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Chiarello
vier Tage nach Sicht zahlbar, gegeben wurden. DieGeschäste der Bank bestehen in folgenden: a) An-nahme fremder Gelder in Posten von wenigstens200 Thlr., gegen Verzinsung unter angemessenenBedingungen; b) Discontiren und Ankauf guter,auf in- und ausländische Plätze gezogener Wechselund Anweisungen, die aber wenigstens zwei aner-kannt sichere Unterschriften haben müssen und in derRegel nicht länger als 3 Monat zu lausen habendürsen, sowie der Verkauf und die Einziehung solcherPapiere; e) Vorschüsse auf Urstoffe und fabrizirteWaaren, die dem Verderben nicht ausgesetzt sind,sowie auf städtische Hypotheken. Ferner hat dieBank das Recht, auf den Inhaber lautende und vonihr auf Verlangen jederzeit gegen baares Geld einzu-wechselnde Banknoten oder Kreditscheine auszugeben,deren Betrag gegen den in baarem Gelde vorhan-deneu Fond das Verhältniß wie 3 zu 1, in keinemFall aber die Summe von 300,000 Thlr. übersteige»darf, sür welche die Stadtgemeinde Garantie leistet.Dieses Recht hat die Bank auch ausgeübt und ihreKreditscheine bilden nicht allein eines der Haupt-cirkulativnsmittel in Ehemnitz und der Umgegend,sondern coursiren auch in ganz Sachsen und den an-grenzenden Ländern.
Vorschußbank. Eine im Jahre 1858 vondem Ehemnitzer Kreditverein gegründete Vorschuß-bank für Gewerbtreibende hat den Zweck, gegenBürgschaft oder gegen Verpsändung von Waarenoder Werthpapieren den Mitgliedern des gedachtenVereines Vorschüsse zu gewähren. Der im Jahre1801 erzielte Gesammtumsatz belauft sich nahezu aus600,000 Thlr., jedoch dürfte er schon im Jahre 1862den von 1 Million erreichen.
Bildnngsanstalten rc. Ehemnitz hat eineHandels- und Gewerbekammer, höhere Gewerbe-schule, eine Handels-, Weber- und Realschule;sämmtliche Anstalten erfreuen sich, unter tüchtigerLeitung, des besten Gedeihens und eines immergrößeren Zuwachses. Namentlich ist es die höhere Ge-werbschnle, mit welcher eine Baugewerk- und Werk-meisterschnle verbunden ist, die sich einen Ruf auchüber Deutschlands Grenzen hinaus erworben hat.
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichtes. Sachsen, Königreich.
Chenav, ein rother Burgunderwein dritterKlasse.
Chenille nennt man eine Art rauher, raupen-ähnlicher Schnuren von Seide in allen Farben, dieauf eigenen Maschinen, entweder von besonderenFabriken oder von Posamentirern und Seiden-wirkern verfertigt werden. Man benutzt sie zurVerfertigung künstlicher Blumen, zu allerhand Be-sätzen und Verzierungen auf Kleider und Kopf-bedeckungen für Frauen, zu Stickereien. Quastenund bergt.; zu den Besätzen verwenden sie die Posa-mentirer oft in Verbindung mit seidener Schnüre,Gorl, Schmelz und dgl. Man verfertigt dergleichenArbeiten namentlich in Annaberg und Buchholz inSachsen, in Wien, Berlin u. a. Orten.
Chenopodium, Gänsefuß. — Ch. album, s.Gänsefuß, weißer. — Ch. ambrogioides, s.Traubenkraut, — Ch. bonus Henricus, s. Gu-ter Heinrich.— Ch. Botrys, f. Traubenkraut.— Cb. olidum, s. Stinkmelde. — Ch. rubrum,s. Gänsefuß, rother. — Ch. vuivaria, s. Stink-melde.
Cheraf, eine persische Goldmünze.
Cherbourg, feste Seestadt und Kriegshafen
ersten Ranges am britischen Kanal, im französischenDepartement La-Manche, Kopfstation der Paris-Cherbourg(-West)-Bahn, mit 42,000 Eiuw., großenDocks, Schiffswerften, einem geräumigen und tiefenHandelshafen, der ein Bassin und einen Vorhafenumfaßt und 240 Schiffe jeder Größe fassen kann,einem 15,517 Fuß langen Hasendamm, Arsenal,großem Seehospital, Handelstribunal, General-Handelsrath, Handelskammer, einer Börse, Asse-kuranzcompagnien rc. Die schöne Rhede ist durchein Fort aus der Felsinsel Pölöe geschützt und derKriegshasen durch eine bastionirte Enceinte um-geben. Es befindet sich hier eine großartige, vonNonnen geleitete Stickerei, Gerbereien, Jod-, Soda-,Potasche-rc. Fabriken, auch wird Stockfischfischereigetrieben. Im Jahre 1801 sind im Ganzen 916Schisse von 63,334 Tonnengehalt ein- und 936Schiffe von 66,884 Tonnengehalt ausgelaufen.
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichtes. Frankreich.
Chercolce, Cherconne, gestreifte indischeSeiden- und Baumwollstoffe.
Cheroots ist der englische Name einer Art ostin-discher Cigarren, in denen sich Kümmelkörner be-finden.
Cherryderries , ordinaire Tücher aus sBaum-wolle und Leinen, welche in England verfertigt wer-den und nach der Küste von Afrika gehen.
Ehester, Stadt und Hauptort der englischenGrafschaft Cbeshire (Ehester) am Dee, der von hierab schiffbar ist, mit 28,000 Einw.; Eisenbahn nachBirkenhead (Liverpool), ferner nach Holy-Head znrUeberfahrt nach Dublin; nach Osten steht die Stadtmit allen Städten Englands in Schienenverbin-dnng. Sie besitzt einen Hafen, hat Rhederei, einenlebhaften Handel mit seinem berühmten Käse, irlän-discher Leinwand, Blei, Kupfer, Kohle rc., dagegenist die industrielle Thätigkeit sehr gering. Es ist hiereine Unionhalle, eine Handelshalle und Leinwand-halle. Jni Juli und October finden zwei sehr bedeu-tende Märkte statt.
Rechnung, Münzen, Maße und G ewichtes. Großbritannien.
Chesterkäse, s. Käse.
Chevalier oder Chevalierd'or, Tonisa la croix de Malte, eine Art alter sranzösischerLouisd'or aus den Jahren 1718—1723, denen einMaltheserkreuz aufgeprägt ist.
Chevalier Montrachet, s. Montrachet.
Chevrettes de Rivisre nennt man in Frank-reich die unter Camarones erwähnten Rehhäute.
Chevron heißt in Frankreich eine Art levanti-scher Ziegenwolle, welche geringer ist als die von derKämelziege und von der angorischcn Ziege. Sie istschwarz, braunroth oder grau von Farbe und dieerstere ist die beste und theuerste.
Chevron noir ist eine Art Kamlot, der entwederaus der vorerwähnten schwarzen Ziegenwolle, oderaus der rothen und grauen perfertigt und schwarzgefärbt ist.
Chevrotins nennt man in Frankreich gegerbteFelle von jungen Ziegen, welche zu Handschuhenverarbeitet werden.
Chiaaks nennt man in der Türkei eine ArtSophaüberzüge von feiner wollener Serge.
Chiaddiwein, ein hochgelber seiner Muskateller,der in der Gegend von Radda in Toscana wächst
Chiarello heißt einer der feinsten neapolitanr-schen Weine, blaßroth von Farbe, leicht, süß und von