BoHookes
171
Bosnicil
unb bei uns in Gärten gezogene Pflanze, die manüuher, da sie besonders Salpeter enthält, in derMedizin anwendete, jetzt aber nur in der Küche undals Zuthat zu Salat benutzt, dem sie einen gurken-artigen Geschmack mittheilt. Die ganze Pflanze istsauh, mit harten Borsten besetzt, der Stengel istästig, hohl, saftig; !die Blätter sind ganzrandig, zu-gespitzt, eiförmig, abwechselnd, die Blumen blau miteiner radförmigen Krone.
Borjookes oder Borjokes, Glaskorallen,welche im Innern Afrikas als Scheidemünze die-nen; s. Abyssinien.
Borke, s. Eichenrinde.
Borneo, große ostindische Insel, zwischen 4V-"südlicher und 7" nördlicher Breite und 127 und137« östlicher Länge, 11,300 n> Meilen, de-ren Einwohnerzahl auf 3—4 Will. angegebenwird. Das Innere derselben ist noch fast ganz un-bekannt; nur die West-, Süd- und Ostküste befindensich im Besitz der Niederländer und bilden jetzt einbesonderes Gouvernement. Das Klima ist zwarsehr heiß, aber doch nicht übermäßig; die Regenzeitdauert vom November bis zum Mai. Das Innereder Insel ist gebirgig, im westlichen Theile aber tiefhinein eben und die Küste rückt dort noch immermehr vor. An der West- und Südküste mündenbedeutende Flüsse, wie der Pontianak und Sambas,die gegen 60 Meilen weit schiffbar sind, auf denenaber die Schifffahrt durch Wasserfalle unterbrochenwird. Außerdem sind besonders noch der Banjer-massing, der Baritto, welcher an der Südküste ein35 Meilen langes Delta bildet, und im Osten derKottah zu bemerken. Die wichtigsten Produkte sind:Gold aus dem Sande der Flüsse in ziemlicherMenge, viel Eisen, ferner Zinn, Kupfer, Diamantenund andere Edelsteine, Steinkohlen, Salz rc.,Schiffsbanholz, Farbehölzer, Ebenholz, Zucker,Pfeffer, Sago, Baumwolle, Drachenblut, Kampher;Elephanten, Raubthiere, Wildpret, Affen sbesondersOrangutangs), Raubvögel, Flamingos, Salanganen,Schildkröten, Wallfifche, Wachs, Seide, Ambra,Bezoarsteine rc. Unter den Einwohnern sind dieMalayen das herrschende Volk, welche aber, sowiemehrere untergeordnete Volksstämme, außerordent-lich roh, blutdürstig und zum Theil die ärgsten See-räuber sind. Außerdem gibt es viel Chinesen hier,welche Bergbau, Ackerbau, Handwerke rc. treiben,meist aber, wenn sie sich etwas Vermögen erworbenhaben, wieder in ihr Vaterland zurückkehren. Außerden Niederländern haben keine Europäer hier Nie-derlassungen. Die Industrie besteht in etwas Acker-nnd Gartenbau, Viehzucht, Bergbau, Weberei inBaumwolle und Seide, Verfertigung von Geschirren,Körben rc. Das Gebiet der Niederländer enthältgegen 400,000 Einw., darunter 125,000 Chinesen;auch gehört ihnen der Dirmantendistrikt von Landakim Westen. Äie bedeutendste Stadt ist P o n t i a n a kan der Westküste und- an der Mündung des gleich-namigen Flusses, mit nicht unbedeutendem Handel;in der Nähe werden viele Diamanten gefunden undgeschliffen. Wichtiger als Handelsplatz ist Banjer-massing an der Südküste und an dem Flusse glei-ches Namens, der Mittelpunkt des niederländischenHandels und ebenfalls mit guten Diamantschleife-reien. Ferner liegt hier der Hafen Tiebonjemit dem niederländischen Fort Talis. An derSüdwestküste ist die Hafenstadt Succadana,einer der wichtigsten Opiummärkte auf denvstindischen Inseln, und an der Nvrdküste die
Stadt Borneo, wo vorzüglich die Chinesen Handeltreiben.
