Brustküchei
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Buchdruckerschriften
Fructus Sebestenae ober Myxae, dieschwarzgrünen, länglichrunden Früchte der in Ost-indien, Afrika rc. wachsenden Cordia Myxa, von derGröße einer Eichel, mit holziger Spitze und einem,zuweilen auch zwei Kernen. Sie haben einen süßenGeschmack und wurden früher als Brustmittel in derMedizin benutzt, wozu sie im Orient noch sehr häufiggebraucht werden. Die Früchte find eßbar, dieBlätter rundlich-eiförmig, oben Platt, der Kelch hat10 Streifen.
Brustküchel, s. Zuckerküchel.
Brutto, Bruttogewicht oder Sporco, istdas Gewicht eines Waarencollos mit der Umhüllung,dem Fasse, der Kiste rc. Der Ausdruck Sporcoist besonders im südlichen Deutschland gebräuchlich.Auch das Rauhgewicht einer Münze wird zuweilenihr Bruttogewicht genannt. Ferner bedient mausich des Wortes Brutto zur Bezeichnung eines Be-trages, von welchem die Ausgaben oder Unkostennoch abzuziehen find, und man sagt daher Brutto-einnahme, Bruttoertrag. — Bruttoge-winn, s. Gewinn.
Bruydres heißt ein feiner geköperter Wollenzeng,der im südlichen Frankreich sabrizirt wird und be-sonders nach Spanien geht.
Bublins oder Boublins, ein fester, geköper-perter Baumwollenzeug, meist blau und grün chan-girend, indem zu dem Einschuß Garn genommenwird, das aus zwei Fäden von verschiedenen Farbengezwirnt ist. Er wird besonders in der Gegend vonRumburg in Böhmen verfertigt und geht meist nachPolen und Galizien.
Buccuvlätter, Buchn-, Bucco- oder Bukka-blätter, Folia Buecu, werden die Blätter vonDiosma crenata, einem am Borgebirge der gutenHoffnung wachsenden Strauche genannt. Sie findoval, etwa 1 Zoll lang, am Rande fein gekerbt, aufder Oberseite sattgrün mit kleinen Warzen, auf derunteren gelblichgrün mit kleinen drüsigen Punkten.Der Geruch ist durchdringend aromatisch, der Ge-schmack bitter und der Pfeffermünze und dem Ros-marin ähnlich. Man erhält sie über Hamburg,Amsterdam und London und benutzt ste in der Me-dizin als Thee. Als wirksame Bestandtheile dieserBlätter ist ein darin enthaltenes Harz, ein ätheri-sches Oel und das Divsmin zu betrachten, einegelblich-braune zähe Masse, von sehr stechend bit-terem Geschmack und dem Geruch der Blätter;außerdem befinden sich Eiweiß, Gummi, ein brau-ner Farbestoff und verschiedene Salze in ihnen.
Buch, s. Papier.
Buchara oder Bucharei, s. Turan.
