Bernburg 136 Bernstein
steht im Scontiren von Wechseln und Billets, aufeine bestimmte Sicht lautend; in Darlehen an Per-sonen, die im Kanton ein festes Domicil haben, aufObligo mit Hypothek; in Giro- und Jncafsoge-schäften; in Depositengeschäften. Sie remittirtKassenscheine, nach Sicht an den Inhaber zahlbar,sowie auch Billets an Ordre, auf beliebige Sicht.Einlöjungskassen befinden sich in Zürich, Winter-thur rc., auch gründete die Bank im Jahre 1859Filialen in Viel, St. Jmer und Bnrgdorf. —2) Eine Hypothekenkasse. Diese National-Kreditanstalt wurde im Jahre 1847 auf die vor-läufige Dauer von 30 Jahren vom Staate errichtet,ausschließlich aber für die 6 Bezirke des Oberlandes.Sie beschäftigt sich mit Darlehen auf Hypothek, An-nahme verzinslicher Gelder und Gültenverwaltung.— 3) Die im Jahre 1863 errichtete „Eidgenös-sische Bank", eine große Kreditanstalt mit60 Will. Gründungskapital.
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte
s. Schweiz.
.Bernburg, s. Anhalt.
Berner Käse wird in Deutschland zuweilen derEmmenthaler Käse genannt.
Bernerthaler sind die Neuthaler des KantonsBern, s. d.
Bernstein, Agtstein, Succinit, auch gelbeAmbra genannt, iUectrum oder Succiimm,eine harzähnliche Substanz von Honig-, wachs- oderweißlichgelber, rvthlicher bis röthlichbrauner Farbe,zuweilen auch braun, grünlich, milchweiß, molkig,der härteste goldgelb rc., aus unregelmäßigen, rund-lichen, kugeligen, nierenförmigen Stücken und Kör-nern bestehend. Ueber seine Entstehung ist man nochnicht ganz gewiß, da ihn zwar Viele für ein Erdharz,Andere aber für das Produkt untergegangener Wäl-der, namentlich eines Fichtenwaldes, der ehemalsan der Stelle des jetzigen Ostseebeckens gestandenhabe, halten. Diese Ansicht wird durch den Umstandbestätigt, daß der Bernstein entweder vom Meereaus Land gespült wird, oder stets nur im aufge-schwemmten Lande, sei es auch viele Meilen vomMeere entfernt und bis 200 Fuß hoch über dem jetzi-gen Meeresspiegel, ferner in der Braunkohle und imbituminösen Holze gesunden wird; daher Land- oderSeebernstein. Daß er ursprünglich flüssig gewesen,ist gewiß, denn in den Stücken sind häufig vege-tabilische Ueberreste, Haare, Federn, Pflanzen, selbstWassertropfen und Insekten der Vorwelt, von denenman schon über 800 Arten kennt, eingeschlossen.Diese Stücke werden besonders hoch im Preise gehal-ten. Er ist durchsichtig bis durchscheinend, fest, hartund spröde, theils zerreiblich, theils nicht, geschmack-und geruchlos, läßt sich gut poliren, hat einen aus-gezeichneten Fettglanz, muscheligen Bruch, ein spezi-fisches Gewicht von 1, 08 bis l, os , wird durchReiben stark negativ elektrisch und brennt mit einerFlamme, wobei er aufschwillt und weiße, stechendeDämpfe ansstößt, ohne abzutropfen. Man findetihn hauptsächlich an den Küsten der Ostsee undnamentlich an der samländischen Küste, von Pillaubis an die kurische Nehrung, besonders nach heftigenNord- und Westwinden, welche das Ufer beschädigthaben, in Stücken, die von außen meist durch Sand,Erderc. verunreinigt, oft in Seegras eingewickeltund undurchsichtig sind. Er wird dort an der Küsteentweder aufgesucht oder gefischt, aber auch in einernnt Braunkohle gemischten, vitriol-thonigen Sand-schicht gegraben (das Letztere liefert in der neueren
