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Erster Band.
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China

China

es den Manufakturdistricten im Innern am nächstenliegt. Der auswärtige Handel ist daher in fort-währendem Steigen begriffen und es liegen hier fastimmer 3—4000 chinesische Dschonken von 100—900Tons Gehalt. Auch der Handel nach dem Jnlandeist hier viel bedeutender als in den übrigen Häfenund die Stadt ist besonders deshalb wichtig, weil sieder Vorhafen der 70 engl. Meilen landeinwärts ge-legenen großen Fabrikstadt Sutscheufu ist.Ningpo in der Provinz Tschekiang steht besondersmit dem Jnlande in lebhaftem Verkehr, während dermit dem Auslande bisher nicht bedeutend ist. Fut-scheufu in der Provinz Fokien, treibt hauptsächlichHandel mit Thee, hat aber außerdem keine bedeuten-den Ausfuhrartikel. Amoy auf der gleichnamigenInsel der nämlichen Provinz, hat starken Verkehrmit Manilla und Ostindien, wohin es besondersviele Thonwaaren ausführt, aber auch bedeutendeEinfuhr. — Nach den Verträgen von 1858 und 1861dürfen sich jetzt auch Deutsche in all' den Häfen undStädten niederlassen und Handel treiben, ihre Schiffesämmtliche Häfen besuchen, welche den übrigen Na-tionen geöffnet sind. Es sind dieß: E a n t o n,Swatau, (Tschau-Tschau), Amoy, Futschau,Ningpo, Shanghai, Tongtschan, Tient-sin, Niutschwang, Tschin-Kiang, Kiu-Kiang, Hangkau, ferner Kivngtschau auf derInsel Hainan undTai-wan und Tam-sui aufder Insel Formosa. Deutschland tritt für seinenHandel und seine Schifffahrt und alle sonstigen inter-nationalen Beziehungen in die gleichen Rechte, welcheEngland und Frankreich erst nach wiederholtenKriegen erlangt haben. — Chinas Handel steht ein-zig im großen Weltverkehr da, denn es ist bis jetztnoch durch keine finanzielle Krisis erschüttert worden;alle Geschäfte ruhen noch auf der solidesten Basis;sie werden gegen Silber abgemacht; Kredit gewährenist noch nirgends in China zur Norm geworden, einVortheil, der nicht hoch genug angeschlagen werdenkann. Dieser Handel, so bedeutend er auch erscheint,ist doch noch ganz erheblicher Ausdehnung fähig; dasTerrain für thätige Kaufleute ist noch ein großes;erst seit Jahresfrist sind die neuen Häfen eröffnet,und, den Verwüstungen des im Innern des Landeswüthenden Bürgerkrieges zum Trotz, nimmt derHandel immer größere Dimensionen an. Die wich-tigsten Handelsgeschäfte macht China mit England,sowohl mit dem Mutterlande als mit Ostindien, demCap und Australien, und dann mit Nordamerika;Rußland, Frankreich, Deutschland, Schweden undDänemark stehen erst in zweiter und dritter Reihe.Außer den schon erwähnten zwei HauptexportartikelnSeide und Thee, werden ausgeführt: «Seidenstoffe(Atlasse, Gaze, Krepp, Taschentücher x.>, Nankin,Zucker, Reis, Indigo, Cassia und Casstenöl, Zimmt-blüthen, Ingwer, Cardamomen, Sternanis und der-gleichen, Oel, Porzellan, Papier, lackirte und vergol-dete Waaren, Lackfirnisse, Farben, Tusche, Elfen-bein-, Schildkrot-, Horn - und Perlmutterarbeike»,künstliche Blumen, Silber, Packfong, Zink, Queck-silber, Borax, Alaun, Schildkrot, Sandelholz,Pflanzenwachs, Kampfer, Rhabarber, Moschus, Sa-lep, Galgant- und Ginsengwurzel. Unter denEinfuhrartikeln Chinas, deren Werth sich an50 Millionen Gulden jährlich belaufen soll undnamentlich alle Arten Banmwoll- und Schafwoll-waaren, Messerschmied- und Eisenwaaren, Glas-waaren, Uhren, Quincailleriewaaren, Opium,Trepang, Cochenille, Indigo, Wein, Papier, Ge-