Buchara, Bukhara oder Bochara, Haupt-stadt des gleichnamigen Khanats im mittelastatischenReiche Turan, auf einer Oase der großen buchari-schen Wüste, iy 4 Meilen vom Flusse Kuandarjaoder Kohnk entfernt, 70,000 Eiuw. Die Stadt hatiy 2 Meilen im Umfange, ist mit einer 24 Fuß hohenLehmmauer mit Thürmen umgeben, schlecht gebautund hat enge Straßen, durch welche eben nur einbeladenes Kameel passiren kann. Durch zahlreicheKanäle wird ihr aus dem Flusse frisches Wasser ingemauerte Bassins zugeführt, doch leidet sie oft anWassermangel. Es gibt hier gegen 400 Moscheenund ohngefähr eben so viele Schulen, viele Karavau-serais und Bazars. Eine Vorstadt ist von Judenbewohnt, deren Vorfahren aus der babylonischenGefangenschaft zurückgeblieben sein sollen. Bucharaist einer der wichtigsten Handelsplätze des inneren
Asiens, indem hier fast aus allen asiatischen LändernKaufleute zusammenkommen; die Hauptgegenständedes Handels sind Pelzwerk, Moschus, Leder, Pferde,Baumwolle, Shawls, Thee, Arznei- und Räucher-waaren, Papier, Edelsteine, Perlen, Metallwaareu,Glas rc. Die Handelsverbindungen erstrecken sichnach allen asiatischen Ländern; am wichtigsten sindsie jedoch mit Rußland, durch welches der Verkehrmit Europa vermittelt wird. Die Waaren werdenvon hier auf die Messe von Nifchny - Nowgorod ge-sandt und von da, sowie von Petersburg und Mos-kau, die europäischen Artikel bezogen. Dieses sindbesonders mittlere und ordinaire Tücher, Baum-wolleuwaaren, namentlich weiße Musseline, zumTheil mit breiten goldgestickten Rändern zu Tur-banen für Vornehme, und auch baumwollene Tü-cher; ferner Seidenwaareu, Sammet, Leder, ächteund unächte Bijouterien, Papier, Steingut, Metall-uud Farbewaaren, Spiegel rc. Man verfertigtgeringes baumwollenes Garn, starke Baumwollen-zeuge, Bettdecken, seidene und halbseidene Stoffe rc.,von denen Manches nach Rußland abgesetzt wird.
Münzen. Die Münzen der Bucharei sind: derTilla (von Gold), der Tenga, Tanga oder Tjanga(von Silber) und der Pul (von Messing, früher vonKupser). Der Tilla hat gesetzlich 21 Tengas ä 44Puli, doch sind diese Werthe schwankend. 1 Tilla-- 7 Fl. 20 Kr. im 52-/- Guldenfuß ---- 4 Thlr.5 3 / 4 Sgr. preuß.; der Tenga = 21 Kr. südd. W. —6 Sgr. preuß. Diese beiden Münzen, welche auchin Miri und Du-Miri (Halbe und Viertel) getheiltwerden, sind rund, die Puli aber bilden ein läng-liches Sechseck. Von fremden Münzen conrsirenbesonders goldne Tillas von Kabul und außerdemholländische Dukaten und russische Rubel, die abermeist nur mit Verlust angenommen werden. Geldauf Zinsen zu leihen, ist streng verboten, was demHandel sehr nachtheilig ist; doch kann man in Bucharadurch Vermittelung der Hindus Geld bekommen.
Gewicht. Das Gewicht ist der Batman —7, 8 russische Pud = 127, 767 Kilogrammen —255, S3i deutsche Zollpfund = 228,,z, Wiener Pfund.— Auf den an verschiedenen Orten des Landes ge-haltenen Messen findet ein großer Waarenumsatzstatt; besonders wichtig ist die in dem Dorfe Per-masse, 50 Werst von der Stadt Buchara, wovorzüglich viel Geschäfte in Baumwollenwaarengemacht werden.
Bucharest, s. Bukarest.
Buchbinderleinwand, s. Leinwand.
Buchdruckersarbe oder Buchdruckerschwärzeist eine Mischung von Leinölfirniß und feinem ge-reinigtem Ruß, welche in der Regel durch Reib»Maschinen innig mit einander vermischt werden. Esgibt jetzt an vielen Orten Fabriken davon, welchedie Buchdruckereien damit versehen, namentlich inLeipzig, Berlin, Magdeburg, Frankfurt a. M. rc.;sie führen in der Regel drei Sorten, nämlich starke,welche zugleich am schwärzesten ist, mittelstarke undschwache. Auch verfertigen diese Fabriken gewöhn-lich andere Farben: roth, blau, grün, gelb rc. zufarbigen Drucken.
Buchdruckerschriften oder Lettern, aus Me-tall gegoffene parallelepipedische Körper, auf derenoberer Grundfläche ein erhabener Buchstabe oderein andres Schriftzeichen steht und die zum Druckvon Büchern rc. benutzt werden. Das dazu ver-l wendete Metall ist Blei oder Hartblei mit einem! Zusatz von y c oder y 8 Antimonium, wodurch die