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Erster Band.
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Buchhaltung 207 Buchhaltung

hat sich also im Lause des Jahres um 2000 Thlr.vermehrt und dies ist sein Gewinn. Um diese Unter-suchung anzustellen, braucht man eigentlich keinandres Buch, als das oben erwähnte Haupt- oderContocorrentbnch, denn in diesem findet man dieAußenstände und die Schulden, das Geld kann manzählen und die vorräthigen Waaren kann man wä-gen oder messen und zu den bestehenden Preisenberechnen. Aber der Kausmann will zuweilen auchaus der Stelle und ohne weitere Miihe wissen, wie-viel er von jedem einzelnen Waarenartikel besitztund diesen Zweck erreicht er durch die Führung einesbesondern Buches. In dieses trägt er ein, wievieler von jedem einzelnen Artikel empfängt und wiederweggibt, und der Ueberschuß der Quantität des Em-pfangenen über die Quantität des Weggegebenenzeigt die Quantität des Vorhandenen. Zur beque-meren Ueberflcht richtet man dieses Buch ähnlich wiedas Hauptbuch ein, indem man jedem Waarenartikelein Conto mit Hebet und Credit auf einer Doppel-seite eröffnet, und ins Hebet alles Das bringt, wasman von dem Artikel erhält, ins Credit aber allesDas, was man davon verkauft. Die Waare oderder Verrath davon erscheint dabei gleichsam als einePerson, der man alle die Quantitäten, welche mankauft oder zugeschickt erhält, übergibt, und von derman sich alles Das, was man von der Waare wiederverkauft, erst geben läßt. Ein solches Buch wirdWaarenscontro, Lagerbuch oder Waarey-lagerbuch genannt. Wenn man daraus nur sehenwill, wieviel man von jedem Waarenartikel vor-räthig hat, so braucht man nur die Quantitäten,die man empfangen und weggegeben hat, nach Gewicht,Maß, Zahl rc. aus die Contos zu notiren, und wennman dann die Summe der Creditseite von der der

Debetseite abzieht, so muß der Rest mit dem Bor-rathe übereinstimmen. Gewöhnlich hat dieses Buchjedoch auch den Zweck, zu zeigen, wieviel man anjedem Artikel gewinnt oder verliert. Zu dem Endebemerkt man aus den Conteu außer der Quantitätauch den Werth des Empfangenen und des Weg-gegebenen, und zwar den ersteren zum Einkaufpreiseund den letzteren zum Verkauspreise. Wenn mandann den Vorrath zu demjenigen Preise, zu welchemman die Waare augenblicklich kaufen kann, ins Cre-dit des Contos schreibt, so wird zwar das Gewicht(Maß, Zähere.) auf beiden Seiten gleiche Summenzeigen, die Tummeu der Geldcolumnen aber werdenin der Regel verschieden sein. Zeigt die Debetseiteeine größere Sumnie, so hat man für die Waaremehr ausgegeben als eingenommen und hat alsodaran verloren; ist aber die Summe der Creditseitedie größere, so hat man daran gewonnen. Um da-her das Conto abzuschließen, schreibt man auch denUnterschied zwischen den beiden Geldcolumnen alsGewinn oder Verlust auf diejenige Seite, derenSumme die kleinste ist, worauf sich sowohl die Geld-ais auch die Quantitätscoluinnen ausgleichen wer-den. Nachtw,ir man hierauf beide Seiten snmmirthat, trägt man den Vorrath zu dem Preise, zuwelchem man ihn vorher ins Credit geschrieben hatte,im Debet wieder vor. Wenn z. B. ein Kausmann100 Ctr. Zucker zu 20 Thlr. gekauft und davon20 Ctr. zu 21% Thlr., 10 Ctr. zu 22 Thlr. und30 Ctr. zu 21 Thlr. wieder verkauft hat, so wird ernoch 40 Ctr. Vorrath davon haben, und wenndieser, weil der Preis heruntergegangen ist, zur Zeitdes Abschlusses um 19 Thlr. pr. Ctr. werth ist, sowürde das darüber im Waarenscontro geführteConto etwa folgendermaßen lauten:

Debet,

1863.

Mai

1

100

100

Aug.

1

40

Zucker-Conto.

Credit.

Von A. erh. ä 20 H-Gewinn

Vorrath ä 19 FA „

1863

2000

—

Mai

20

20

An B. verk. ä 21% ^

430

40

—

Juni

14

10

„ 0. „ ä 22 „

220

—

Juli

26

30

630

—

Aug.

1

40

Vorrath . ä 19 „

760

—

2040

—

100

■4

2040

—

760

—

Das Conto ergibt also, daß vom 1. Mai bis1. August an diesem Zucker 40 Thlr. gewonnenworden sind. — Der Abschluß der Bücher zur Aus-mittelung des Vermögensstandes und des Gewinnsoder Verlustes wird in der Regel alljährlich einmalgemacht und dann die wirklichen Borräthe derWaaren durch Wägen, Messen rc. aufgenommen,ebenso das vorräthige Geld, die Wechsel und andereWerthpapiere, die man besitzt; aus den Büchernlverden die Außenstände und die Schulden ausge-wogen und dies Alles in einem besonderen Buche ge-hörig zusammengestellt. Diese Arbeit und dieseZusammenstellung nennt 'man die Inventur.

. Gewöhnlich führt ein Kaufmann auch ein Contoüber seine baare Kasse, und zwar in einem beson-deren Buche, Lass «buch genannt, welches dahervur dieses eine Conto, das Cassaconto enthält.An das Debet desselben werden alle baaren Geldein-nahmen und in das Credit alle Ausgaben geschriebenund der Ueberschuß der Debetseite über die Credit-leite muß daher mit dem vorhandenen baaren Geldestets übereinstimmen. Ost werden die empsangenenund ausgegebenen Zahlungen aus der Stelle in dieses

Buch eingetragen und es ist daher für alle diesePosten das erste Notizbuch, indem man sie in diesemFall nicht in das Memorial schreibt und sie aus demCassabuche in das Hauptbuch überträgt. Zuweilennotirt man die Geldposten jedoch auch, wie alle übri-gen, zuerst in das Memorial und überträgt sie erstaus diesem in das Cassabuch.

Die bisher im Allgemeinen erwähnten 4 Bücher:das Memorial, Hauptbuch, Waarenscon-tro und Cassabuch, sind eigentlich die wichtigstenund die Buchhaltung eines jeden Geschäfts könntesich nöthigenfalls auf sie beschränken. Man nenntsie deshalb auch Hauptbücher. Außerdem werdenjedoch in jedem Geschäft in der Regel mehrere Ne-benbücher und Hülss- oder Auxiliarbuchergeführt, deren Zahl, Bestimmung und Einrichtung

aber sehr verschieden ist und iiamentlich durch vreGröße des Geschäfts, durch die Art seiner Fuhrrmg,durch seine Ausdehnung rc. modificirt wird. DasWaarenscontro wird sogar in vielen Geschäften garnicht geführt, namentlich in solchen, deren-Gegen-stände^tu einer großen Anzahl von Artikeln bestehen,und in allen Detailgeschäften. Besonders für die