Bordeauxweine
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Boretsch
haben zwar meist einen eigenthümlichen herben Ge-schmack (man nennt sie dann trockne Weine (vinssocs), der wahrscheinlich Von der langen Gährungdes Weines aus den Hülsen und Von dem dadurchin ihn übergegangenen Gerbstoff herrührt und dereinem nicht daran gewöhnten Gaumen meist anfangsnicht behagt; aber mit dem Alter des Weines ver-mindert er sich bedeutend. Bei der Bereitung des-selben wird mit großer Sorgfalt zu Werke gegangenund dabei die anerkannt besten und zum Theil ganzeigenthümlichen Verfahrnngsarten angewendet. Be-sonders von den feinen Sorten sammelt man dieTrauben nach und nach und erst wenn sie überreifsind und zu faulen anfangen, ein. In einigen Ge-genden werden sie noch ausgetreten, was gewöhnlichnach dem Takte der Musik geschieht; in der Regelaber werden sie abgebeert und in große bedeckteKufen geschüttet, wo sie durch ihr eigenes Gewichtzerdrückt werden und 3—4 Wochen lang gähren.Der ausgeflossene Most wird dann abgezogen underst dann die Hülsen ausgepreßt, wodurch man einengeringeren Wein erhält. Kein Bordeauxwein istunter 18 Monaten brauchbar, manche Sorten erhal-ten jedoch erst nach 5—6 Jahren ihre völlige Güte, ;und gewöhnlich werden die rothen erst im 4. oder 5.Jahre auf Flaschen gezogen. Bis dahin verlieren siedurch das Zehren etwa 10 %. Ein Bordeauxweinerster Qualität muß eine schöne Farbe, einen veilchen-artigen Geruch, einen angenehmen starken, süßenGeschmack haben, den Magen stärken, ohne nach demKopfe zu steigen und den Athem rein erhalten.Man theilt die Weine in 5 Klaffen: zur erstenKlasse gehören die Gewächse von ChLteau-Mar-gaux, Château-Lafitte, Château-Latourund Hant-Brion; es werden davon jährlich nurohngesähr 400—450 Ton. erzeugt und das Ton. imersten Jahre mit 2—3000 Fr. bezahlt. Bei weitemder größte Theil derselben geht nach England. DerCHLtean-Latour ist schon vor dem 2. Jahre brauch-bar, die übrigen Sorten aber brauchen 5—6 Jahrezu ihrer völligen Reife. Die zweite Klasse enthältdie Weine von Rauzan, Branne-Mouton,Leoville, Gruau, Larose,Pichon-Longue-ville, Durfort, Degorse, Lascombe rc;der jährliche Ertrag beträgt ca. 850 Tonneaux undder Preis von der Kelter weg 1800—2000 Fr. Siesind meist sehr wohlschmeckend, haben eine schöneFarbe und besonders manche Sorten zeichnen sichdurch einen eigenthümlichen Geruch aus. Diedritte Klasse begreift den CHLteau-d'Jssan,Pougets, einige Lagen von Cantenac undMargaux, Malescot, Ferrières, Gis-cours, Bergeron, Montrose u. a.; der Ertragist ca. 1000 Topneanx zu 1600—1800 Fr. Dievierte Klasse zerfällt in 2 Abtheilungen; zur erstengehören Saint-Julien, Bêchevelle, Saint-Pierre, Château-Carnot, einige Lagen vonMargaux und Cantenac; ca. 700 Tonneauxzu 1200—1500 Fr.; zur zweiten gehören die vonden großen Besitzungen von Pauillac undSaint-Estöphe und einige Lagen von La-bar de und Margaux; ca. 1000 Tonn. zu 1000—1200 Fr. Die fünfte Klasse enthält noch manchegute Sorten von Pauillac, Saint-Estèphe,Saint-Juslien, Susfans, Labarde, Can-ltenac rc.; sie werden mit 600—800 Fr. bezahlt.Die noch geringeren Sorten werden Vins orckinairosund 'Vins de paysan genannt und ihr Preis geht bisauf 150 Fr. pr. Tonn. herab. Nach den Lagen >
