Calamank
273
Calcutta
Calamank, Eal amande, f. Kalmank.
Calamatta , auch Calamatta senz’ animaWne Seele) genannt, ist eine Art italienischer Seide,welche unzugerichtet von Genna aus verschickt wird.
&Ä,
Calamink, s. Kalmink.
Calamintha officinalis, s. Bergmelisse.
Calamitstorax, s. Storax.
'Calancas oder Calaucards hießen weiße»kindische Kattune, welche früher nach Europa kamen,wo sie bedruckt und dann meist wieder nach der Le-vante ausgeführt wurden.
Calandrss, s. Cajantes.
Caloaria, s. Kalk. — C. acetica, j. Kalkerde,essigsaure. —C. carbonica,f. Kalk. — C. causti-ca , s. Kalk. — C. chinica, f. Kalk, chiiia -saurer. — C. chlorata, s. Chlorkalk. — C. fluo-vata, s. Flußspath. —C. muriatica, s. Kalk,salzsaurer. — C. sulphurata, s. Schwefel-talk. — C. sulphurata stibiatica, s. Spießglanz-schwefelkalk.
Calcedon oder Chalcedonier ist ein zumOuarzgeschlecht gehörender, halbdurchstchtiger oderauch nur durchscheinender Stein, von mattem odernur wenig glänzendem Ansehen und mit ebenem,splitterigem oder muscheligem Bruche, der gewöhnlicheinen Hanptbestandtheil des Achats bildet, aber auchhäufig allein vorkommt. Er findet sich in verschie-dener Gestalt aber selten nach Art des Quarzeskryswllisirt, gewöhnlich milch - oder graulichweiß vonFarbe, oder ius Bläuliche, Bräunliche oder Grünlichespielend, oft verschiedenartig gebändert, gefleckt oderwolkig, oder auch mit Dendriten gezeichnet. Nachden verschiedenen Farben unterscheidet man mehrereSorten mit besonderen Benennungen. GemeinenC a l c e d o u nennt mau den milchweißen oder grauen,oft mit weißen oder etwas dunkleren Streifen, der sichbesonders aus Island, den Faröern,iu Ungarn, Sie-benbürgen, Böhmen, Schlesien, Sachsen, am Ober-rhein rc. findet und häufig zu Ring- und Siegel-steinen, Dosen, Slockknöpfen, Vasen, Schalen, Pet-schaften, Knöpfen rc. verarbeitet wird. Der milch-weiße wird auch Cacholeng genannt. Wenn manden durchsichtigen Stellen im Innern dunkle,schwarze oder rothe bäum- oder moosartige Zeich-nungen sieht, wird er Moos achat, Mokkastein,säumst ein oder Baum ach at genannt; dieserllNdet sich besonders schön in Arabien und Ostindienund kommt häufig von Snrale nach Europa. Istw regelmäßig weiß und braun oder auch hell- undhuiikelbrann oder schwarz gestreift, sindem er auspichen verschiedenfarbigen Lagen besteht, so wird er^Npx (s. d.), der hellfarbige auch Calcedon yx8?naimt und ost sehr hoch geschätzt (wie das berühmte^nyxgesäß, das sich früher im Naturalienkabinet zu^raunschweig befand, seit der Flucht des Herzogs®#tl aber daraus verschwunden ist); derselbe wirdbesonders zu Kameen (s.d.) verarbeitet. PlasmaUeiint man einen lauch - oder grasgrünen, zuweilenbläulichen Caleedon, der sich besonders auf den FaröernUnd in den Achatkngeln bei Oppenan im BadischenNndet. Der gelbe wird Cerachat oder auch H alb-tarneo^ der ins Azurblaue fallende, der einige.^Ähnlichkeit mit dem Saphir hat und sich besonderssu Äibirien und Siebenbürgen findet, Saphirin,°er weiße und blutroth gefleckte Stephans st ein,M wisirende Regenbogencalcedvn,derwolkige-tLolkenealcedon re. genannt. Unter orien-
2 o r t' s Univ.-Lexiccm.
tali schern C a leedon versteht man gewöhnlich dieschöneren Sorten aus Ostindien, Nnbien, Arabien,Island und veu Faröern. Die Zeichnungen werdenübrigens auch nicht selten künstlich vermittelst salpe-tersauren Silberoxyds darauf hervorgebracht.
