Cahorswkinc
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Caiamangis
Cahorsweine, schwere, meist dunkel gefärbte,rothe Weine aus dem französischen DepartementLot, weshalb sie zu den Pontacs gerechnet werden,obgleich sie nicht zu diesen gehören. Man theilt siein schwarze, rothe und rosenrothe; die schwarzengeben besonders nach Bordeaux und werden nurselten allein getrunken, sondern fast ausschließlichzuni Verschneide» leichter und schwach gefärbterRothweine verwendet; die gutgepflegten Sorten derrothen sind als schwere Tischweine geschätzt, dierosenrothen wegen ihrer Farbe weniger.
Caikcedra oder afrikanisches Acajouholz,ein dem Mahagoni ähnliches Holz, dessen Farbe abermehr ins Wcinrothe fällt, und das gröber, härterund schwerer zu verarbeiten ist als jenes. Frisch hates einen widrigen Geruch, nach dem Trocknen aberriecht es angenehm. Es soll von Odrela odoratastammen und ist erst seit einigen Jahren nach Eng-land gekommen. Eine Cailcedrarindc, wahr-scheinlich von der Swietenia senegalensis ist statt derChinarinde angepriesen. Sie ist bräunlichgran, hart,rissig, mit feinkörnigem Bruch und sehr bittrem Ge-schmack, enthält als wirksamen Bestandtheil eineneigenthümlichen, harzartigen, bittern Extractivstofs,das Cailcedrin; bisher hat sie noch nicht viel An-wendung in der Medizin gefunden.
Cailloutis nennt man in Frankreich die Sodain ganzen Stücken.
Caimancanis werden in der Türkei die weißenMusseline genannt, die man gewöhnlich um dieTurbane wickelt. Sie werden an vielen Orten inder Türkei, Aegypten, Ostindien x. versertigt undauch in Sachsen fabrizirt man Musseline unterdiesem Namen.
Caincawurzel, Radix Caincae oder Ca-hincae, die fingerdicke, holzige, hin und her ge-bogene Wurzel der in Westindien, Florida und Bra-silien wachsenden Chiococca racemosa, eines zurFamilie der Rubiaceen gehörenden 6—8 Fuß hohenStrauches, mit abstehenden, zahlreichen Aesten, kah-len, glatten, glänzenden, hellgrünen, sehr verschiedengeformten Blättern, vielblüthigen Trauben, kleinen,rundlichen, weißen Beeren. Die Wurzel kommt inStücken bis zu einem Finger dick vor, die aus einemgrauweißen Holzkerne und einer graubraunen oderröthlichen Rinde bestehen, und hat einen aromati-schen, unangenehmen Geruch, auch einen eckelhasten,sehr bittern Geschmack; das weiße Mark ist geruch-und geschmacklos. Sie enthält eine eigenthümlicheSäure, Caincasäure, Aeidum caiucicum, ge-nannt, welche kleine, spießige Krystalle ohne Geruch,aber von sehr bittrem, scharfen und unangenehmemGeschmacke bildet; außerdem verschiedene Harze,Benzoesäure, Gerbestoff, Emetin, Baßorin x., undwird in der Medizin als abführendes Mittel undgegen Wassersucht gebraucht. Die Wurzeln derCainca deusifolia und anguifuga in Brasilien wer-den hauptsächlich gegen den Biß der Schlangen ver-wendet. Die Caincasäure ist noch sehr theuer.
Cairens sind schöne wollene türkische Teppichemit lebhaften bunten Mustern und ausgezeichnetelastischer Poile. Man verfertigt sie in allen Größen,sowohl über ganze Zimmer, als zu Sopha-, Tisch-und Bettteppichen.
Cajantes, Calandrss, Blumettes, Plu-mates oder Grosgrains sind französische ber-kanartige Zeuge, meist aus Kammgarn, zuweilenauch mit Seide gemischt gewebt, die früher in Lilleund anderen Städten des nördlichen Frankreichs,
aber auch an mehreren Orten in Deutschland ver-fertigt wurden.