theilt man die rothen Weine ein in 1) Medocs,welche in dem gleichnamigen Kanton am linken Uferder Garonne gewonnen werden und zu denen diebesten, aber auch Weine der geringeren Klassen ge-hören. 2) Graves (so genannt von dem steinigenBoden, terrain graveleux, auf dem sie wachsen) wer-den in der Umgegend von Bordeaux, bei Talence,Pessac, Merignac, Cradignan rc. gewonnen; dervorzüglichste ist der von Chäteau-Haut-Brion, dannfolgt Haut- und Bas-Brion, Pessac, Talence rc.3) Palus- und Côtesweine wachsen in großerMenge am rechten Ufer der Gironde, von Bordeauxaus bis Blähe. Sie stehen im Allgemeinen denGravesweinen an Güte nach, haben aber eine schö-nere Farbe, als manche Medocs. 4) Berre-kortos nennt man Medocweine, die auf schweremBoden ohne Steine wachsen. 5) Untre ckenxmors werden auf den zwischen der Garonne undDordogne gelegenen Bergen erzeugt, die nicht zuden Côtes und Palus gehören. 6) Vins àocargaison nennt man diejenigen Weine, welchesich zu weiten Versendungen eignen und sich durchdie Seereise noch verbessern. Dies ist besonders mit; den Palus und anderen Sorten 3. und 4. Klasseder Fall, die sich durch eine lange Reise oft so ver-bessern, daß sie den Weinen 1. und 2 Klasse gleich-kommen. — Von den weißen Weinen, die jedoch inweit geringerer Quantität als die rothen erbautwerden, kommen die besten aus der Umgegend vonBordeaux, namentlich aus den Gemeinden Villenaved'Qrnon, Blanquefort, Lêognan und Martillac.Sie sind ganz weiß von Farbe, sehr leicht und habeneinen nelkenartigen Geruch. Die Sorten vom rech-ten Ufer der Gironde von Castres bis Lagnon habenmehr Geist, sind aber weniger weiß als jene. Diebesten Sorten haben einen sehr angenehmen undzarten Geschmack und wachsen in den GemeindenBarsac, Sauterne, Preignac und Bommes. Außer-dem werden am rechten Ufer der Gironde noch vieleandere Sorten weißer Wein von geringerer Qualitätgewonnen. — Die geringsten Weinsorten werdengrößtentheils zur Fabrikation des Cognacs oderFranzbranntweins und des Spiritus verwendet.Die Weine, welche man versendet, erhalten meisteinen Zusatz von anderen starken und schweren Sor-ten; zu den feinen Gattungen nimmt man wohl-schmeckende Rhoneweine, wie Hermitage, Cüterotie,Croze rc., zu den geringeren Cahors und Languedoc.Den nach England gehenden wird häufig Brannt-wein oder spanischer süßer Wein zugesetzt, wodurchsie aber gewöhnlich der Gesundheit weniger zuträg-lich werden. Die Weinhändler vermischen besondersdie wohlfeilen Sorten, häufig mit gegohrenem Hei-delbeersast, sowie auch mit Himbeeren, Gewürz-nelken, Veilchenwurzel und dergl.
Bordereau, der Sortenzettel, ein Verzeichnißder Geldsorten, aus denen eine zu zahlende Summebesteht.
Borderieweine sind gute weiße und rotheWeine, von angenehmem Geschmack, aus den beidenDepartements der Charente, von denen viel überRochefort und Larochelle ausgeführt wird.
Bordelles nennt man in Frankreich eiserneBratpfannen, die besonders auf den Seeschiffen ge-! braucht werden.
Bordillon, s. Klappholz.
Bordings, s. Lichierschiffe.
Boretsch oder Gurkenkraut, BoragoI officinalis, eine aus dem Orient stammende