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Erster Band.
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Bernsteinäther

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Derrywrine

durchscheinenden haben nur die Hälfte und dieundurchsichtigen kaum ein Drittel obigen Werthes.Die kleine Waare von der Größe der Bohne erhältman für lVe — IV 2 Thlr., und die erbsengroßenStücke pr. Pfd. zu 2 / 3 — s / 4 Thlr. In diesem Sor-timent wird der Bernstein gewöhnlich nach demOrient verkauft. Die Arbeitssteine sind entwederdurchsichtig oder undurchsichtig und durchscheinend,welche letzteren auch Bastard heißen und denHaupthandelsartikel ausmachen. Sie müssen jedochgleichmäßig, nicht nur zum Theil durchsichtig, undaußerdem ganz gesund, überall gleich fest, voll undrundlich sein. Je mehr die Farbe, sowohl desdurchsichtigen, als des durchscheinenden, sich demWeißen nähert, desto mehr werden sie geschätzt.Kleine aber klare und reine Stücke heißen Firniß-stein, sehr flache Stücke Fliesen; die kleinsten undschlechten Brocken, welche nur zu Räucherpulver undZu chemischen Präparaten brauchbar sind, werdenSandstein, die allerschlechtesten und unreinsten,welche mit Erde und Sand vermischt, dunkel vonFarbe und undurchsichtig sind, Schluck oderSchlick genannt. Die wolkigen und unreinenStücke werden auch Brack, die ganz kleinenGrundstein und Knibbel genannt. Die Haupt-bezugsorte für rohen und verarbeiteten Bernsteinsind Königsberg, Danzig und Stolpe, und außer-dem _ kaust man ihn besonders aus den LeipzigerMessen. Der meiste geht, wie schon erwähnt, nachKonstantinopel für die Türkei und Asien; doch wirdauch in Deutschland, Rußland und anderen Ländernviel verbraucht. — Gebrochene Bernsteinstücke könnenmit Leinöl, Schellack oder Mastix gelöthet werden,und auf diese Weise werden auch oft Insekten undandere fremde Gegenstände in ausgehöhlte Stückeeingeschlossen. Legt man solche Stücke jedoch kurzeZeit in heißes Wasser, so gehen sie auseinander;auch sind sie zuweilen an gedrechselten Reifen zu er-kennen. Man hat auch Versuche gemacht, Bernsteinkünstlich aus Fichtenharz und venetianischem Ter-pentin herzustellen; doch löst sich dieser in Spiritusauf, was bei dem ächten Bernstein nicht der Fall ist.Aus Copal werden zuweilen ähnliche Artikel wieaus Bernstein verfertign, die man unächte Bern-stei nwaare nennt. Unterwirft man den Bern-stein einer trocknen Destillation, so erhält man Bern-stein- und Essigsäure, ein flüchtiges empyreumatischesOel, ein weiches, klebriges Harz, und ein hartesHarz. Außerdeni enthält es Bernsteinbitumen (S u c -ein in), ein gelbes leichtes, nicht krystallinischesPulver.

Bernsteinäther entsteht durch Destillation vonBernsteinsäure, wasserfreiem Alkohol und concen-trirter Salzsäure und ist eine klare, Wasserhelle Flüs-sigkeit mit eigenthümlichem, dem Benzoeäther ähn-lichem Geruch und scharfem, brennendem Geschmack.Er läßt sich fettig anfühlen, brennt mit einer gelb-üchen Flamme und sein spezifisches Gewicht ist 1,<M.

Bernsteinalabaster, s. Alabaster.

