der Handel mit diesenErzeugnissen, sowie mit Perlen, Diamanten undanderen Edelsteinen, Opium nach China undselbst mit dem heiligen Wasser des Ganges ist sehrbedeutend. Jährlich im Februar wird eine Messegehalten.

Münzen, Maße und Gewichte s. Ost-indien.

Als Gewicht bedient man sich hier gewöhnlich desMaund von Mizapur ä 40 dergleichen Seers ä 84Siccagewicht,----- 39„„8 Kilogrammen, = 83,^preuß., — 69, 8 5, Wiener Pfd.; doch ist auch derMaund und Seer von Allahabad im Gebrauch, letz-terer — 96 Siccagewicht, der Allahabad-Maund= 44, 7 o5 Kilogr., ----- 9o, 584 preuß., ----- 79, ? s„Wiener Pfd. 100 Seers von Mirzapur sind — 105,und 100 Seers von Allahabad --- 120 Bazar-Seersvon Calcutta. Gold- und Silbergewicht ist die Tola—13,03 Grammen. . . f

Benares ist der Name eines ostindischen, IN dieserStadt verfertigten Silberstoffes.

Benda, ein Gewicht für Gold in Guinea.

Benedictenwurzel, s. Nelke nwurzel.

Bengale, s. Cassumanari-lgber.

Bengalische Leinwand nennt man einen ost-indischen Stoff von glänzendem, seidenartigem An-sehen, aber geringer Haiibarbarkelt, dessen Faden aus