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Erster Band.
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Buchhaltung

Buche

Mischung härter wird, Sie werden in den Schrift-gießereien, besonders in Leipzig, Wien, Berlin,Magdeburg, Frankfurt a. M. und an mehreren ande-ren Orten gegossen und zwar in der Regel nur auf Be-stellung der Buchdrucker, und sie sind daher eigentlichkein Handelsartikel. Der Preis wird für den Cent-ner oder das Pfund berechnet und er ist um so höher,je kleiner die Schrift ist; bei einigen Sorten wird ernoch durch besondere Schwierigkeiten, die sie beimGuß verursachen, erhöht. Zum Gebrauch für Buch-binder haben die Schriftgießereien in der Regelkleine Quantitäten von einigen Pfunden der ver-schiedenen Sorten vorräthig, welche alle zu einerSchrift nöthigen Buchstaben und Zeichen in ver-hältuißmäßiger Anzahl enthalten und die in Packeten,Buchbinderpackete genannt, zu bestimmtenPreisen verkauft werden. — Die Sorten der Schrif-ten sind außerordentlich mannichfaltig und besondersin der neueren Zeit durch eine Menge Arten in ver-änderten Formen und mit allerhand Verzierungensehr vermehrt worden. Die Hauptsorten sind:Fractur oder deutsche Schrift, wozu auch verschie-dene Arten Gothisch gehören; Antiqua, diegewöhnliche, senkrecht stehende lateinische Tchrift,und Cursiv, die schief stehende lateinische Schrift.Außerdem hat man auch deutsche und lateinischeSchreibschrift und von ausländischen Sorten be-sonders russische, griechische und orientalische Schrif-ten. Der Größe nach zerfallen alle Sorten infolgende Gattungen von der kleinsten an: Diamant,Perl, Nompareille, Petit, Bourgeois, Corpus, Ci-cero, kleine und grobe Mittel, Tertia, Text, Doppel-mittel, kleine und grobe Canon, Missal, L>abon,Real, Jmperial, Sanspareil, als die größte, derenBuchstaben gegen 3 Zoll und darüber hoch sind.Hin und wieder kommen auch noch einige Zwischen-gattungen vor. Die größeren Sorten von Dritteloder Tertia an werden auch Titelschriften unddie ganz großen Plakatschristen genannt. Wenndie Hauptstriche der Buchstaben dicker als gewöhnlichsind, so nennt man die Schrift fett, sind sie dün-ner, so wird sie mager genannt.

Buche oder Rothbuche, l?agns sylvatica,ein fast über ganz Europa verbreiteter Waldbanm,der sich bis zu 4000 Fuß Höhe und bis zu 60» nörd-licher Breite findet, eine Höhe bis zu 100, zuweilensogar bis zu 150 Fuß und einen Durchmesser von2 — 4 Fuß erreicht. Mit dem 120. bis 150. Jahrevollendet sie ihr Wachsthum, trägt aber gewöhnlicherst nach dem 60. Jahre guten Samen, und nnretwa alle 5 Jahre, in kalten Ländern sogar nur alle15 Jahre. Sie ist besonders wegen ihres hartenUnd festen Holzes geschätzt, das nicht nur eines derbesten Brennhölzer ist, sondern sich auch als Nutzholzzu verschiedenen Zwecken ganz vorzüglich eignet.Als Bauholz ist es zwar weniger tauglich, da es,lvenn es nicht vollkommen trocken angewendet wird,die Nässe und den Witterungswechsel nicht gut ver-trägt ; doch wird es in vielen Gegenden, wo es großeBuchenwaldungen gibt (außerdem ist es auch zutheuer) dazu verwendet. Auch zu Wasserbauten undzum Schiffbau ist es brauchbar. Besonders wird£8 zu Tischler- und Stuhlmacherarbeiten benutzt,ferner zu Rädern, Deichseln und anderen Wagen-bestandtheilen, zu Schubkarren, Maschinentheilen,Gewehrschasten, Sattelbäumen, allerhand Geschirrenund Werkzeugen, wie Schaufeln, Löffeln, Spulen,Heugabeln, Rudern rc. sowie zu mancherleiDrechsterarbeiten. Dünne geschnittene Späne,