Bernstcinsirniß oder Bernstein lack ist eine^tflösung des Bernsteins in fettem Oel oder inWeingeist und unterscheidet sich daher in öligenund geistigen. Die Bereitung beider Sorten ge-schieht auf sehr verschiedene Art, meist im Großen inden Lacksabriken. Beim öligen Firniß besteht sienn Wesentlichen darin, daß der Bernstein in einembedeckten Gefäße vorsichtig über gelindem Kohlen-seuer geschmolzen und da gewöhnlich nicht alle StückeIchmetzen, abgegossen wird, damit er erkaltet; diese

Masse, welche man Bernsteincolophoniumnennt, wird dann gepulvert und in ein gleiches Ge-wichtsquantum heißen Leinölfirniß geschüttet, wozuman dann das 1>/.,fache oder das Doppelte des Ge-wichts der Mischling Terpentinöl hinzusetzt. Ueber-haupt ist das Verhältniß dieser Ingredienzen ver-schieden und die in den Handel kommenden geringerenSorten enthalten meist noch Colophouium oder Ga-lipot und zwar oft in überwiegender Menge. Daman den Firniß möglichst klar verlangt, so ist es umso besser, je reiner und Heller von Farbe der dazuverwendete Bernstein ist. — Der geistige Bernstein-firniß oder eigentlichBernsteinlackgenanut, wirdbereitet, indem mau gepulverten Bernstein in gleichemGewicht Schweselalkohol, in dem etwa der 10. TbeilCopaivabalsam aufgelöst worden ist, im Sand- oderWasserbade unter öfterem Umschütteln digerirt, wo-bei man die vollkommene Auflösung durch etwasOuarzsaud besördern kann; zuletzt wird noch etwasüber Kohlenpulver abgezogenes Terpentinöl hinzu-gesetzt. Auch hierzu sind die Rezepte sehr verschieden.

Bernsteinöl, Oleum 8ueoini, wird durchtrockne Destillation der Bernsteinabsälle gewonnen,wobei es anfangs farblos, dann braun übergeht.Es ist zähflüssig und von starkem Geruch; dasbraune ist übelriechend und enthält viel wenigerwesentliche Theile des Bernsteins als das helle.Durch Destillation mit Wasser wird es gereinigt undheißt dann rectificirtes Bernsteinöl, Ol.8aeo. rectificatum ; dies ist blaßgelb, dünnflüssig,von angenehmem Geruch und scharfem Geschmack,wird aber an der Luft wieder braun und dickflüssig.Es findet Anwendung in der Medizin, Photographierc. Durch Vermischung mit rauchender Salpeter-säure wird es in braungelbes, nach Moschus riechen-des Harz verwandelt, das früher unter dem Namenkünstlicher Moschus in der Medizin verwendetwurde.

Bernsteinsalz oder Bernsteinfäure, Aei-

dnm succinicum crudum, wird beider trocknenDestillation des Bernsteins zugleich mit dem Bern-steinöle gewonnen, indem sich die Dämpfe im Halseder Retorte ansetzen. Rein sind es färb- und geruch-lose Krystalle von saurem Geschmack, die bei 155"schmelzen, bei größerer Hitze als Nadeln sublimiren,an der Flamme sich entzünden und mit hellblauerFlamme brennen. Es findet sich nicht allein imBernstein, sondern auch in manchen Arten des Ter-pentins , im Wermuth und in anderen Pflanzen;auch wird die Bernsteinsäure aus apfelsaurem Kalk,Wasser und faulem Käse dargestellt. Sie gehört zuden starken Säuren, die selbst durch Chlor undSalpetersäure nicht zerstört wird, und ist sehr wichtigfür die Chemie, da sie mit Alkalien und Oxyden eineMenge von bernsteinsauren Salzen bildet, z. B.bernsteinsaures Kali, Natron, Amnioniak, Zink-,Eisen-, Knpser-, Blei-, Nickel-, Ouecksilberoxydu. s. w. Man verwendet sie zu verschiedenen chemi-schen und Pharmazeutischen Präparaten, namentlichzur Bereitung des bernsteinsauren Hirschhorngeistes,bei der Photographie, und bezieht sie aus den chemi-schen Fabriken.

Bernstein, s chwärzer, s. Gagat.

Berti, die türkische Meile. ,

Berryweine, gute, aber nicht sehr haltbarerotheund weiße Weine aus der ehemaligen Provinz Berry,dem jetzigen Departement Eher in Frankreich.Die besten sind die von Sancerre, welche sich langerhalten als die von St. Amand-Monrand. Me