Checks
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Chemnitz
Jtl der in Ostindien, besonders an der Küste von^oromandel an trocknen, sandigen Stellen der See-users wachsenden und auch angebauten Oläcnlanlliaumbellata, welche in der tamulischen Sprache ChaYcbeißt. Man gebraucht sie in Ostindien, um Nankinsund Kalliko? gelb und rotb zu särben, und hat siesuch „ach Europa gebracht, wo sie aber keinen Ein-Zaug gefunden hat. Der darin enthaltene Farb-stoff ist sehr acht und dauerhaft.
Checks nennt man in England und Nordamerikablau und weiß gewürfelte Matrosenleinen, theils ganz"us Leinengarn (Linnenchecks), theils ganz ausBaumwolle sCottonchecks), theils aus beiden gc-suischt (Mixedchecks). Ueberhanpt bezeichnet man>n England mit diesem Namen baumwollene ZeugeUtit kleinen Plustern.
Cheda , eine ostiudische Scheidemünze aus Zinn.Cheky oder Tscheki, ein Gewicht in derTürkei, s. d.
Chelas, Chelasses, Chelles oder CbeloSbeißen buntgewürselte oder gegittcrte baumwolleneZeuge für den Handel mit den afrikanischen Negern,o>e in Ostindien, aber auch in Frankreich und inMehreren Gegenden Deutschlands, hier besondersunter dem Namen Chelasses, verfertigt werden.
Chelidvnin, Chelidon - Cbelidin säure,^belidoxanthin, Chelerythrin oder Pyr-^hvpin,s. Schöllkraut.
Chelidorium majus, s Schöllkraut.Chemikalien oder chemische FabrikateUennt man eine große Anzahl von Artikeln desDrogucnhandels, welche durch ein chemisches Ver-fahren erzeugt und entweder in eigenen Fabrikenverfertigt werden, die sich nur mit der Herstellungeiner einzigen Gattung derselben oder eines einzelnenArtikels beschäftigen, oder von den sogenanntenchemischen Fabriken, welche viele Artikel dieser Artliefern. Es sind vorzüglich Säuren, Salze, Alka-lien, Oxyde, Oele und auch mehrere Farbewaareu,die von verschiedenen Handwerkern und Fabrikantenbesonders bei der Färberei, gebraucht werden. Außer-dem liefern diese Fabriken jetzt aber auch viele in derMedizin gebrauchte Artikel und Präparate, welche dieApotheker früher selbst bereiteten, die sie aber jetztd°n den Drogueriehandlungen oder direct aus denGemische,, Fabriken beziehen, weil sie dieselben nicht°den so billig herstellen können. In England,Mankreich und Deutschland giebt es viele Fabriken,welche dergleichen Artikel liefern; von den deutschenbesonders die in Oranienburg bei Berlin,^choneheck bei Magdeburg, Roßlau an der Elbe,t?^jckau, Leipzig, Wöhrd bei Nürnberg, Karlsruhe,Uckowitz und Altsatlel in Böhmen, Oberalm in^osterreich und Wien zu erwähnen.
Memischblau, s.Jndigoauflösung.c Chemisch braun, eine braune Farbe, die ausorn Niederschlage einer Auflösung von Kupfervitriol»d Bittersalz, durch Fällen mit Aetzkalilauge und^unrcn bereitet wird.
^hsinisches Wetterglas, Baroskop, bestehtus einer Mischung von pulverisirtem Salmiak, jjarrnjber und Salpeter, die in einem Glase in gc-w-^rtem Alkohol an einem ruhigen Orte ausgehängt^den. Die verschiedenen Arten von Krystallen, zuoenyen sie sich zusammcuhäufeu und in die Höyean f cn * en ' deuten dann Regen, Sturm und
Cheinischgelb, f. Kaßlergelb.
^-hemischgrün, s. Saftgrün.