Buchenblätter oder Holzspäne genannt, wer-den von Schwertfegern, Schuhmachern, Buchbindernrc. verwendet. Die Kohlen sind für Feuerarbeitendie besten, die es gibt; sie sind sehr fest, geben vielHitze und lange Gluth. Die Früchte, Bucheckern,Buchnüsse oder Bncheln sind eine gute Mastfür die Schweine, welche davon schnell fett werden;sie machen jedoch das Fett zu weich und auch dasFleisch nicht gut zum Räuchern tauglich. Sie gebenkalt gepreßt 12—16 °/o eines sehr guten, wohl-schmeckenden, hellgelben Oeles, das zu Speisenbenutzt werden kann und auch häufig unter dasBaumöl gemischt wird; es hält sich mehrere Jahre,taugt aber weniger zum Brennen, da es viel schlei-mige Theile enthält. Es wird ausgepreßt oder aus-gekocht; im letzter« Falle ist es nur für technischeZwecke anwendbar. Die Oelkucheu werden zur Mä-stung des Viehes benutzt. Die Rinde, die Blätterund die Hülsen der Kerne werden als Gerberlohebenutzt, wirken jedoch schwächer als die Eichenlvhe;die Blätter taugen auch sehr gut zum Ausstopfenvon Matratzen, wozu sie viel länger haltenals Stroh.

Buch für verlorene Forderungen, Tchwarz-buch, f. Buchhaltung.

Buchgläuviger, s. Gläubiger.

Buchhalter, s. Handlnngsdiener.

Buchhaltung oder Buchführung nennt mandie Kunst, die Vorfälle in einem Geschäft nach einergewissen Ordnung in dazu bestimmte Bücher so ein-zutragen oder zu buchen, daß man daraus jederzeitund möglichst schnell ersehen kann, in welchemSchuldverhältnisfe man mit anderen Personen steht,wieviel man nach Abzug seiner Schulden im Ver-mögen besitzt und um wieviel sich dasselbe in einergewissen Zeit vermehrt oder vermindert hat. InBezug auf den ersten Zweck ist die Buchhaltungeigentlich nur eine Unterstützung des Gedächtnisses,indem man das, was man von jemand Andrem ausKredit erhält oder was man Jemandem aus Kreditgibt, sogleich niederschreibt, um es nicht zu vergessenund um aus diesen Notizen sehen zu können, vonwem und wieviel man zu fordern hat und wem undwieviel man schuldig ist. Wenn man aber die hier-auf Bezug habenden Geschästsvorsälle nach derReihe, sowie sie sich ereignen, in ein Buch schreibt, somüßte man, um daraus das Schnldverhältnih miteinem Geschäftsfteuude, mit dem mau mehrere Ge-schäfte gemacht hat, zu ersehen, erst die einzelnen,darauf Bezug habenden Notizen in dem Buche auf-suchen und zusammenstellen. Man erleichtert sichdaher die Uebersicht, wenn man alle Vorfälle, dieeine und dieselbe Person betreffen, aus einer Seitedes Buches zusammenstellt, und zwar so, daß die-jenigen , durch welche der Andere unser Schuldneroder Debitor geworden ist, von denen, durchwelche er unser Gläubiger oder Creditor geworden,getrennt sind. Ueberschreiben wir diese Seite mitdem Namen des betreffenden Geschäftsfreundes, sofinden fpir auf derselben sogleich Alles beisammen,was sich aus unser Schnldverhältniß mit ihm be-zieht, und wir haben dann nur nöthig zu untersuchen,ob die Summe der Geldbeträge dessen, was er vonuns erhalten hat, oder dessen, was wir von ihm er-halten haben, die größere ist, indem der Unterschiedder beiden Summen im ersten Falle zeigt, wievieler uns schuldig ist, und rm 8«üe, «nmetwir ihm 'schuldig sind. Ein solches Buch ist daherauch in jedein Geschäft, welches überhaupt Kreditgibt und Kredit erhält - und dies ist mit sehr sel-