Geldwährnng, Maße und Gewichte wie inden übrigen niederländisch-ostindischen Besitzungen(s. I ava). Gold, Silber, Diamanten, Bezoar undandere kostbare Artikel werden nach dem Tale oderTail gewogen, welcher = ist 39, 7675 Grammen undin Banjermassing in 16 Mace ä 16 Teeas ä 3 Ma-laboorongs getheilt wird; in Succadana theilt manihn in 4 Pahaws ü 4 Mace ä 4 Kopangs ä 2 Bu-sucks. Reis wird in Banjermassing nach dem Gön-ton oder Göntäng verkauft, von dem 230 eine Lastvon 1391 Kilogrammen ausmachen. Pfeffer wirdnach dem Pikol von 100 Kättis (s. Batavia) ver-kauft, doch auch nach dem Gänton von 16 Kättis,— 9, S 43 Kilogrammen.
Bornkraut, s. Kardobenedicte.
Borrat, ein schwarzer, aus Seide und Wolle ge-webter Zeug, der früher in Holland und Nieder-sachsen verfertigt wurde.
Borretsch, s. Boretsch.
Borsäure, s. Boraxsäure.
Borsten, s. Schweinsborsten.
Borten, eine Art starke und dicht gewebte Bän-der, welche die Posamentirer verfertigen. Man hatsie von Seide, Wolle, Kameelhaar, Leinengarn undaus diesen Stoffen gemischt, sowie mit Gold undSilberlahn oder Gespinnst durchwebt, und in ver-schiedenen Arten und Formen, je nach dem Zwecke,zu dem sie bestimmt sind. Sie werden besonders zumBesetzen der Manns- und Franenkleider, der Livreenund Uniformen, der Wagenpolster rc. verwendet.
Borten, s. Breter.
Bortillen nennt man in den Ostseehäfen die zuMasten bestimmten, aber wegen nicht ausreichen-der Länge oder Schadhaftigkeit ausgeschossenenStämme.
Bos nennt man in Holland beim Holzhandel einPack oder Bund, z. B. Reifenholz, von dem es25 Stück enthält.
Bosa heißt ein sehr guter und starker Malvasier-wein von der Insel Sardinien.
Bosna-Serai, in der europäischen Türkei, mit62,000 Einw., hat lebhaften Transithandel mitKroatien, Dalmatien, Süddeutschland und der Tür-kei, zahlreiche Fabriken welche Tuch, Baumwollstoffe,Leder, Feuergewehre, Säbelklingen, Eisen- undKupfergeschirr fertigen, ist überhaupt der Central-punkt derselben, sowie des Handels der Provinz
Bosnien in der europäischen Türkei (f. d.),zwischen Dalmatien, Kroatien, der österreichischenMilitairgrenze, Serbien, Albanien und Montenegro,1036 n. A. 1267 o Meilen mit 1,100,000 Einw.,begreift das eigentliche Bosnien, türkischKroatien und die Herzegowina. Die Ein-wohner, im Allgemeinen Bosniaken genannt,sind meist Slaven und Christen, außerdem Werben,Kroaten, Montenegriner, Türken, Armenier, Juden,Zigeuner rc. Das Land steht zwar unter einemtürkischen Pascha, dessen Sitz in Travnik ist; vie.Verwaltung ist aber noch zum großen Theil m oenHänden einheimischer Häuptlinge. Der -Loreneignet sich mehr zur Viehzucht als zum -^?aU'indeß ist der Obst-, Wein- und Gemüsebau . be rächt-lich und man findet ganze Wälder von ObstbaumeDie reichen Schätze von Edeln^tallen ^gen sasganz unbenutzt, doch wird auf Erlen und auch a fKupfer gebaut und es gibt Eisenhammer rn großerAnzahl.