Cajou, s. Acajounüsse.
Calabarholz, s. Sandelholz.
Calabresa, f. Seide.
Calabreser Weine sind starke, theils weiße,theils dunkel- oder hellrothe Weine von lieblichemGeschmack, aus Calabrien im Neapolitanischen,welche in Italien sehr beliebt sind und daher häufigversandt werden. Die dunklen sind sehr schwer, sodaß man sie gewöhnlich den Tag vorher, ehe man sietrinken will, mit Wasser vermischt. Man theilt siein Weine aus Calabria citeriore und aus Calabriaulteriore.
Caladaris , roth und schwarzgestreifte ostindisckieKattune, die in Bengalen verfertigt werden undfrüher nach Europa kamen.
Calagualawurzel, Radix Calagualae, an-geblich von Polypodium Calaguale, einem aus denperuanischen Gebirgen wachsenden Farrenkraule.Sie ist röthlich, bis fingerlang, runzlicht, von derDicke einer Schreibseder bis eines Fingers, geradeund gebogen, mit Knoppen und Schuppen verseben,geruchlos und von bitterlich süßem Geschmack. Eswerden manche andere Farrenwurzeln aus Amerikafür sie eingeführt. Sie ist zwar in der Medizin ein-geführt worden, da sie aber selten ächt zu haben undnur frisch wirksam ist, noch nicht allgemein in Ge-brauch gekommen.
Calais, hübsche und befestigte Seestadt an derMeerenge von Calais, im französischen DepartementPas dv Palais, mit einem bequemen, für Schiffe von4u0 — 500 Tonnen zugänglichen Hafen und 13,000Einw. Sie ist jetzt durch eine Eisenbahn mit Bon-logne verbunden und bildet ferner den Endpunktder Paris-Liller Bahn. Sie hat ein Handelstribunalund eine Handelskammer, eine Navigationsschule,Citadelle, 2 Leuchtthürme, viel besuchte Seebäder,Assekuranzcompagnien, eine Ackerbaugesellschast,Spinnereien, ansehnliche und renommirte Tüllsa-briken; außerdem gibt es viele Oel-, Seifen- undLederfabriken, auch werden Schiffe für den Fischfanggebaut. Die Handelsoperationen Calais' bestehenzunächst nur in der Einfsuhr von Rohstoffen. Holzvom Norden bildet den Haupttheil des Geschäftes.
Im Ausfuhrhandel dieses Platzes gibt esnichts Besonderes hervorzuheben; Weine, rohe undverarbeitete Seide, Pariser Jndustrieartikel, Oele allerArt, Ubren und Bijouterien, Thonpseisen, GeflügA,Eier, Obst, Gemüse sind so ziemlich Alles, was vonhier aus versendet wird. Nach Dover fährt täglichein Dampfschiff von hier ab, sodann ist eine Dampf-schiffahrtsverbindung mit London hergestellt, wohinwöchentlich mehrmals Schiffe gehen. Im Jahre1861 liefen hier 1624 handelsthätige, beladene Fahr-zeuge von 222,046 Tonnengehalt ein, worunter 912englische Segelschiffe und Dampfer, 492 französischeSegelschiffe und Dampfer und 196 schwedisch-norwe-gische Segelschiffe. — Messen werden jährlich zweiund zwar am 22. Januar und 22 Juli beginnend,abgehalten, die 10 Tage währen.
Rechnung ,Münzen,Maße und Gewichte,s. Frankreich.
Calamachi, eine Gattung arlasartiger Seiden-zeuge, die hauptsächlich in Genua verfertigt werden.
Calamangis oder Calamanganis hieß eineGattung geringer ostindischer Baumwollenzeuge, diefrüher durch die Niederländer nach Europa gebrachtwurden.