Chemissets oder Vorhemdcheu, für Männersowohl als für Damen, werden theils aus Battist,feiner Leinwand, Kambrik und ähnlichen Baum-wvllenzeugen, zuweilen auch aus Gingham undSeidenstoffen genäht und gestickt, und auf dieseWeise an manchen Orten fabrikmäßig angefertigt,theils aber auch aus dem Webstnhlc mit feinen Fält-chcn, Streifen und Broschirungen fabricirt. Letzteresgeschieht namentlich in der Gegend von Hohensteinund Lichtenstein in Sachsen.
Chemnitz, am gleichnamigen Flusse im König-reich Sachsen, (Kreisdirektion Zwickau) mit 48,000Einw., ist die erste Fabrikstadt des Landes und eineder bedeutendsten Fabrikstädte Deutschlands. Sieist gut und freundlich gebaut und bat sich seit demletzten Jahrzehnt durchschnittlich jährlich um 80Häuser und 12—1300 Seelen vergrößert. Die vonder sächsischen Regierung übernommene Chemnitz-Riesaer Eisenbahn verbindet Chemnitz mit LeipzigDresden, Berlin »nd mit dem Norden, Westen undOsten von Deutschland; die Bahn nach Zwickaubringt den Platz mit der sächsisch-bairischeu Bahn inVerbindung. Chemnitz ist der Mittelpunkt der säch-sischen Weberei, Spinnerei, Strnmpsmanufaktur,Druckerei, Färberei und namentlich des Maschinen-baues. In der Weberei werden gegen 2800 Hand-stühle und 400 Maschinenstühle beschäftigt, aufwelchen bis auf wenige Ausnahmen, Möbel- undKleiderstoffe fabricirt werden. DieBanmwoll-spiunereieu in Chemnitz und dessen nächster Um-gebung zählen 500,000 Spindeln, auf welchengrößtentheils mittlere Garnnummern, in neuesterZeit von fast durchgängig sehr guter Qualität ge-sponnen werden. Für die Strnmpsmanusak-tur arbeiten in der Nähe der Stadt gegen 35,<>00Hand- und 500 Maschinenstrumpfstühlc, derenFabrikate größtentheils Exportartikel sind. Bezüg-lich der Druckerei ist namentlich der Wolldruckerc«,welche über 400 Drucktische beschäftigt, zu gedenken,wogegen die Cattundruckcrei (früher der hervor-ragendste Industriezweig für Chemnitz) bis aufwenige Fabriken, mit vielleicht 100 Drucktischen undden nöthigen HilfSmaschinen, welche ihren altenRuf bewahrt haben, zusammenschmolzen ist. Einblühender Industriezweig für Chemnitz ist derMaschinenbau mit seinen Nebenbranchcn ES werdenvon demselben gegen 5000 Arbeiter in 20 größerenund ungefähr ebensoviel kleinen Etablissements, beidurchschnittlich gutem Lohne, beschäftigt. Der Chem-nitzer Maschinenbau, welcher alle Arten von Ma«schinen zu industriellen Zwecken — von den Locomo-tiven bis zur kleinsten Hilfsmaschinc — liefert, er-stellt sich des besten Renommées und hat erst wiede-rum aus der Londoner Industrieausstellung von1862 bekundet, daß es im Allgemeinen keine Con-currenz zu fürchten hat, und daß ihm auch für dieZukunft nom eine bei Weitem größere Ausdehnungbevorstehen wird. Auch der Handel, vorzugsweisein denjenigen Artikeln, welcher mit seiner Fabrikin-dnstric in Verbindung Neben, ist bedeutend und stehtunter den sächsischen Slädlen nur dem von Leipzignach. Für den Getreidehandel ist Chemnitz derMittelpunkt deS Erzgebirges.
Bank. Seit dem Jahre 1849 hat die Stadteine Bank, welche mit einem Fond von 200,000Thlr. begründet wurde, durch 5proccntige Schuld-scheine der Stadt à 1000 Thlr. aufgebracht, auf diejedoch bei der Unterzeichnung nur 200 Thlr. baareingezahltundfürdenRest 8Solawechsel ü 100Thlr.,