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Erster Band.
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Buchhaltung

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Buchhaltung

ersten Geschästsnotizen ist die Zahl und die Einrich-tung der Bücher sehr verschieden. Häufig führtman außer dem eigentlichen Memorial eine Strazzeoder Kladde, in welche alle Vorfälle auf der Stelleund ohne besondere Sorgfalt notirt werden und ausder man sie dann erst bei größerer Muße in dasMemorial einträgt. Zuweilen hat man anstatt der-selben zwei Borbücher, das eine für Alles was manempfängt und das andere für Alles was man ver-kauft oder versendet, und man nennt das erstereEmpfangs- oder Eingangsbuch und dasletztere Versandt- oder A n s g a n g s b u ch. Fernerhat man zuweilen ein besonderes Buch für die ausdem eigenen Platze gemachten Geschäfte und einanderes für die Versendungen nach auswärts. Ingroßen Waarenhandlungen, wo das Lager einemeigenen Commis übergeben ist, macht dieser gewöhn-lich die ersten Notizen über alle Geschäfte, welche denEmpfang oder Verkauf von Waaren betreffen, in einoder zwei Vorbücher, aus denen dann erst die No-tizen im Memorial gebildet werden. Banquiersführen über Wechsel, Staatspapiere und Aetien be-sondere Scontri, wie der Waarenhändler überWaaren, deren Einrichtung jedoch von dem Waaren-scontro in manchen Stücken abweicht; ferner werdenzu Speditionsgeschäften, zu Commissionsgeschästenund dergl. besondere Bücher nöthig. Die kleinenAusgaben für Handlungsunkosten, Haushaltungs-unkosten rc. schreibt man gewöhnlich nicht einzeln indas Cassabuch, sondern hat dazu besondere Neben-bücher, aus denen man am Schlüsse jedes Monatsdie Summe dieser Ausgahen in das Cassabuch über-trägt. — Das Casfabuch schließt ^nan übrigens inder Regel alle Monate ab, indem man das vor-räthige Geld zählt, wodurch man, wenn der Betragdesselben mit dem Saldo des Cassacontos überein-stimmt, zugleich die Gewißheit erhält, daß man ausdiesem Alles richtig eingetragen hat.

Die bis jetzt besprochene Form der Handlungs-bücher wird die einfache Buchhaltung genanntund sie ist hinreichend, um sowohl das Schuldver-hältniß mit den Geschäftsfreunden aus den Büchernzu ersehen, als auch um den Gewinn oder Verlustam Geschäft im Ganzen ausmitteln zu können. Willman jedoch wissen, wieviel an jedem einzelnen Theileoder Zweige des Geschäfts gewonnen oder verlorenwird, so wendet man die doppelte Buchhaltungan, welche diesen Namen daher hat, weil dabei jedesGeschäft doppelt notirt, nämlich einem Conto debi-tirt und dem andern creditirt wird. Man gibt zudem Ende nicht allein jeder Person, mit der man zuthun hat, ein Conto, sondern auch jedem Besitztheile,jedem Geschäftszweige und überhaupt jeder, auchnur eingebildeten Sache, welche eine Einnahme oderAusgabe und einen Gewinn oder Verlust verursacht.Man hat daher, außer dem auch bei der einfachenBuchhaltung gebräuchlichen Casfaconto, ein Waa-renconlo (auch Gencralwaarenconto genannt), einWechselconto, ein Staatspapierconto, ein Zinsen-conto, ein Speditionsconto, ein Commissionsconto,ein Handlungsunkostenconto, ein Haushaltungs-conto u. s. w., und bei jedem Vorfalle debitirt mandasjenige Conto, welches etwas bekommen hat oderfür welches etwas ausgegeben worden ist, und credi-tirt für die nämliche Summe dasjenige Conto, wel-ches die Sache hergegeben oder eingebracht hat.Wenn ich z. B. an Jemanden eine Waare auf Kre-dit verkaufe, so debitire ich dessen Conto für denBetrag und creditire das Waarenconto dafür; kaufe