würze, Taback, Elfenbein, Ebenholz, Perlen, Perl-mutter x. umfaßt, steht das Opium obenan. E»wirft den meisten Gewinn ab und macht gewisser-maßen das Hauptgeschäft aus in allen, dem fremdenHandel geöffneten Handelsplätzen. Seine ConsuM-tion gewinnt immer mehr an Ausdehnung und diein China eingeführte Quantität verdickten Mobn-saftes beträgt jetzt jährlich 75 bis 80,000 Kisten-welche je nach dem Tagespreise einen Geldwerth von75 bis 100 Millionen Gulden österr. W. repräien-tiren. — Der Binnenhandel Chinas soll sehr leb-haft und bedeutender als der Handel nach außen sein,doch sehst es darüber gänzlich an Angaben.

Das eigentliche China ist in 18 Provinzen ge-theilt, von denen jedoch die im Innern des Landesnoch sehr wenig bekannt sind. Die Namen derselbenund der darin liegenden wichtigsten Städte sindfolgende:

1) Tschile oder Petscheli mit 28 Mill. Einw>,darin: Peking (s. d.) oder Tsintscheu, Haupl-stadt des ganzen Landes. Boadi n su, Hauptstadtder Provinz und Sitz des Vicekönigs.

2) Schantung mir 29 Mill. Einw., darin dieHauptstadt Tsinanfu am Tsi, groß und volkreich,treibt Handel mit Glas, Seide x.; ferner die bedeu-tende Handelsstadt Lintsin, die Hafen- und Han-delsstädte Tentschen, Tahtscheu, Limtsin-tscheu u. a.

3) Kiangsu mit 38 Mill. Einw. und 4) An-hoei oder N g an ho ei mit 34 Mill. Einw., bildetenfrüher zusammen dieProvinzKiangnang; darin:Nanking oder Kiangningfu, Hauptstadt aMJantsekiang und 35 Meilen von dessen Mündungentfernt, zweite Stadt des Reiches und ehemalig^Residenz, hat Mannfakturen von seidenen undbaumwollenen Waaren und allerhand Luxusgegen-ständen, bedeutenden Handel und Fischfang, aberversandeten Hasen; mehrere wissenschaftliche Anstal-ten, medizinische Gesellfchasten, Tempel, kaiserlichGräber x., aber viele Ruinen und soll jetzt nur noch7s so groß sein wie früher. Unterhalb Nankin an

> dem nämlichen Flusse und an der Mündung desI Kaiserkanals in den Jantsekiang, liegt die Stadt! Tschingkiangfu, die 1 Meile im Umfange ha^Shanghai, einer der 5 Häfen (s. oben), liegt3 Meilen oberhalb der Mündung eines aus deinSee Tatu kommenden kleinen Flusses und ist Haupt-stapelplatz der Waaren, welche aus den südlichennach den nördlichen Provinzen gehen. Song-kiang mit großer Nankinfabrik. Sutscheufn-große Fabrikstadt in Nankin, Baumwollenwaaren,Stickereien, Leder, Seidenzeugen, Wohnort der reich-sten und gebildetsten Chinesen und der schönstenFrauen, nach deren Moden sich fast das ganze LandI richtet. H o eitschen verfertigt berühmte Tinte undTusche, hat Goldminen und Theebau. Liutscheu,mit Papierfabriken, Thee- und Oelbau. Dang-tscheu am Jantfekiang und dem Kaiserkanale,200,000 Einw., Handel, auch mit Mädchen. ,

5) Tschekiang mit 25 Mill. Einw. HauptstadtKangtscheufu oder Hantscheusu, an der Mün-s düng des Tsientang, angeblich 1 Mill. Einw., w»schönen Straßen, öffentlichen Gebäuden und große»Seidenfabriken. Ningpo, Hafenstadt mit taita-delle am Tahai, einer der 5 Häfen. Tschingstal,auf einer Insel an der Mündung des Tahai, nnHasen. Tschapu, einziger Hafen, von deni auHandel mit Japan getrieben werden darf. K utscheufu am Tsientang mit bedeutendem Ha»oe,