Zeit wenig Ertrag mehr, während die Fischerei sehrergiebig ist). Außerdem findet er sich auch 20 bis30 Meilen von der Ostsee entfernt im Innern vonOstpreußen, bei Brandenburg an der Havel rc.;ferner an den Küsten von England, Grönland,Sicilien, bei Paris und im Hennegau, bei Basel,am Bodensee, in China; auch hin und wieder nester-weis im Sandstein, welcher L and b ernst ein,8ucciniiin fossile, genannt wird. Die Größe dergewöhnlich gefundenen Stücke geht bis ohngesähr1 Pfund, doch sind sie zuweilen auch viel größerund man zeigt z. B. in Berlin ein Stück von15 Pfund und in Jassy ein Stück von 28 Pfund;bei der Bahamainsel Providcnce sollen englische Ma-trosen im Jahr 1822 sogar ein Stück von 2500 Pfd.gefunden haben. — Der Bernstein war schon in denältesten Zeiten den Phöniziern bekannt, die ihn vonihren Seereisen nach den nördlichen Küsten desmittelländischen Meeres mitbrachten, wohin er vombaltischen Meere zu Lande gebracht wurde. Er warvon jeher im Orient sehr beliebt und wurde zuSchmucksachen, zur Verzierung der Waffen und alsRäucherwerk benutzt, auch als Medizin, wozu ernoch jetzt in Afrika geschätzt ist. In ähnlicherArt benutzten ihn die norddeutschen Völker. Auchjetzt geht noch viel nach dem Orient, wo er besonderszu Pfeifenspitzen und zu allerhand Verzierungenverwendet wird. Ebenso werden in DeutschlandPfeifen- und Cigarrenspitzen, allerhand Drechsler-und Kunstarbeiten, Perlen (Bernsteinkorallen),Knöpfe, Dosen, Becher, eingelegte Arbeiten unddergl. daraus verfertigt, auch Brillen und Brenn-gläser, welche Vorzüge vor den gläsernen habensollen. Die Abfälle werden zu dem vorzüglichenBernsteinfirniß und zu Räucherpulver, sowiezur Verfertigung des Bernsteinöls und desBernsteinsalzes (s. die folg. Art.) und zu ver-schiedenen chemischen Präparaten, wie in der Medi-zin zu Bernsteintinctur, 8al succini yolatile,benutzt; man führt deshalb die Dreh- und Raspel-spähne in den Apotheken unter dem Namen ge-raspelter Bern st ein; Lnooinum raspatum oderBasura Succini, und die größeren Abfallstückenkommen im Droguenhandel als Fragmente Succini,Bernstein in Sorten, wenn reine und unreineStücken vermischt sind, oder ausgelesen vor. DieKorallen, Ohrgehänge und dergl. sind theils nachArt der Edelsteine mit Facetten, theils rund ge-schliffen. — In Preußen zieht man im Allgemeinenden gefischten Bernstein dem gegrabenen vor, weilder letztere eine dickere Rinde hat, auch weniger hartund zerbrechlicher ist. Aller gesammelte Bernsteinwird daselbst in das Magazin zu Königsberg abge-liefert, wo er von besonders angestellten Leuten sor-tirt wird. Die festen und reinen Stücke über Hasel-nußgröße werden Sortiments- und Arbeits-steine, die kleineren Tonnensteine oder kleineWaare genannt. Die ersteren werden wieder in4 Sorten getheilt, welche das Sortiment bilden,nämlich: Großer Bernstein, Stücke über 8 Loth;Zehner, 6 — 7 Stück pr. Pfd.; Dreißiger,15—16 Stück pr. Psd. und Czacken, von 1 Lothund darunter. Solche Stücke, welche V- Pst. unddarüber halten, werden mit 40—60 Thlr. das Psd. ;Stücke, deren Gewicht ein volles Psd. hält, mit100 Thaler und darüber bezahlt. Stücke von 5—9Loth kosten 25—35 Thlr pr. Pfd., zweilöthige Stücke14-18 Thlr. und einlöthige 7—10 Thlr., wennsie ganz durchsichtig von guter Farbe sind; die