ich Staatspapiere gegen baare Zahlung, so debitireich das Staatspapierconto und creditire das Cassa-conto; schickt mir Jemand Wechsel zur Gutschriftein, so creditire ich dessen Conto und debitire dasWechselconto; verlause ich Waaren gegen baareZahlung, so creditire ich das Waarenconto und debi-tire das Cassaconto; bezahle ich Zinsen für einDarlehen oder zieht mir Jemand Disconto aufeine Zahlung ab, so creditire ich das Casfacontound debitire das Zinsenconto; gebe ich etwas fürMiethzins, Gehalte, Beleuchtung und dergl. aus,so creditire ich das Casfaconto und debitire dasHandlungsunkostenconto; schaffe ich Mobilien oderGeräthschasten für die Handlung an oder lasse der-gleichen repariren, so creditire ich für die Ausgabedas Casfaconto und debitire das Handlungsmobilien-cvnto rc. Man findet daher beim Bücherabschlußauf die nämliche Weise, wie oben in Bezug auf dasWaarenscontro erwähnt worden, wieviel an jedemGeschäftszweige rc. gewonnen oder verloren wordenist; solche Conten, sürwelche nur ausgegeben wird, wiedas Handlungsunkostenconto, Handlungsmobilien-conto rc. können natürlich auch nur Verlust ergeben.

Die eigentliche doppelteBuchhaltung, auch italie-nische genannt, weil sie in den großen Handels-plätzen Oberitaliens im 15. Jahrhundert zuerst an-gewendet wurde (der Erfinder soll ein Menoniten-mönch, Lncas Paccioli in Burgo gewesen sein), hatnoch das Eigenthümliche, daß man auf die Contenim Hauptbuche alle Posten eines Monats, sowohlim Debet als im Credit zu einem Posten vereinigt,bringt. Zu dem Ende geschieht das Uebertragen ausden Vorbücher» ins Hauptbuch nur am Schlußejedes Monats, aber nicht unmittelbar, sondern nach-dem erst die einzelnen Posten so zusammengestelltworden sind, daß jedem Debitor alle dazu gehören-den Creditoren und jedem Creditor alle dazu gehören-den Debitoren gegenüberstehen. Diese Zusammen-stellung wird in einem besonderen Buche geniacht,welches man Journal nennt. Das Hauptbuchhat nämlich nur den Zweck, nach der monatlichenUebertragung den Saldo jedes Contos zu zeigen,und dazu ist die summarische Eintragung hinreichend;aber man findet dann aus den Conten nicht die ein-zelnen Posten und kann daher z. B. Niemandemeinen Rechnungsauszug aus dem Hauptbuchs an-fertigen rc. Man ninß daher außer dem Hauptbuchenoch ein Buch haben, in welchem jede Person, mitder man in ein Schuldverhältniß kommt, ein Contoerhält, auf das die Posten einzeln gebracht werden,wie im Hauptbuche der einfachen Buchhaltung, unddieses Buch nennt man gewöhnlich Conlocor-rentbuch. — Auch bei der doppelten Buchhaltungfinden übrigens manche Verschiedenheiten in Bezugauf die Einrichtung der Bücher statt; namentlichwird nicht selten das Journal weggelassen und manträgt die einzelnen Posten unmittelbar aus den Vor-büchern auf die Conten des Hauptbuchs, wie bei dereinfachen Buchhaltung. Man erspart dadurch nichtallein die Führung eines besonderen Contocorrent-buchs, sondern auch die ganze ziemlich schwierige undverwickelte Arbeit des Eintragens ins Journal.

Nachdem wir diese allgemeinen Bemerkungen überdas Wesentliche der einfachen und doppelten Buch-Haltung vorausgeschickt haben, zeigen wir nun dieAnwendung derselben auf die Buchung der Vorfalleeines Colonialwaarengeschäfts en gros währendeines Monats, nach beiden Formen, lassen amSchlüsse desselben den Jahresabschluß folgen, als