Calcernier heißt ein sehr guter Wein, der in derNähe von Avignon an der Rhone wächst.
Calcitrappe, s. S t e x n b i ft e 1.
Calcium, s. Kalk. — 6. ehloratum, Kalk,salzsaurer. — 6. foüatum, s. Jodcalcinm. —6. üuoratuiu, s. Flußspath. — C. sulphuratum,s. Schweselcalcium.
Calculation, s. Rechenkunst, kaufmän-nische.
Calculationsbuch, s. Buchhaltung.
Calcutta, Hauptstadt der gleichnamigen Präsi-dentschaft im englischen Ostindien und aller engli-schen Besitzungen in Asien, am Hooghly, dem west-lichen Hauptarme des Ganges, ü Meilen vomMeere, mit den Vorstädten und nächsten Dörfern7—800,000 Einw., Sitz des Generalgouverneursvon Ostindien, der Regierungsbehörden, eines eng-lischen Bischofs, einer großen Misstonsgesellschast re.Die Umgebung der Stadt ist sumpfig und daher fürEuropäer ungesund, doch haben die Engländer durchAustrocknung der Sümpfe und Lichten der Wälderviel zur Verbesserung der Luft gethan. Sie hat zweiHäfen und wird von dem starken Fort William,der wichtigsten Festung Indiens, geschützt, das15,000 Mann aufnehmen kann und in welchem siehein prächtiges Zeughaus und andere Mililair-etablissements, die Universität rc. befinden. Unmit-telbar an dieses stößt die weiße Stadt oderTschau ringt, in welcher die Europäer wohnenund die regelmäßig gebaut ist, mit breiten Straßenund vielen prächtigen Gebäuden, Kirchen, Theater,Börse, Schiffsdocks, einem berühmten botanischenGarten, an welchem 130 Personen angestellt sind tc.Dagegen ist die nördlicher gelegene schwarzeStadt oder Pe ttah, welche besonders von Hindusbewohnt ist, eng und schlecht gebaut, meist mit Häu-sern von Bambus oder Holz, mit Stroh oder Lehmgedeckt; sie enthält viele Pagoden, Moscheen, Bazarsund die Münze, ist von Kanälen durchschnitten undmit Gräben umgeben, außerhalb welchen eineEsplauade mit Alleen und schönen Häusern liegt.Die großen, sich weit erstreckenden Vorstädte sindebenfalls meist eng und schlecht gebaut. Die Stadtbesitzt zahlreiche Fabriken, besonders von Baum-wollen- und Seidenwaaren, ferner von Lederwaaren,(viel Schuhwerk), irdenen Gefäßen, Tabak, Zucker,Arak-, Gold-, Silber- und Holzwaaren, Schiffs-geräthen rc. Von großer Wichtigkeit ist der Handel,denn Calcutta ist einer der bedeutendsten Handels-plätze der Welt und der Stapelplatz aller ProdukteOstindiens, sowie der zahlreichen europäischen Ein-fuhrartikel. Das große, seit dem Jahre 1860 vonneun Gesellschaften in Angriff geuommene Eisen-bahnnetz, welches Calcutta mit Bombai und Ma-dras in directe Verbindung bringen soll, wirdeinen außerordentlichen Einfluß auf die Belebungdes Handels haben. Auf dem Hooghlh komuieiiSchiffe von 500 Tonnen aus der See bis zur Stadt;größere legen im Hafen Diamond, 50 engt. Mei-len weiter abwärts, au. Ueberhanpt werden aufdem Ganges die meisten Erzeugnisse Ostindiens zu-geführt und die europäischen Waaren gehen auf dem-selben zurück nach Allahabad und den übrigen gro-ßen Handelsstädten, durch welche auch ein bedeuteu-
18